Jeans-Styles: Used, Destroyed und Co. – wir lieben sie alle

Farbe und Style der Hose sind so entscheidend wie die richtige Größe beim Jeans-Kauf
Farbe und Style der Hose sind so entscheidend wie die richtige Größe beim Jeans-Kauf

Von hell bis dunkel: Jeans-Liebhaber haben die Qual der Wahl beim Kauf. Wir verraten, welche Waschung zu Ihnen passt und wie Sie Ihren Jeans den Used-Look verpassen

Der Schnitt unserer Lieblingshose ist die eine Sache, die Farbe aber nochmal eine ganz andere. Jeans können aber noch mehr: Kaputt, kaputter, Trend – so lautet das Motto des Denim-Klassikers im 21. Jahrhundert. Löcher, Risse und gerippte Nähte sind von den Straßen schon seit Jahren nicht mehr wegzudenken und eindeutiges Fashion-Statement. Auffällige Waschungen und Einschnitte sind nicht nur hip, sondern können auch das ein oder andere Kilo zu viel verstecken. Mit unseren Tipps finden Sie garantiert die passende Jeans.

Raw Denim – quasi die Mutter aller Jeans
Raw Denim – quasi die Mutter aller Jeans

Welche Jeans-Farbe steht mir am besten?

Die Wahl der Farbe hat starken Einfluss auf die Wirkung: Schwarz macht schlank. Also Vorsicht bei hellen Waschungen: Sie betonen die Figur!

Die Bandbreite beim Jeansstoff, dem sogenannten Denim, ist groß. Von white über dark blue bis black black finden sich heute alle Farben in den Geschäften. Früher wurden Jeans mit dem Farbstoff Indigo der gleichnamigen Pflanze in das gewünschte Blau gefärbt, heute wird der Stoff oftmals künstlich hergestellt. Wenn die Hose stark mit Indigo gefärbt wird, spricht man vom Dark Denim.

Apropos Färben: Overdyed sind Jeans, wenn sie nach dem Waschen noch einmal überfärbt wurden.

Welche Waschverfahren werden für die Effekte genutzt?

Was haben Ihre Jeans und Ihr letzter Zaunanstrich gemeinsam? Das Geheimnis lautet: Schmirgelpapier. Dieses wird bei der Herstellung zum Bleichen benutzt und sorgt für den angesagten Used-Look.

Aber auch Waschungen spielen eine Rolle: Je nach Style und Farbe werden die Denim-Stücke unterschiedlich stark bearbeitet und gereinigt. Selbst eine Jeans im Raw Denim wird vorgewaschen, da sie bereits eingefärbt ist. Dieser Stoff ist das Ur-Material der Hose. Die Oberfläche ist unbehandelt und zeichnet sich durch einen leichten Graustich im Blau aus. Men's Health Mode-Redakteur Marc Weinreuter, weiß, warum viele auch zum unbehandelten Stoff greifen: „Denim-Lover möchten dem jungfräulichen Gewebe durch häufiges Tragen den eigenen Stempel aufdrücken. Sie legen es darauf an, dass sich Fades bilden, also individuelle abrieb- und Verschleißstellen im Stoff. Es dauert Wochen oder Monate, bis diese zum Vorschein kommen. So gewinnt das Kleidungsstück immer mehr an Charakter."

Wird der Stoff hingegen mehrmals gewaschen und anschließend mit Sandstrahlen und Schmirgeln bearbeitet, bekommt die Jeans einen Antik-Denim-Look. Bonus: „Hosen in dem Style mit typischen Used-Waschungen auf Oberschenkeln und Knien können sowohl lässig zu T-Shirts oder casual zu Hemden oder einem leichten Leinen-Sakko getragen werden", weiß Men's Health Mode-Redakteurin Scarlett Schultze.

Wir erklären die wichtigsten Spielarten der Waschung:

Pre-Wash Verfahren, bei dem echtfarbige Jeansstoffe vor ihrer Verarbeitung gewaschen werden, um sie einlauffest und weicher zu machen.

