Von Baggern bis Blocken: Volleyball-Techniken

Lernen Sie von den Profi-Spielerinnen Okka Rau und Stephanie Pohl, worauf es beim Beachvolleyball ankommt

Technik 1: Blocken

Wer hoch springt, ist klar im Vorteil. Denn der Abwehrspieler darf beim Blocken mit beiden Händen über das Netz, also in den Luftraum des Gegners greifen

Diese Technik hat zwei Vorteile für den Abwehrspieler: Nicht nur der Schlagwinkel des Angreifers wird kleiner, sondern auch das zu verteidigende Feld.

So geht’s: 1. In der Ausgangsstellung zirka 1 Meter vom Netz entfernt stehen. Die Hände sind erhoben, damit sie beim Absprung nicht im Netz hängen bleiben, die Füße befinden sich in einer Schrittstellung. 2. Den hinteren Fuß nachziehen und aus einer tiefen Stellung beidbeinig nach oben springen. 3. Sofort die Arme über das Netz hinüberstrecken. Die Finger sind gespreizt, die Handgelenke fixiert. Nun versuchen Sie, mit den Handflächen den Ball zu überdachen. Er sollte von Ihrer Hand ins gegnerische Feld abprallen.

Technik 2: Schmetterschlag

Die stärkste Angriffswaffe im Beachvolleyball kann in vielen Variationen gespielt werden. Am einfachsten ist dieser frontale Schmetterschlag

1. Um Schwung für den Absprung zu haben, mit einem Auftaktschritt die Bewegung einleiten. 2. Dann in einen Stemmschritt übergehen. Dabei mit den Armen ausholen. 3. Beide Füße stehen nun auf derselben Höhe, die Arme schwingen gleichzeitig nach vorne. Der Absprung erfolgt aus der gebeugten Kniehaltung.

4. Der Sprung geht senkrecht nach oben, wobei Sie darauf achten müssen, dass sich der zugespielte Ball vor Ihnen befindet. Nun Ellenbogen und Schlagschulter nach hinten führen und mit dem anderen Arm den Ball anvisieren. 5. Am höchsten Punkt mit der gesamten Hand peitschenartig auf den Ball schlagen. Die Bewegung ausschwingen und stabil landen.

Technik 3: Baggern

Sowohl bei der Ball-Annahme als auch beim Zuspiel müssen Sie baggern. Da der Ball selten frontal kommt, ist die seitliche Annahme wichtig

Nachmachen: 1. In der Ball-Erwartungshaltung stehen die Füße hüftbreit, der Oberkörper ist leicht nach vorn geneigt, Armhaltung offen. Nie mit geschlossenen Armen zum Ball bewegen, das behindert. 2. Die Schulter lockern, um die Arme weiter nach vorn schieben zu können – das bringt die Unterarme enger zusammen.

3. Vor dem Ballkontakt die Arme an den Handballen aneinander legen. Eine Hand zur Faust schließen und die Daumen parallel aneinander legen. Mit der offenen Hand die Faust umschließen. Der Ball wird mit den Unterarmen, nahe den Handgelenken, gespielt. Höhe der Spielstellung, Winkel der Arme zum Ball und Arm- und Körpereinsatz beeinflussen die Flugkurve.

Technik 4: Pritschen

Diese Annahme wird auch Zuspiel genannt und ist meist der zweite Ballkontakt im Spiel. Ziel ist, den Ball für den Mitspieler in eine gute Angriffsposition zu bringen

Stellen Sie sich so, dass Ihnen der Ball auf die Nase fallen würde, wenn Sie nicht reagieren. Wichtig: diese Position vor dem Ballkontakt einnehmen, sonst droht ein technischer Fehler. Denn dreht sich der Ball nach dem Abspiel in der Luft zweimal um die eigene Achse, wird der Ball als Wurf abgepfiffen, der Gegner bekommt den Punkt.

1. In tiefer Körperhaltung die gebeugten Arme auf Stirnhöhe halten, Fingerspitzen zueinander (ohne Berührung). 2. Wenn der Ball die Finger berührt, geben Fingergelenke, Handgelenke und Ellbogen etwas nach und beschleunigen ihn wie ein Trampolin. Nun in eine gestreckte Körperhaltung wechseln. Der letzte Impuls kommt von den Daumen.

