Etikettenschwindel: Verbrauchertäuschung aufgedeckt

Fruchtsaft ist oft gepuncht und enthält mehr Aromen als Frucht
Achtung Verbrauchertäuschung: Fruchtsäfte enthalten oft viele Zusatzstoffe oder kaum Frucht

Satte Verbrauchertäuschung: Reife Früchtchen zieren die Packung. Fruchtig-frischer Inhalt? Von wegen! Was in Fruchtjogurts wirklich drinsteckt und was alles im Fruchtsaft außer Frucht drin ist, erfahren Sie hier

Nicht nur bei Attributen wie "gesund", "schlank" oder "sportlich" nehmen es viele Lebensmittelkonzerne nicht so genau. Oft ist das, was groß auf der Packung abgebildet ist, gar nicht drin, zum Beispiel bei Fruchtjogurts. Saftige Erdbeeren und andere Früchte zieren die Packung – zu finden sind sie im Becher aber nur mit der Lupe. In manchen Joghurts liegt der Erdbeeranteil unter 3,5 Prozent. Wer große Fruchtstückchen erwartet, wird bitter enttäuscht. Echte Zutaten werden durch Aromastoffe ersetzt, die mit dem ursprünglichen Produkt nichts mehr zu tun haben. Erdbeergeschmack etwa kann im Labor aus Schimmelpilzen, die auf Holzfasern gezüchtet werden, entstehen – eine gängige Praxis. Und da ein gezüchteter Schimmelpilz ja natürlich ist, darf natürliches Aroma auf der Packung stehen. Lecker geht anders.

Auch bei Fruchtsäften ist das üblich. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat 20 Erfrischungsgetränke unter die Lupe genommen. Auf 13 Etiketten waren Früchte abgebildet, aber in beinahe der Hälfte der Flaschen war kein Fruchtsaft enthalten. "Oft waren die natürlich anmutenden Drinks ein Mix aus Trinkwasser, aggressiver Zitronensäure und Aromen, die mit echten Früchten nichts gemein haben", so Silke Schwartau. "Hinzu kamen bis zu 9 weitere Zusatzstoffe." Im Supermarkt gilt also: Was wirklich drin ist, können Sie nie genau wissen.

So wie Sie auch nie genau wissen können, was sich hinter einem Aufdruck wie "neue Rezeptur" verbirgt. Zur Verdeutlichung haben wir uns Iglos Schlemmer-Filet à la Bordelaise genauer angesehen. Laut Hersteller ist die neue Rezeptur nach einer Kundenbefragung entstanden. Der wesentliche Unterschied zum bisherigen Rezept besteht in der Knusperauflage. Sie ist mehr geworden, wodurch sich der Fischanteil verringerte, das Gericht insgesamt aber fettiger wurde. Dass auch dies ein Wunsch der Kunden war: zweifelhaft! Inzwischen, lässt Iglo verlauten, gibt es neben der neuen auch wieder die alte Rezeptur als Schlemmer-Filet à la Bordelaise classic. Das Gemeine am Schlemmer-Filet: Mehr Kalorien und Fett werden Ihnen als positiv verkauft – das ist erlaubt. Wenn Sie wissen wollen, was Sie essen, müssen Sie also aktiv werden. Nehmen Sie die Sache in die Hand, entlarven Sie die Mogelpackungen.

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