Acid-Wash Waschart, bei der chlorgetränkte Bimssteine mitgewaschen werden – für harte Kontraste.

Oldblue-Wash Waschgang, bei dem beigegebene umweltschonende Mittel einen Gelbstich des Gewebes hervorrufen.

Stone-Wash Waschverfahren, bei dem Jeans durch bis zu vierstündiges Waschen mit Bimssteinen aufgehellt wird.

Used-Wash Die Jeans wird vorm Waschen mit Kaliumpermanganat behandelt. Dadurch entsteht der Secondhand-Look mit hellen Stellen auf den Beinen bis hin zu kleinen Löchern.

Der Destroyed-Look reicht von kleinen Kratzern bis hin zu großen Löchern
Der Destroyed-Look reicht von kleinen Kratzern bis hin zu großen Löchern

Was macht den Style einer Jeans aus?

Farbe, Form und Fit sind aber längst nicht alles, was unsere Lieblingshose zu bieten hat: Es gibt zahlreiche Style-Details, die unsere Jeans einzigartig machen. Eines ist das sogenannte Pocket-Stitching, also die Naht auf der Gesäßtasche, welche auf eine bestimmte Marke hinweist.

Überhaupt können sich die Nähte einer Jeans stark unterscheiden. Manche Modelle sind aus mehreren Denim-Stoffen im Patchwork-Style zusammengesetzt. Die Nähte verlaufen dann nicht an den Seiten sondern beispielsweise am vorderen Bein. Zu einem lässigen Look passt auch der Crinkle-Effekt, bei dem Knitter- oder Sitzfalten auf Oberschenkeln und in Kniekehlen unter Hitze fixiert werden. So sieht die Hose auch direkt nach dem Waschen bereits getragen aus.

Noch mehr Effekte kommen auf und an den Hosenbeinen zum Einsatz: Seit einigen Jahren sind vor allem kaputte Jeans ein absolutes Fashion Must-Have auf den Straßen. Dieser Destroyed-Look kann von kleinen Kratzern bis hin zu großen Löchern in der ganzen Hose reichen. Meist finden sich die Schlitze an den Knien, oftmals aber auch auf Ober- und Unterschenkeln. Sie haben Angst vor „zu kaputt"? Scarlett Schultze sagt: „Seien Sie mutig, geben Sie den Lumberjack: Derbe Boots, ein Crew-Neck-Shirt und ein lässiges, offen getragenes Karohemd sind die perfekten Begleiter zu lässig gekrempelten Destroyed-Jeans." Wenn Sie nicht zu viel Haut zeigen wollen, wählen Sie die sogenannte Repaired-Variante: Risse und Löcher sind teilweise mit Stoff hinterlegt.

Welcher Style passt zu meiner Figur?

Als Faustregel gilt: Dunkle Waschungen schmeicheln der Figur, bei hellen Waschungen sollten Sie aufpassen. Zudem ist der Schnitt der Jeans entscheidend. Loose, Skinny oder doch Regular - die Passform ist schon mal die Hälfte der Miete. Sie lieben den Destroyed-Look? Dann tragen Sie Einschnitte unterhalb der Kniekehlen. Diese können das Bein optisch strecken und lassen es so schlanker wirken. Aufpassen sollten Sie hingegen bei Löchern oberhalb der Knie, denn diese betonen nicht nur die Oberschenkel, sondern können zu weit wirken, was als schlabberig wahrgenommen werden kann.

Farbige oder auffällige Nähte können schlanke Beine hingegen hervorheben. Wenn Sie sich unsicher sind, greifen Sie lieber zu Jeans mit einfarbiger Naht. Sie mögen es richtig rockig? Besonders an den Oberschenkeln können Falten lässig aussehen, allerdings passen sie nicht zu jedem Typ. Besonders in hell betonen Sie die Figur – nichts für Legday-Liebhaber!

