Die Anti-Superhelden kommen: Unser Filmtipp "Watchmen"

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Eine drohende atomare Katastrophe zwingt einige Ex-Superhelden aus dem Ruhestand. Warum Sie die Comic-Adaption "Watchmen" nicht verpassen sollten

Was passiert, wenn Superhelden ihre Kostüme an den Nagel hängen? In "Watchmen" erfahren wir's endlich: Sie vermarkten sich als Actionfiguren, bekommen Komplexe oder haben Potenz- und Alkoholprobleme. "300"-Regisseur Zack Snyder bringt Alan Moores als unverfilmbar geltendes Comic-Meisterwerk jetzt ins Kino. Das beeindruckende Ergebnis: 160 Minuten intelligente, aber auch blutige Kino-Unterhaltung, die in der Geschichte der Comic-Verfilmungen ihresgleichen sucht.

Die Story: "Watchmen" spielt in einer fiktiven Version der 80er. Die USA haben den Vietnamkrieg gewonnen, Richard Nixon ist immer noch Präsident. Die Menschheit steht kurz vor einem atomaren Krieg mit Russland. Die seit den 30ern populär gewordenen Superhelden sind entweder im Ruhestand oder per Gesetz verboten. Als Ex-Weltretter The Comedian (Jeffrey Dean Morgan) ermordet wird, macht sich sein Kollege Rorschach (Jackie Earle Haley) auf die Suche nach dem Täter. Die Reihen seiner ehemaligen Mitstreiter lichten sich jedoch: Der gottgleiche Dr. Manhattan (Billy Crudup) flieht nach einem Skandal in den Weltraum, auf den Geschäftsmann Ozymandias (Matthew Goode) wird ein Attentat verübt. Selbst Rorschach wird verhaftet. Grund genug für seine ehemaligen Partner Nite Owl II (Patrick Wilson) und Silk Spectre II (Malin Akerman) aus dem Ruhestand zu treten, um die Verschwörung aufzuklären.

Comic-Klischees haben endgültig ausgedient
Regisseur Snyder hat sich bei der Verfilmung sehr genau an Alan Moores zwölfteiliges Original gehalten – zumindest soweit das in knapp drei Stunden möglich ist. Trotz einiger Kompromisse ist das Resultat sehr sehenswert. "Watchmen" entführt den Zuschauer in eine düstere, detailgetreue und vor allem glaubwürdige Comic-Welt. Bemerkenswert: Die gängigen Comic-Klischees (Gut gegen Böse) haben endgültig ausgedient. Moores Helden sind schmutzig, psychopathisch und korrupt. Dazu dröhnen Hits von Jimi Hendrix, Simon & Garfunkel und Nena aus den Boxen. Selbst optisch kann "Watchmen" überzeugen. Kulissen, Kostüme und Farben sind stimmig umgesetzt. Fazit: die beste Comic-Verfilmung seit langem – wenn auch etwas zu blutig geraten. Batman und Spider-Man könnten ihr Kostüm eigentlich auch mal an den Nagel hängen.

Watchmen (USA 2009)
Regie: Zack Snyder
Buch: David Hayter, Alex Tse, Alan Moore (Comic)
Darsteller: Malin Akerman, Patrick Wilson, Billy Crudup, Matthew Goode, Jackie Earle Haley, Jeffrey Dean Morgan
Länge: 163 Minuten
Start: 5. März 2009

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