Das große Lexikon Frau Teil 2: Von Fellatio bis Kuss

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Über Frauen gibt's 100 000 Bücher – aber nur ein Lexikon. Band 2 zeigt, wie Sie ihren G-Punkt finden, Gleitgel-Sex haben und besser küssen

F: Fellatio, die

Alle Männer lieben sie, Frauen sind häufig skeptisch.

Regelmäßig erscheinen Umfragen, wonach sich mehr als die Hälfte aller Männer mehr Oralverkehr wünscht. Damit das Thema in Ihrem Bett eine Chance hat, sollten Sie sich einmal gedanklich kurz in die Rolle der Frau versetzen – dann wird Ihnen schnell klar, weshalb folgende Dinge gar nicht gehen:

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F: Feminismus, der

Auch wenn mancher Kerl das ganz anders sieht, die Folgen des Feminismus sind das Beste, was Männern passieren konnte

Wir sagen nur: sexuell befreite, selbstbewusste Frauen; Elternzeit; Frauen, die sich für Fußball interessieren; Frauen in Männerjobs (die Männer dann nicht mehr machen müssen); Lara Croft; Frauen in engen Jeans; die Rückeroberung der Küche durch den Mann (endlich gibt es wieder Steaks!); die sexuelle Unterwerfung des Mannes durch die Frau. Herrlich! Ihnen fallen noch mehr Gründe ein? Dann verraten Sie uns doch, welche. Zuschriften bitte an feminismus@menshealth.de

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F: Fetisch, der

Es muss nicht immer die Peitsche sein

Klassische Frauenfetische sind Handtaschen, Schuhe, überhaupt: Lederwaren. Brillen, Schuhe, Seidentücher, Korsagen, überhaupt: Kleidung. Finger, Hände, Haare (oder eben keine). Und überhaupt: Schuhe. Behandlungsbedürftig ist übrigens nur jene Form des Fetischismus, bei der die Verehrung eines Objektes die partnerschaftliche Sexualität komplett ersetzt oder wenn es ohne Fetisch nur schwer oder gar nicht klappt und der Betroffene ohne ihn leidet. Die Frage lautet also: Geht es im Bett ab und zu auch mal ohne Schuhe? Dann ist alles in Ordnung.

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F: Fisting, das

Ja, es gibt Frauen, die es mögen, wenn eine Hand in ihrer Vagina steckt

Je nach Veranlagung und Vorlieben eine Männer- oder Frauenhand. Oder auch zwei. Ho, ruhig, meine Herren! Um das ein wenig zu relativieren: Ja, es gibt auch Männer, die sich gern eine Schnur um Hodensack und Penis binden und sich stundenlang daran aufhängen lassen. Soll heißen: In beiden Fällen dürfen Sie davon ausgehen, dass wir es nicht mit einer Massenbewegung zu tun haben, von der revolutionäre Umstürze zu erwarten sind. Wenn Ihre Bettgenossin es darauf anlegt, sich mal fausten zu lassen – so der ungleich unschönere deutsche Begriff –, erwidern Sie wahrheitsgemäß: "Das kann aber dauern." Vorsicht und Geduld sind das Maß aller Dinge, Gleitmittel notwendig. 2 bis 3 Finger sind kein Problem, doch für jeden weiteren sollten Sie sich so viel Zeit lassen wie für alle vorherigen zusammen. Lassen Sie sich am besten von ihr anleiten – solange sie noch zu artikulierten Lauten fähig ist.

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F: Flittchen, das

Ein tolles Wort – fluffig und leicht, zugleich spitz und fies

Etwas Vergleichbares gibt es für Männer nicht. Trotzdem sind die wenigsten Frauen stolz auf oder empfänglich für die Bezeichnung. Also, gehen Sie mit dem Wort sparsam um. Es hat übrigens nicht, wie immer wieder vermutet wird, denselben etymologischen Ursprung wie der Begriff "Flitterwochen".

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F: Französisch

Siehe auch: Fellatio

Die Herkunft der Bezeichnung ist unklar. Man vermutet, dass der Oralverkehr im 18. und 19. Jahrhundert zuerst unter französischen Prostituierten verbreitet war. Angeblich versuchten Huren dort, sich durch diese weniger ansteckungsintensive Praktik vor der kursierenden Syphilis zu schützen – die man damals übrigens auch unter der Bezeichnung „Franzosenkrankheit“ kannte.

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F: Frigide

Ein veralteter, böser Begriff, der Frauen, die keine Lust haben, eine Störung oder gar Krankheit unterstellt

Zudem ein ganz schlechtes Argument im Bemühen um mehr Sex – so gesehen ist nämlich ein Kerl, der eine Frau zurückweist, weil in der Glotze gerade Fußball läuft, auch frigide.

