Filmtipp "Hangover 3": Vegas-Trip ohne Kater und Filmriss

Das selbsternannte Wolfsrudel kehrt zurück nach Las Vegas. Diesmal ohne haarsträubende Partyexzesse und Erinnerungslücken. Warum "Hangover 3" anders ist als Sie erwarten

Es ist schon mutig, eine Fortsetzung ohne die wichtigsten Zutaten des Originals zu machen. War Hangover 2 noch nahezu identisch zum ersten Film, kommt Teil 3 jetzt fast völlig ohne Erinnerungslücken, eine enge Gagdichte und derbe Situationskomik aus. Erstmals muss das berühmte Chaos-Trio Phil, Alan und Stu nicht die peinlichen Entgleisungen der letzten Partynacht rekapitulieren, die drei begeben sich völlig nüchtern und unverkatert auf einen Road-Trip, um den labilen Alan in Therapie zu schicken. Dabei geht natürlich wieder einiges schief, so dass das selbsternannte Wolfsrudel in die Fänge eines skrupellosen Mafia-Bosses gerät. Hangover 3 ist mehr ein humorvoller Thriller als eine durchgeknallte Slapstick-Komödie. Zum ersten Mal stehen nicht die Gags, sondern die Charaktere im Vordergrund. Zum Glück hat der Film immer noch einige haarsträubende Irrsinns-Momente im Gepäck, die zumindest Fans der Reihe gut unterhalten werden.

Phil (Bradley Cooper), Stu (Ed Helms) und Alan (Zach Galifianakis) müssen einen alten Bekannten auftreiben
Stu (Ed Helms), Phil (Bradley Cooper) und Alan (Zach Galifianakis) müssen einen alten Bekannten auftreiben

Darum geht’s in Hangover 3: Die Freunde Phil (Bradley Cooper), Stu (Ed Helms) und Doug (Justin Bartha) sollen ihren Kumpel Alan (Zach Galifianakis) wegen seines andauernden kindischen Verhaltens in eine Nervenklinik bringen. Der unangenehme Roadtrip endet allerdings, als Obergangster Marshall (John Goodman) die Jungs entführen lässt. Der Grund: Phil, Stu und Alan sollen ihren alten Bekannten und Unruhestifter Mr. Chow (Ken Jeong) auftreiben, der kürzlich aus einem Gefängnis in Thailand geflohen ist und den mürrischen Mafia-Fiesling beklaut hat. Als Sicherheit  behält Marshall Doug als Geisel. Die Suche führt die drei Freunde unter anderem wieder ins verhängnisvolle Las Vegas.

Das selbsternannte Wolfsrudel kehrt zurück ins verhängnisvolle Las Vegas
Das selbsternannte Wolfsrudel kehrt zurück ins verhängnisvolle Las Vegas

Katerstimmung in Las Vegas
Regisseur Todd Phillips verweigert sich in Hangover 3 konsequent der Erfolgsformel der vorherigen Teile. Was will man auch tun, wenn alle Brachial-Gags gemacht, alle derben Witze erzählt sind? Phillips schickt seine Jungs durch eine Art Action-Komödie, die immer wieder mit klassischen Hangover-Gags aufgemöbelt wird. Und, die im Vergleich zu Teil 1 und 2, recht brutal daherkommt. Diese Strategie ist zwar mutig, funktioniert aber nur bedingt. Denn wir erfahren nichts Neues über Alan, Stu, Phil oder Mr. Chow. Durch den geradlinigen Story-Aufbau gibt es auch keine gelungenen Überraschungsmomente. Es herrscht Katerstimmung in Las Vegas und beim „Wolfpack“. Warum Sie sich das trotzdem bis zum Ende anschauen sollten? Nach dem Abspann kommt die beste Szene des Films.

Fazit: Statt überdrehter Kumpel-Farce ist aus Hangover 3 eine Mischung aus Road-Movie und Gangster-Komödie geworden. Nicht brüllend komisch, aber immerhin unterhaltsam.

Hangover 3 (USA 2013)
Regie: Todd Phillips
Drehbuch: Todd Phillips, Craig Mazin         
Darsteller: Bradley Cooper, Ed Helms, Zach Galifianakis, Justin Bartha, Ken Jeong, John Goodman
Länge: 100 Minuten
Start: 30. Mai 2013

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