Depressionen sind behandelbar: Ursachen und Behandlung von Depressionen

Immer mehr Männer leiden an einer behandlungsbedürftigen Depression
Ergeben Sie sich nicht Ihrem Schicksal

Lesen Sie hier, wie Depressionen was die Ursachen von Depressionen sind, wie diese entstehen können und welche Behandlung Experten empfehlen

Gute Nachricht: "Depressionen sind in zirka 70 Prozent der Fälle gut behandelbar", sagt Hans-Peter Unger, Leiter der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie der Asklepios-Klinik Hamburg-Harburg. Aus der Forschung weiß man, dass 4 verschiedene Faktorenkomplexe in unterschiedlicher Gewichtung an der Entstehung einer Depression beteiligt sind.

 

1. Faktor: genetische Disposition

"Viele halten Depressionen für eine Erbkrankheit, aber ein Depressions-Gen existiert nicht", erklärt Unger. Genetische Disposition bedeutet, dass das Erkrankungsrisiko um das 3-Fache erhöht ist, wenn bereits die Eltern oder Geschwister daran erkrankt sind.

 

 

2. Faktor: Kindheit und Jugend

Verlust- und Gewalterfahrung in der Kindheit und Jugend können die Wahrscheinlichkeit erhöhen, später an einer Depression zu erkranken. Dann reichen oft schon normale Stressoren, um eine Depression auszulösen. Die Faktoren 1 und 2 setzen also die Schwelle herab, im Leben unter Stress an Depression zu erkranken, da das Gehirn sozusagen stör- oder verletzbarer geworden ist.

 

 

3. Faktor: Körper und Organe

Dazu zählen Erkrankungen wie Funktionsstörungen der Schilddrüse, aber auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die auf unterschiedliche Weise direkt das Risiko erhöhen, an Depressionen zu erkranken. Aber auch bestimmte Medikamente, Drogen und Alkohol können Depressionen verursachen.

 

 

4. Faktor: psychosoziale Stressoren

Kritische Lebenssituationen wie der Verlust des Arbeitsplatzes, Scheidung, der plötzliche Tod eines Angehörigen, eine schwerwiegende Erkrankung, ein Unfall oder chronischer Stress im Job können bei jedem Menschen zu Depressionen führen. "Im ungünstigsten Fall summieren sich die Faktoren 1 bis 4 und senken dann die Depressionsschwelle so weit, dass eigentlich unbedeutende Alltagserlebnisse die Erkrankung auslösen können", sagt Experte Unger.

 

Depressionen werden überwiegend ambulant therapiert. Statistiken zeigen aber, dass die Zahl der stationären Behandlungen steigt, ebenso die Anzahl der Verordnungen von Antidepressiva. Psychotherapie kombiniert mit Medikamenten ist die effektivste Maßnahme.

 

1. Medikamente

Forscher sprechen auch vom "Rätsel Depression". Man weiß, dass die Hirnchemie gestört ist. Wie aber Schicksalsschläge, seelische Belastungen und Stoffwechsel-Veränderungen im Hirn genau zusammenhängen, muss noch entschlüsselt werden. Um die gestörte Gehirnchemie auszugleichen, kommen Antidepressiva zum Einsatz. An den Kontaktstellen zwischen zwei Nervenzellen, den Synapsen, mangelt es vor allem an den Botenstoffen Serotonin und Noradrenalin. Dort setzen diese Medikamente an: Auf unterschiedliche Weise erhöhen sie die Konzentration der Botenstoffe. So können die mit der Depression verbundenen Fehlsteuerungen im Hirn ausgeglichen werden.

 

Heute weiß man, dass bei einer schweren Depression unsere Stresshormonachse außer Kontrolle gerät und es zu einer verstärkten Ausschüttung des Hormons Cortisol kommt. "Dieses Hormon, das uns dabei hilft, akute Belastungen zu bewältigen, wird bei einer Depression selbst zum Stressfaktor fürs Hirn; dies kann dazu führen, dass in sensiblen Hirnregionen wie dem Hippocampus Nervenzellen sogar schrumpfen und sie ihre Vernetzung verlieren können", sagt Psychiater Unger. Antidepressiv wirkende Medikamente setzen möglicherweise einen Reiz, damit die Fehlsteuerungen wieder ins Lot kommen und sich das Gehirn regenerieren kann.

 

2. Psychotherapie

Leichte Depressionen werden oft nur durch Psychotherapie behandelt, bei schweren Depressionen sind Antidepressiva nötig – sie machen Psychotherapie erst möglich. Zuerst müssen sich Betroffene eingestehen, dass sie Hilfe brauchen. Dann müssen sie die Diagnose Depression akzeptieren. In Gesprächen wird Mut gemacht und an Lösungsmöglichkeiten gearbeitet. Im Vordergrund steht dabei die Arbeit am Selbstwertgefühl und der Selbstwirksamkeit. Es gibt für die Depressionsbehandlung spezifische Psychotherapie-Verfahren, etwa die interpersonelle Psychotherapie der Depression (IPT).

 

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