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F: Frisur, die

Öffnet sie ihr Haar, schiebt sie es zur Seite und legt sie den Hals frei, dann ist das einschlägigen Flirt-Experten zufolge eine zum Plausch (oder zu mehr) einladende Geste

Lässt sie ihr Haar schneiden, sollten Sie das tunlichst sofort bemerken (nicht nur, weil es so wahnwitzig teuer war). Sie hat Haare auf den Zähnen? Ein Grund mehr, ihr Komplimente für ihre neue Frisur zu machen. Hat sie Haare an den Beinen und unter den Armen, könnte das etwas Politisches sein, also bitte Vorsicht mit Kommentaren! Hat sie Haare zwischen den Beinen, könnten Sie ihr in einer erotischen Spielart helfen, sich davon zu befreien, wenn sie es will. Schlechtester einleitender Satz: "Hey, Schatzi, wollen wir mal zusammen deine Pussy rasieren?" Siehe auch: Intimrasur.

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G: G-Punkt, der

Sehen Sie die Frau mit der Augenbinde? Die sucht ihn. Hören Sie das Gezeter in der Ferne? Das sind die Gelehrten, die immer noch darüber streiten, ob es ihn gibt

Wir bedauern an dieser Stelle alle Frauen, die offenbar keinen G-Punkt ihr Eigen nennen und verweisen zum Trost auf den Buchstaben K wie Klitoris. Sollten Sie an eine Frau geraten, die weiß, dass sie einen hat, wird sie Ihnen sicher gern zeigen, wo Sie ihn finden. Sie weiß es selbst nicht? Helfen Sie ihr – hören Sie auf unser G-Punkt-Navi! Etwa 5 Zentimeter hinterm Scheideneingang, an der Vorderwand der Scheide, also zur Bauchdecke hin, direkt hinter dem Schambein nach oben abbiegen. Andere Lagebeschreibung: im Gebiet um die Harnröhre (Radius: etwa 1 Zentimeter), die parallel zur oberen Vaginawand verläuft. Der gesuchte Bereich fühlt sich im Vergleich zu dem übrigen Gewebe ein wenig rauer oder härter an. Gefunden? Wie sagt das Navi: Sie haben Ihr Ziel erreicht.

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G: Gang-Bang, der

(v. engl. gang: Bande, und to bang (vulg.): penetrieren)

Von allen sexuellen Fantasien aller Frauen ist das sicher eine der weniger häufigen. Vom sportlichen Interesse mal abgesehen (wie viele Männer pro Tag pro Frau gehen denn so?) versteht auch bei uns keiner so recht, was Männer (auch jene, die sich das Gemetzel auf DVD anschauen) daran finden. Denken Sie doch nur mal daran, wie es nach einer Stunde Gang-Bang in einem Raum riecht!

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G: Gehirn, das

Im Wettstreit um das größte Sexualorgan des Menschen liegen Frauen und Männer gleichauf: Das Gehirn ist der Versammlungsort sämtlicher schmutzigen Fantasien

Es ist bei Frauen immer etwas kleiner und leichter als bei Männern (rund 100 Gramm weniger als bei einem Mann von gleicher Körpergröße). Das lässt aber keine Rückschlüsse auf die Intelligenz zu, in entsprechenden Tests schneiden Frauen gleich gut ab. Das Sexkino im Kopf zu aktivieren, ist bei Männern recht einfach (siehe Fotos), bei Frauen etwas schwieriger. Ihr Problem? Nein, denn zweifellos ist es der beste Weg zu tollem Sex, ihre Fantasien zu kennen – und sie möglichst wahr werden zu lassen. Die ebenfalls vorkommenden Fantasien "Sex mit einem Prominenten" und "Sex mit mehreren Männern" lassen wir Ihnen zuliebe außen vor. Überhaupt müssen Sie weg von diesem Schablonendenken! Häufig haben sexuelle Fantasien von Frauen weniger mit konkreten Bildern zu tun als mit Stimmungen, zum Beispiel:
entspanntes Urlaubs-Feeling, knisterndes Südsee-Gefühl, kuschelige Kaminfeuer-Stimmung, geile Quickie-Laune. Wann und wodurch eine Frau in die eine oder andere Stimmung kommt? Dafür müssen Sie ein Gespür entwickeln. Wichtig ist vor allem, diese Stimmung nicht abreißen zu lassen ("Oh, mein Handy, warte kurz!"), sie nicht zu stören ("Das ist ein sehr teures Hemd, das muss auf den Bügel gehängt werden") oder das Spiel zu unterbrechen ("Sekunde, Schatz, ich bringe eben noch die Kamera in Position!"). Im Übrigen sollten Sie bei der Auswahl Ihrer sexuellen Aktivitäten darauf achten, dass die zur jeweiligen Stimmung passen. Und auch wenn Softpornos gerne etwas anderes suggerieren: Von hinten ist es ganz toll, aber niemals romantisch.