Technik 5: Skyball-Angabe

Je höher der Ball hierbei über das Netz fliegt, desto besser. Denn dann hat der Wind genügend Zeit, die Flugkurve des Balls zu beeinflussen. Folge: Wo er landet, ist schwer vorherzusehen

Zweiter Pluspunkt: Bei hoch stehender Sonne wird der Abwehrspieler geblendet, das erschwert die Annahme.

Technik-Schule: 1. Stellen Sie sich seitlich zur Grundlinie, die Schulter des Schlagarms zeigt zum Netz hin, die Beine sind hüftbreit. 2. Den Ball senkrecht anwerfen und mit dem Schlagarm ausholen. Dabei in die Knie gehen. 3. Nun den Schlagarm eng am Körper nach vorne schwingen. Den Ball knapp hinter seinem Zentrum mit der daumenseitigen Handkante treffen. 4. Den Schwung komplett durchziehen. Da Sie den Ball außerhalb des Zentrums treffen, bekommt er einen Effet. Durch den Drall rotiert er stärker in der Luft.

Technik 6: Sprungaufschlag

Der Jump-Serve ist der schnellste Weg, das Spiel zu bestimmen – allerdings auch der schwerste, da der Bewegungsablauf komplex ist

Vom Prinzip her funktioniert er wie ein Schmetteraufschlag aus dem Laufen. Ziel ist es, den Ball so hoch zu treffen, dass er nicht erst über das Netz steigen muss, sondern gleich von oben nach unten geschlagen werden kann. Das macht ihn so schnell und präzise.

1. Kleine Schrittstellung einnehmen und den Ball mit der Schlaghand nach schräg oben über Kopfhöhe werfen. 2. Während Sie in den Stemmschritt übergehen, mit beiden Armen nach hinten ausholen. 3. Explosiv abspringen und dabei mit dem Schlagarm ausholen. Die andere Hand visiert den Ball an (hilft beim Treffen). 4. Jetzt mit der ganzen Handfläche hart treffen, dabei wickelt sich die Hand quasi um den Ball.

Technik 7: Zeichensprache

Dieses Mädel redet Klartext. Kommunikation ist die Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Teamwork

Beim Beachvolleyball hat sich zwischen Block- und Abwehrspieler die Fingersprache hinter dem Rücken durchgesetzt. Okka Rau: „Ohne die Handzeichen könnten meine Teampartnerin Stephanie und ich nicht erfolgreich spielen. Die Blockerin, also diejenige Spielerin, die näher am Netz ist, gibt der Feldabwehr zu verstehen, wie sie sich im kommenden Spielzug verhalten will.“ Die linke Hand zeigt die Block-Strategie gegen die linke Gegenspielerin an, die rechte Hand steht für das Spielsystem gegen die von ihr aus rechte Spielerin. „Da wir auch die Aufschlag-Strategie besprechen, gibt es eigentlich keinerlei Zweifel, wer den Spielzug auf der anderen Seite blockt. Aber sicherheitshalber halten wir trotzdem für die Handsprache beide Hände hinter den Rücken. Die Aufschlag-Taktik soll schließlich für unsere Gegner nicht vorher ersichtlich sein“, sagt Stephanie Pohl.

Die verwendeten Codes sind dabei international gleich. Volleyball-Ass Rau erklärt die Symbole – damit auch Sie sich genauso gut verstehen wie die Profis. Nach unten gestreckter Zeigefinger: „Ich decke mit meinem Block die Zone entlang der Seitenlinie ab“ (Fotos 1, 2, 3). Nach unten gestreckte Zeige- und Mittelfinger: „Mein Block deckt die diagonale Schlagrichtung der Angreiferin ab“ (Fotos 2, 3). Faust: „Ich täusche nur einen Block an. Nach der Finte laufe ich zurück in die Feldabwehr und verteidige dort“ (Fotos 1, 4).

 
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