Stimmt es eigentlich ...: Volksweisheiten und was dahinter steckt

Mann überlegt
Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, welche Volksweisheiten wahr sind? Hier finden Sie Antworten!

Volkes Mund tut Wahrheit kund? Nicht immer. Wir sind den Weisheiten des Alltags nachgegangen und haben sie auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft

...Wird man vom Onanieren wirklich blind? Offensichtlich nicht. Aber wie viel Wahrheit steckt in all den anderen Lebensweisheiten, die Ihnen in Ihrer Kindheit für den Alltag eingetrichtert wurden? Inzwischen sind Sie erwachsen, um ein paar fragwürdige Sprüche reicher. Es ist also höchste Zeit endlich herauszufinden, was dran ist und wie viel von diesem universellen Wissen Sie guten Gewissens von Ihrer Festplatte löschen dürfen. Wir haben für Sie nachgeforscht und leisten umgehend Abbitte: Manchmal hatte Mutti doch Recht! Die Wahrheit über

Inhalt

Ohrenschmalz entfernen

Abstand vom Fernseher

Gewitter und Stecker

Möhren und Sehkraft

Handystrahlen und Potenz

Wein auf Bier

Popel schlucken

Kaugummi schlucken

Finger knacken

Stimmt es eigentlich, dass man

....Ohrenschmalz besser nicht entfernen soll?

"Ja, denn das ist eindeutig schädlich", erklärt der Hamburger HNO-Arzt Dr. Björn Neumann und schildert einen Fall, bei dem das Trommelfell geplatzt ist: "Dieser Patient hatte so ein Wattestäbchen im Ohr, als das Telefon klingelte. Und er nahm den Anruf an …" Auch ohne Telekommunikationstechnik tun die Mini-Bohrer nichts Gutes: "Sie schieben das Schmalz lediglich tief in den Gehörgang (Verstopfungsgefahr), sie trocknen die Ohren aus und machen sie so anfällig für Entzündungen", warnt Neumann.

...auf keinen Fall zu dicht vor dem Fernsehgerät sitzen darf?

Da hat Muttern das mit dem fern sehen wohl mächtig missverstanden – die kurze Distanz sorgt weder für eckige Augen noch beeinträchtigt sie die Sehkraft. "Man sieht dadurch aber nicht mehr oder besser", so der Ulmer Augenarzt Dr. Christoph Spraul, der die starke elektronische Strahlung früher TV-Geräte für den angeratenen Abstand verantwortlich macht.

… bei Gewitter Stecker ziehen soll?

Ja, das stimmt allerdings! "Vor allem Fernsehgeräte mit Kabelanschluss sind gefährdet", sagt der Elektroniker Jürgen Gerecke. Aber auch Radios, Computer und Co. kann der Blitz treffen. Doch wofür gibt’s schließlich Überspannungsstecker oder – für den wahren Schrauber – Blitzschutzmodule?!

... Möhren für bessere Sehkraft essen soll?

Schon mal einen Hasen mit Brillle gesehen? Nein? Das liegt daran, dass Vitamin A und E so gut für die Augen sind. Und beide stecken reichlich in Karotten. Neben dem knackigen Klassiker gibt es jedoch noch andere gehaltvolle Lieferanten: "Alle gelben, roten und orangefarbenen Obst- und Gemüsesorten", sagt der Potsdamer Ernährungs-Experte Dr. Jörg Häseler. Aber: Ohne Fett oder Öl nimmt der Körper diese Vitamine nicht auf.

… vom Handy in der Hosentasche impotent wird?

Auch wenn’s nicht klingelt: Das Handy strahlt ohne Unterlass in der Hosentasche ringsum alles fröhlich an – also auch Ihr bestes Stück. Droht deswegen jetzt die nationale Impotenz? "Diese Spekulationen würde ich in die Welt der Märchen verbannen", so der Hamburger Urologe Professor Hartmut Porst. "Es wird zwar häufig gerätselt, ob die Strahlen den Schwellkörper schädigen, handfeste Belege gibt es allerdings keine."

… Wein auf Bier trinken sollte?

Während manche Experten sogar zur umgekehrten Reihenfolge raten ("das säureärmere Bier besänftigt den Magen"), erklären andere die Reihenfolge für egal ("Fuselöle sind in beiden drin"). Sicher ist eins: Je reiner der Alk, des-to geringer die Folgen. Schädelfreundlich sind darum nur Klare wie Wodka oder Korn. Prosit!

… Popel nicht runterschlucken soll?

Nein, denn das ist im Grunde nichts anderes als die Nase hochzuziehen. Die Bakterien bleiben so wenigstens im eigenen Körper – also bitte die Popel nie durch die Gegend schießen! "Wird viel in der Nase gebohrt, trocknet sie allerdings aus, kann sich entzünden. Außerdem nimmt die Borkenbildung zu", so HNO-Arzt Björn Neumann.

… einen Kaugummi niemals schlucken darf?

"Das ist völliger Quatsch", sagt Dr. Keith Hopcroft, britischer Fachautor für Medizin und Gesundheit. Was ein Ärger! Oder wurde Ihnen in Ihrer Kindheit nicht auch Angst gemacht, dass Hubba Bubba, Wrigley’s Spearmint und Co. die Gedärme und den Magen verkleben, bis Sie schließlich ein qualvoller Tod ereilt? Pustekuchen! "Die Verdauungssäfte werden mit beinahe allem fertig, was man schlucken kann, sogar mit Rasierklingen", weiß Dr. Hopcroft. Wir raten da lieber von einem Test ab!

… nicht mit den Fingern knacken soll?

Das Fingerknacken gehört, wie das Pfeifen und das Rülpsen, zu den natürlichen Sound-Effekten, die nur echte Kerle so richtig gut hinbekommen. Aber stimmt es, dass man davon Arthritis kriegt? "Nein", sagt Dr. Peter Glennon, international bekannter Arthritis-Forscher. "Einen Aspekt sollten Sie dabei allerdings bedenken: Wenn das Fingerknacken zur Gewohnheit wird und Sie es mehrmals am Tag ausgeführen, könnte es langfristig passieren, dass Ihnen das Bier aus der Hand fällt", warnt der Experte. Laut einer vergleichenden Studie kann das regelmäßige Fingerknacken nämlich mit der Zeit dazu führen, dass Ihre Fähigkeit fest zuzupacken in erheblichem Maße nachlässt.

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