Gifte undercover: Unübliche Verdächtige

Bakterium Clostridium botulinum oft in Eingemachtem
Muttis Eingemachtes ist das beste – und kann manchmal gefährlich werden

Nicht alles, was in Ordnung schmeckt, IST auch in Ordnung. Manche Lebensmittel sind anfällig fürs Unauffällige

  1. Mineralwasser: Durch die Abfüllung in PET-Flaschen kann es mit Antimon verunreinigt werden, haben Forscher der Universität Heidelberg kürzlich ermittelt. Wie groß die gesundheitliche Gefahr durch das Schwermetall ist, lässt sich noch nicht mit Sicherheit sagen. Zwar gibt’s Alternativen, aber noch nicht auf dem deutschen Markt. Außer natürlich: das gute alte Glas.
  2. Muskatnuss: Wer an der Reibe allzu sehr in Fahrt gerät, der handelt sich zunächst Halluzinationen ein, dann Bauchschmerzen, Erbrechen und Bewusstseinsstörungen. Gefährlich wird es schon ab einer Menge von 5 Gramm.
  3. Chilipulver: Es ist wie andere Gewürze und Nüsse besonders oft mit Aspergillus-Schimmelpilzen befallen, die das stark krebserregende Aflatoxin produzieren. Daneben gibt es noch mehr als 300 andere Schimmelpilzgifte (Mykotoxine). Weil sie sich auch in dem nicht sichtbar befallenen Teil ausbreiten, sollte man sicherheitshalber die ganze Packung wegwerfen.
  4. Marmelade: In Dosen und Gläsern haltbar Gemachtes kann mit dem Bakterium Clostridium botulinum befallen sein. In 90 Prozent der Fälle handelt es sich um selbst Eingemachtes, das sind oft Marmeladen. Das Bakterium bildet ein sehr starkes Gift: muskellähmendes Botulinumtoxin, das bekannt geworden ist als Faltenkiller Botox. Ein Befall zeigt sich daran, dass sich Dose oder Deckel nach außen wölben und beim Öffnen ein fieser Geruch entweicht.
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