Künstliche Hyperaktivität: Vom Medikament zur Massendroge – Kokain

Kokain wird meistens in eine Linie geschüttet und geschupft
Kokain wird meistens in eine Linie geschüttet und geschupft

Nicht nur Prominente wie Kate Moss haben bereits Kokain geschnupft. Das Pulver ist zu einer Massendroge geworden. Alles über die Wirkung, bis hin zu Risiken der Droge, erfahren Sie hier

Die Droge

Wie Heroin ist auch Kokain ein Pulver, welches durch chemische Verfahren aus einer Pflanze gewonnen wird. Grundlage bilden hier die Blätter des Kokastrauches. Durch weitere Behandlung im Labor und die Zugabe zusätzlicher Inhaltsstoffe wird aus Kokain die Droge Crack.

Kokain war ursprünglich als Medikament gedacht. Eingesetzt wurde es beispielsweise zur Betäubung bei Operationen. Auch die Limonade Coca-Cola enthielt bis 1914 Spuren von Kokain und wurde als Medikament zur Behandlung verschiedener Krankheiten verabreicht.

Konsumformen

Injektionen oder Schnupfen sind die möglichen Einnahmeformen, durch die Konsumenten sich mit der Droge in Rauschzustände versetzen. Crack wird für gewöhnlich mit Hilfe spezieller Pfeifen geraucht.

Wirkung von Kokain

Kein Hunger, keine Müdigkeit und ein vollkommenes Glücksgefühl – diese Reaktion gepaart mit Hyperaktivität, erhöhter Puls- und Atemfrequenz und gestiegenem Blutdruck löst die Einnahme von Kokain zunächst beim Konsumenten aus. Auf diese Euphorie folgt typischer Weise eine längere Rauschphase, in der zu den weiter andauernden Glücksgefühlen eventuell Halluzinationen hinzukommen können. Abschließend tritt der Konsument in eine depressive Phase ein. Hier kommt es zu starker Müdigkeit, Erschöpfungszuständen oder – im Extremfall – zu Selbstvorwürfen und Suizidgedanken. Die Wirkung von Kokain dauert bis zu sechs Stunden an.

Suchtfaktor

Eine psychische Abhängigkeit von Kokain tritt schnell ein. Durch die typischen depressiven Phasen wird der Reiz, erneut in die Hochstimmung zu gelangen, erhöht. Die Aspekte einer körperlichen Abhängigkeit treten demgegenüber eher in den Hintergrund.

Kurzfristige Risiken und Langzeitfolgen

Durch das Einschnupfen – die verbreitetste Konsumform für Kokain – werden die Nasenschleimhäute sowie Geruchs- und Geschmackssinn dauerhaft geschädigt. Ein rasches Abmagern ist die Folge des unterdrückten Hungergefühls. Dies führt wiederum zu einer höheren Krankheitsanfälligkeit und verminderter physischer Belastbarkeit.
Zu den charakteristischen psychischen Folgen gehören Depressionen, Konzentrationsstörungen, Antriebsarmut und Reizbarkeit. Nicht selten kommt es zu einer so genannten Kokainpsyche, die sich durch Wahnvorstellungen und Verlust des Realitätsbezugs kennzeichnet. Im sozialen Umgang neigen Kokainsüchtige dazu, sich anderen gegenüber beleidigend zu verhalten und sich lieber in die Isolation zurückzuziehen.

Der Entzug

Für einen Kokain-Entzug ist dringend professionelle Unterstützung nötig. Hier finden Sie weitere Informationen über Anlaufstellen.

Zum Weiterlesen

Enno Freye: Kokain, Ecstasy, Amphetamine und verwandte Designerdrogen

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