Bruderkrieg im Kampfsport-Käfig: Unser Filmtipp "Warrior"

Trailer zum Film
Trailer zum Film "Warrior"

Zwei zerstrittene Brüder schlagen sich in bester Rocky-Manier durch die Martial-Arts-Käfige der US-Ostküste. Wir verraten, warum "Warrior" ein Volltreffer ist

Diese Woche können Sie sitzen bleiben – auf Ihrem Sofa. Denn wir schicken Sie ausnahmsweise nicht ins Kino. Stattdessen sollten Sie sich den Blu-ray- und DVD-Start von Warrior nicht entgehen lassen. Der Kampfsport-Film über zwei entfremdete Brüder, die bei einem Martial-Arts-Turnier wieder aufeinandertreffen, hat es nie in die deutschen Kinos geschafft. Eine Schande. Denn Warrior ist kein typisches Martial-Arts-Movie. Das vielschichtige Familiendrama mit coolen Kampfsportszenen spielt eher in der der Liga großer Sportdramen wie The Fighter (2011) und Rocky (1976). Insbesondere vor Rocky muss sich Warrior nicht verstecken. Und zwar nicht wegen der inhaltlichen Parallelen (in Warrior gibt's auch einen Underdog-Fighter, muskalisch unterlegte Trainingscollagen und eine russische Kampfmaschine wie Ivan Drago). Zum Glück hat der Film mehr zu bieten. Warrior ist ein bewegendes Sport-Drama und ein cooler Fight-Film und damit ein echter Volltreffer.

Brendan (Joel Edgerton, links) beginnt aufgrund finanzieller Probleme wieder mit dem Kämpfen
Mixed-Martial-Arts (MMA) ist ein moderner Vollkontaktsport, ein Mix aus Boxen, Kickboxen, Brazilian Jiu-Jitsu, Ringen und Judo

Darum geht’s: Ex-Soldat Tommy Riordan (Tom Hardy) kehrt in seine Heimatstadt Pittsburgh zurück, um seinen verhassten Vater Paddy Conlon (Nick Nolte) zu sehen. Der Ex-Alkoholiker und Ex-Trainer soll Tommy für ein Mixed-Martial-Arts (MMA)-Turnier in Form bringen. Preisgeld für den Gewinner: 5 Millionen Dollar. Tommys älterer Bruder und  früherer Kampfsportler Brendan (Joel Edgerton) hat zur selben Zeit finanzielle Probleme. Als Lehrer verdient er nicht genug, die Familie ist pleite. Gegen den Willen seiner Frau beginnt er wieder mit dem Kämpfen. Beim großen MMA-Wettkampf in Atlantic City treffen die zerstrittenen Brüder erstmals nach vielen Jahren wieder aufeinander. Dabei stehen Sie sich nicht nur im Ring gegenüber, sondern sie müssen auch endlich mit ihrer gemeinsamen Vergangenheit und der Beziehung zu ihrem Vater klarkommen.

Tommy  (Tom Hardy, links) lässt sich von seinem verhassten Vater Paddy (Nick Nolte) trainieren
Tommy (Tom Hardy, links) lässt sich von seinem verhassten Vater Paddy (Nick Nolte) trainieren

Kämpfen als letzter Ausweg
Mixed-Martial-Arts (MMA) ist ein moderner Vollkontaktsport, ein Mix aus Boxen, Kickboxen, Brazilian Jiu-Jitsu, Ringen und Judo. Dabei darf auch im Bodenkampf zugeschlagen und getreten werden. In Europa ist MMA noch relativ jung, in den USA ist der Sport insbesondere durch die Ultimate Fighting Championship (UFC), die weltweit größte MMA-Organisation, sehr populär. Das ist vermutlich der Grund, warum Warrior, der für ein Kampfsport-Movie recht aufwendig produziert ist, kein Box- oder Kickboxfilm geworden ist.

Regisseur Gavin O’Connor  zeigt immer wieder coole und authentisch wirkende Kampfszenen, die auf einen packenden finalen Fight der Brüder hinauslaufen. Dennoch ist das Kernstück des Films ein Familiendrama. Für Brendan und Tommy ist das MMA-Turnier der letzte Ausweg, um ihre Lebenskrise zu überwinden. Job, Banken, der Staat und selbst der Vater wollen oder können ihnen nicht mehr helfen. Für Selbstmitleid sind sie zu stolz. Und so kämpfen sie im Ring, weil ihnen als Männer, so glauben sie, nichts anderes übrig bleibt. Dass dieses Familien- und Arbeiterklassen-Drama so gut funktioniert, liegt vor allem an den herausragenden Darstellern Joel Edgerton und Tom Hardy, die auch mit ihren durchtrainierten Körpern überzeugen. Eine weitere Glanzleistung zeigt Nick Nolte, der für seine Rolle als abgehalfterter Familienvater für einen Oscar nominiert ist.

Fazit: Auch wenn Warrior bei Story und Emotionen nicht wirklich subtil zu Werke geht, wird dieses Kampfsport-Drama Sie umhauen.

Warrior (USA  2011)
Regie: Gavin O'Connor
Drehbuch: Gavin O'Connor, Anthony Tambakis, Cliff Dorfman
Darsteller: Joel Edgerton, Tom Hardy, Nick Nolte, Jennifer Morrison
Länge: 140 Minuten
Start: Ab 24. Februar auf DVD und Blu-ray

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