Anlage-Erwartungen: Verkaufen Sie rechtzeitig

8 Gebote
Kein Fond ist überall gleich gut

Sie müssen lernen, Verluste abzuwenden. Achten Sie nicht zu sehr darauf, was die anderen machen

Die Plus-minus-null-Sucht ist weit verbreitet. Solange man ein Wertpapier, dessen Kurs nach unten gegangen sind, nicht verkauft, ist der Verlust noch abzuwenden, denken viele. Was sie nicht überlegen: Kaufen sie ein Wertpapier zu 100 Euro und es fällt um 50 Prozent auf 50 Euro, dann müsste es wieder um 100 Prozent steigen, um den alten Wert zu erreichen. Das schafft in der Regel kaum eine Aktie, oder es dauert Jahre, in denen das Kapital, wenn man es anders einsetzt, mehr Ertrag bringen kann.

Für Martin Wiegelmann, geschäftsführender Gesellschafter der Kölner SMS & Cie. Vermögensmanagement GmbH, haben viele Anleger Aktien, von denen sie sich nicht mehr trennen wollen: „Läuft eine Aktie nicht, sollte man an einen Verkauf denken. Bei vielen bleiben dagegen schlechte Aktien im Depot.

Mit der Zeit verkommt das Depot so zum Sammelbecken von Performancekillern, und der Frust nimmt stetig zu.“ Wiegelmann rät zu mehr Mut, Verluste konsequenter zu realisieren, wenn ein Nachkaufen und damit ein Verbilligen des Einstandskurses nicht in Betracht kommt.

4. Wertpapiere verkaufen, wenn sie nicht die Erwartungen erfüllen

Hauseigene Fonds von Deka, Union und Co müssen nicht schlecht sein. Aber niemand ist überall gleich gut. Von daher ist es besser, sein Geld über eine Bank oder einen Vermögensverwalter anzulegen, die alle Fonds im Angebot haben. Robert Weiher, DAB Bank: „Dann kann ich als Kunde sicher sein, die tatsächlich besten Fonds ihrer Klasse zu bekommen und nicht nur die, die unbedingt abverkauft oder gehalten werden müssen.“

4. Wertpapiere verkaufen, wenn sie nicht die Erwartungen erfüllen

Anleger folgen oft dem Herdentrieb, dem leider auch die Produktanbieter und Medien unterliegen. Ekkehard Wiek von der Mitternacht & Co. Vermögensbetreuung GmbH in Ettlingen: „Die meisten Produkte zu einem neuen Thema werden wiederkehrend im Zenit eines Zyklus aufgelegt, beworben, beschrieben und gekauft. Die meisten Anleger bleiben daher mit ihren Ergebnissen langfristig weit hinter den durchschnittlichen Ergebnissen der Indizes zurück.“

Aktuelles Beispiel sind die Jahre 2003, 2004 und zuletzt 2005, in denen viele Anleger Garantieprodukte, Renten- und Geldmarktfonds gekauft haben – allerdings bis heute mit vergleichsweise geringen Erträgen oder teilweise gar Verlusten vorlieb nehmen müssen. Dagegen verzeichneten Aktienfonds Nettomittelabflüsse, obwohl die Aktienmärkte deutlich ins Plus marschierten.

„Die meisten Anleger werden hier definitiv wieder bei den Höchstkursen einsteigen“, fürchtet Vermögensverwalter Wiek und empfiehlt antizyklisches Verhalten. „Allerdings ist das einfacher gesagt als getan, wenn man in der Euphorie seine Wertpapiere verkaufen soll und es in Phasen schlechter Stimmung dagegen eher sinnvoll sein kann, Aktien zuzukaufen.“ Die Erfahrung hat gezeigt, dass es sich bezahlt macht, nicht bei jeder Auf- und Abwärtsbewegung die Nerven zu verlieren.

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