Sie krempeln gerne? Beachten Sie diese einfachen Regeln: Schmal zulaufende Hosenbeine immer auch schmaler (zirka 3 bis 4 Zentimeter) umschlagen. Auf diese Weise bleiben die Proportionen erhalten. Zu breite Aufschläge (Turn-ups) hingegen verkürzen scheinbar die Beine.

Stylisch gleich teuer? Muss nicht sein! Der Used-Effekt eignet sich super zum DIY
Stylisch gleich teuer? Muss nicht sein! Der Used-Effekt eignet sich super zum DIY

Kann ich den Used-Look selber erzeugen?

Ja, Used-Looks lassen sich mit verschiedenen Verfahren herstellen. Grundsätzlich ist bei aller Experimentierfreudigkeit auch Vorsicht geboten. Mode-Redakteur Marc Weinreuter rät: „Nehmen Sie fürs DIY-Bleichen auf jeden Fall ein preisgünstiges Modell, mit dem Sie experimentieren wollen. So ärgern Sie sich hinterher nicht unnötig, falls das Ergebnis nicht wie gewünscht ausfällt."

Sanftes Bleichen

Und so geht es mechanisch: Nehmen Sie grobes einfach Schleifpapier und bleichen Sie Ihre Jeans damit selber! Geduld ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Schmirgeln Sie wie bei den Designer-Modellen vorsichtig die Oberschenkel bis kurz unter die Knie hell – dort nutzt die Hose am meisten ab. Übertreiben Sie es nicht: Die Reibung beansprucht den Stoff, also zwischendurch die Stoffdicke kontrollieren. Die sanfte Methode kommt dem Used-Look am nächsten, dauert aber am längsten.

Chemisches Bleichen

Auf die schnellere und härtere Tour geht`s mit chemischen Bleichmitteln, wie zum Beispiel Klorix. Gummihandschuhe an, Jeans in die Badewanne, Fenster auf, Bleichmittel auf die zu gewünschten Stellen geben. Ist der Bleichungsgrad erreicht, sofort gründlich mit Leitungswasser auswaschen und ab in die Waschmaschine. Genauer wird’s mit einer Sprühflasche: Diese füllen Sie mit dem Bleichmittel. Damit Sie die Rückseite der Jeans nicht aus Versehen mitfärben, legen Sie alte Zeitung in das Hosenbein. Auf die gewünschten Bereiche sprühen. Lassen Sie das Mittel einwirken und beobachten Sie die eingesprühten Stellen. Bei Bedarf wiederholen Sie das Ganze. Wenn das Mittel trocken ist, waschen Sie die Jeans. Falls Ihr Denim-Liebling nach dem Waschgang noch nach dem Bleichmittel riecht, lassen Sie die Hose noch eine Runde drehen.

So klappt’s mit den Löchern 

Destroyed liegt nicht nur voll im Trend, sondern lässt sich auch selber machen. Drehen Sie die Jeans zunächst auf links und zeichnen Sie mit Schneiderkreide Striche an die entsprechenden Stellen. Kleine Löcher (mit Schere oder Tapetenmesser) in die markierten Stellen schneiden. Bitte sparsam dosieren, ansonsten reißen die Löcher zu sehr ein! Danach ziehen Sie mit einer Pinzette alle senkrechten blauen Fäden aus den aufgeschnittenen Stellen heraus. Anschließend schneiden Sie mit kurzen Schnitten entlang der zwei Schnittkanten von allen Löchern, um die Ränder weich aussehen zu lassen. Dann öffnen Sie die Schere und rubbeln die Kanten auf, um den Destroyed-Look zu erzeugen. 

Die Wahl von Farbe, Waschung und Effekte sind immer eine Frage des persönlichen Geschmacks. Too much? Gibt‘s (fast) nicht! Wer mutig ist, kombiniert mehrere Style-Faktoren in einer Jeans.

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