Knie-Schmerzen: Ursache für Läuferknie entdeckt

Läuferknie: Ein schwacher Oberschenkel erhöht das Risiko
Gegen das patellofemorale Schmerzsyndrom hilft ein starker Oberschenkel

Der Klassiker unter den Knieschmerzen wird häufig durch schwache Sehnen und Muskeln verursacht

Die typischen Schmerzen eines "Läuferknies" – meist hinter und rund um die Kniescheibe – enstehen offenbar durch zu schwache Kniesehnen und Oberschenkelmuskeln sowie zu geringe Kniebeugungswinkel, so eine Studie an der US-Uni North Carolina at Chapel Hill. Diese Diagnose bezeichnen die Forscher gewöhnlich als so genanntes patellofemorales Schmerzsyndrom.

Für ihre Studie untersuchten die Forscher 1600 Offiziersanwärter während ihrer Zeit an einer Militärakademie. Dabei beobachteten sie die biomechanischen Abläufe der Soldaten. Während des Untersuchungszeitraums erkrankten 40 Teilnehmer an einem "Läuferknie".

Die Studie ergab:

  • Menschen mit schwachen Kniesehnen haben ein fast drei mal so hohes Risiko als solche mit starken Sehnen.
  • Personen mit schwachen Oberschenkelmuskeln erkranken 5,5 mal häufiger an einem Läuferknie.
  • Menschen mit einem geringem Kniebeugungswinkel (Personen, die ihre Knie beim Sport nicht weit anwinkeln) haben ein mehr als drei mal erhöhtes Risiko.

Die Studie ist nach Angaben der Forscher die erste Untersuchung, bei der Athleten bereits begleitet wurden, bevor bei ihnen ein Läuferknie diagnostiziert wurde. "Bei früheren Untersuchungen wurden immer nur Personen untersucht, die bereits ein Läuferknie hatten", erklärt Padua. "Das bedeutet, dass vorherige Studien nur mögliche Risikofaktoren ausgemacht haben, es aber unklar war, ob diese die Verletzung auch tatsächlich verursacht haben."

Das patellofemorale Schmerzsyndrom sei verheerend, so Padua. "Der Schmerz kann teilweise dazu führen, dass jemand nicht mehr trainieren kann." Dabei sollte der Sportler den Schmerz keinesfalls ignorieren. Wer weiter trainiert schadet seinem Knorpel und riskiert, dass sich Knochen an Knochen reibt. Dann hilft nichts anderes, außer den geschädigten Knorpel operativ zu ersetzen.

Sportler könnten ihren Bewegungsablauf aber ändern und die Beinmuskulatur stärken, so Padua. Gezieltes Training, ohne dabei das Knie zu sehr zu beanspruchen, ist dazu wohl die beste Methode. Dabei gilt, dass die Knie immer weit genug angewinkelt werden, um den Druck besser abzufedern und auf eine größere Fläche zu verteilen, so der Forscher.

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