Woche 4: Vierte Trainingswoche - Planänderung

Ex- Cruisergewichtsweltmeister Firat Arslan
Immer in Topform mit mit einer top Laune: Firat Arslan

Diese Woche besuche ich einen der größten Boxställe Deutschlands und bekomme einen neuen Trainingsplan serviert

Sonntag: 20. September: Zu Besuch bei (Ex-) Weltmeistern

Heute mache ich mal einen Auswärtsbesuch und schaue mir eine legendäre Trainingsstätte an: Das Universum Box-Gym Hamburg, denn heute lädt der Boxstall zum Tag der offenen Tür. Wie unsere Box-Challenge gezeigt hat, gehören diese Kämpfer ja zur Fitness-Elite schlechthin und vielleicht kann ich mir ja hier einige Trainingsübungen abgucken.

Felix Sturm, Ruslan Chagaev, Luan Krasnici und Firat Aslan, derzeitige Weltmeister und Ex-Weltmeister, sollen heute für ihre Fans da sein. Die Chance, diese hoch austrainierten und gestandenen Athleten kennen zu lernen, lasse ich mir natürlich nicht nehmen. In der Boxhalle ist es verdammt stickig, mehr als hundert Gäste sind hier. Ähnlich dünne Luft wird hier wohl auch sein, wenn die Boxer trainieren.

Kaum gehe ich durch die Tür zum ersten Trainingsraum, sehe ich auch schon Ruslan Chagaev, der „weisse Tyson“. Dem gar nicht so großen Mann mit dem übergroßen Kämpferherz die Hand zu schütteln hatte schon etwas Besonderes. Immerhin haben diese Hände schon das Gesicht des 2,13 Meter Russen-Riesen Nikolai Valuev siegreich bearbeitet. Ich spreche ihm meinen Respekt aus schieße ein Foto und ziehe weiter durch das Trainingsareal. Ich sehe vergilbte Ledersandsäcke, abgenutzte Boxhandschuhe und muffige Kopfschützer. Aber, sie alle stehen still.

Heute wird hier nicht trainiert, was natürlich schade ist, aber dafür kann ich die Kämpfer kennenlernen. Wie nett und aufgeschlossen die Profisportler aus Hamburg zum Teil sind, merkt man vor allem an Firat Arslan. Der Ex-Weltmeister im Cruisergewicht hat eine unglaublich austrainierte Erscheinung und wirkt gleichzeitig zuvorkommend und sympathisch. Sofort ist er natürlich für ein Foto und einen kurzen Plausch bereit. Danach streife noch etwas durch die Halle und schaue mir alte Werbeplakate von geschichtsträchtigen Begegnungen an.

Heute nehme ich eine gehörige Portion Respekt und einige nette Erinnerungen mit. Morgen will ich aber selber wieder im Ring stehen und wieder einige Sparringsrunden (Trainingskämpfe) absolvieren. Denn das beste (und spaßigste) Ausdauertraining bleibt für mich das Boxen und darauf habe ich jetzt nach dem Besuch bei Universum wieder richtig Lust bekommen!

Wie sagen doch die Richter im Ring bevor der Kampf losgeht?

Shake hands!

In diesem Sinne, bis dann
Euer Sascha

Der Doppelendball

Am Doppelendball bleiben mir schwerere Verletzungen zum Glück erspart

Mittwoch: 23. September: Verletzungspech, die Zweite

Nach meinem Ausflug zu den Profis vom Universum Boxstall ging ich am Dienstag voller Eifer ins Training. Im Sparring waren wie immer erprobte Kollegen dabei. Viel Anstrengung, viel Schweiß, viel Spaß. Auch meine Fingerverletzung spürte ich kaum noch, sobald der Schlagabtausch begann. Doch im vierten Durchgang passierte es. Ein akkurat platzierter Körperhaken traf meine linken Rippen. Ein bisher ungekannter Schmerz durchzog meine Seite. Aber so schnell er auch kam, so schnell ging er auch wieder und ich entschied mich weiter zu trainieren.

Die Quittung dafür bekomme ich heute Morgen zu spüren. Ich kann kaum noch auf meiner linken Seite liegen. Husten, lachen, niesen, tief einatmen, das alles tut mir weh und ständig ist da ein kleiner brennender Schmerz. Deshalb am Mittag: Arzttermin. Die Prozedur kenne ich nur allzu gut: Kurzer Check durch Abtasten und dann sicherheitshalber ab zum Röntgen. Die Diagnose: Prellung des Rippenbogens. Eigentlich muss ich jetzt froh sein, nichts ist gebrochen, aber da belehrt mich die Ärztin schnell, denn ich hatte quasi Unglück im Glück: „Rippenprellungen verheilen meist langsamer als Brüche und sind weitaus unangenehmer.“

Drei bis sechs Wochen braucht so eine Verletzung bis sie ausheilt, bis dahin soll ich „heftige Gewalteinwirkungen“, wie die beim Boxen, vermeiden. Ätzend! Geprellte Rippe, zerrissene Kapsel, verdrehtes Handgelenk, mein Körper ist abwrackbereit, doch die Challenge geht weiter. Ich muss jetzt nach Alternativen suchen. Boxen (zumindest das Sparring) und Fußball fallen flach und die nächsten Tage werden Bauchmuskelübungen wohl etwas schmerzhafter sein (was medizinisch aber unbedenklich ist, wie die Ärztin mir versicherte).

Also, wie heißt es doch noch so schön: no pain, no gain.

bis dann,

Euer Sascha

Freitag: 25. September: Der neue Trainingsplan

Heute habe ich den neuen Trainingsplan für die kommenden zwei Wochen in meinem E-Mail-Postfach liegen.

Meinen bisherigen Übungsplan hat mein Coach Dr.Geisler zur Hälfte geändert: Jetzt stehen auch völlig unbekannte Abläufe auf meinem Plan. Was zum Beispiel meint er mit „ Beinübung compound move“? Vermutlich irgendeine komplexe Übung wie diese: Kniebeuge mit Kurzhanteln auf den Schultern, die bei der Aufwärtsbewegung ausgestreckt werden. Ungewohnt, aber damit werde ich mich jetzt anfreunden müssen.

Auch der Trainingsablauf ist jetzt ein ganz anderer. Ich wärme mich kurz auf, nehme dann das fast maximal mögliche Gewicht und powere mich mit acht plus x Wiederholungen aus. Danach reduziere ich das Gewicht um zehn Prozent und lasse ebenfalls die Muskeln brennen. Beim letzten Satz vermindere ich nochmals um zehn Prozent und arbeite, bis der Muskel um Gnade fleht. Endlich hat es auch meine favorisierte Bizeps-Übung, die Scott-Curls, es in die Übungsauswahl geschafft. So auch Kniebeuge und das Latziehen im Kammgriff, eine sehr effektive Rückenübung.

Ab Montag werde ich also den angepassten Trainingsplan mal probeweise durchgehen und euch natürlich berichten, ob und wie er wirkt.

Bis dahin,

Euer Sascha

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