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G: Gleitgel, das

Macht Eindringen jeder Art geschmeidiger und ist darum auch bei Frauen ein sehr beliebtes Hilfsmittel

Aber Vorsicht: Nur weil die Tür leichter aufgeht, haben Sie noch lange keinen "Access all areas"-Ausweis! All das, was Sie so in der Küche finden (Butter, Olivenöl …), eignet sich nicht wirklich. Erstens greift Fett das Latex an, aus dem die meisten Kondome gefertigt sind (Ausnahmen: Kondome für Latex-Allergiker aus Polyurethan und das Femidom). Zweitens hat beim Sex nicht jede(r) gern den Geruch von Bratfett in der Nase. Am besten verwenden Sie ein Gleitmittel auf Wasser-Silikon-Basis, das flutscht gut und lässt Kondome in Ruhe. Sie wollen auch einen Silikon-Dildo benutzen? Dann Finger weg vom Silikon-Gel, denn beides zusammen verträgt sich nicht! Versuchen Sie es in diesem Fall mit einem Produkt auf Wasserbasis. Damit gleitet sich’s nicht ganz so heftig, aber noch ausreichend. Und wo gibt es Gleitmittel zu kaufen? Sie bekommen es in Drogerien und Apotheken.

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Gruppensex, der

Ähnliche Gerüche und Geräusche wie beim Gang-Bang, aber in diesem Fall dürfen die Frauen in gleicher Mannschaftsstärke antreten

Auch dabei gilt der Grundsatz der Freiwilligkeit. Wie viele Frauen sich nur ihren Männern zuliebe an Gruppensex beteiligen, ist statistisch nicht erhebbar. Diversen Umfragen zufolge träumt angeblich jede 3. bis 10. Frau vom Rudelbumsen. Falls Ihre dazugehört, können Sie sich über das Internet auf die Suche nach Gleichgesinnten machen. Oder Sie gehen in einen Swingerclub. Egal, wie Sie es versuchen – lassen Sie immer große Sorgfalt walten, denn es geht um mehr als um einen Skatabend. Wenn sich von Ihnen beiden einer dabei unwohl fühlt, heißt es: ab nach Hause, ohne Wenn und Aber! Auch wenn es sonst zu nichts führt – hinterher wissen Sie wenigstens, wie es da riecht.

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H: HIV, das

Abkürzung für Humanes Immundefizienz-Virus

Früher behaupteten die Dummen, nur Männer könnten es von Männern bekommen. Heute dagegen wissen die Klugen: In Deutschland sind rund 20 Prozent der Aids-Infizierten weiblich. So berichtet es das Robert-Koch-Institut. Weltweit sind 50 Prozent aller Infizierten Frauen oder Mädchen. In Deutschland gibt es etwa 10 000 infizierte Frauen. Für Frauen ist der Kontakt mit HIV-infizierten Männern gefährlicher als für Männer der mit infizierten Frauen. Das Risiko der Übertragung vom Mann zur Frau liegt etwa 2,5-mal höher. Im Sperma ist die Viruskonzentration höher als in der Scheidenflüssigkeit, und Sperma bleibt meist eine ganze Weile in der Vagina. Außerdem ist die große Schleimhautfläche der Scheide äußerst verletzungsanfällig – ein weiteres Einfallstor. Und in der zweiten Zyklushälfte der Menstruation ist das Immunsystem der Frauen geschwächt, für eingedrungene Spermien ist es leichter zu überleben. Schließlich: Während der Periode ist der Gebärmuttermund ein Stückchen geöffnet – ein weiteres Sicherheitsleck! Also, nicht nur um Ihretwillen empfehlen wir dringend: Geben Sie Gummi, Mann!

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H: Heilige, die

Eine Heilige soll die Frau sein, und auch eine Hure

Und eine gute Köchin. Und Tochter reicher Eltern, Schönheitskönigin, perfekte Mutter, charmant und klug, witzig und redegewandt – aber bloß nicht vorlaut! Hey, was gucken Sie denn so verträumt? Das war ironisch gemeint! Zum Glück sind die Ansprüche der Frauen an die Männer neuerdings mindestens genauso hoch: Rebellen sollen wir sein und gleichzeitig Bausparer, einsame Wölfe und Familienväter, Rocker und Schwiegersöhne und was noch alles (siehe Kolumne in diesem Heft). Nennen wir das Ganze – in jeder Hinsicht – ein Unentschieden.

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Heterosexualität, die

Kein Mensch weiß, was in ihnen schlummert

Aber zumindest nach außen hin leben etwa 9 von 10 deutschen Frauen heterosexuell.

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Hormon, das

Hormone make the world go round

Plump gesagt: Männer haben mehr Androgene (das bekannteste davon ist sicher das Testosteron), Frauen mehr Östrogene, Gestagene und andere, deren komplizierte Namen wir Ihnen ersparen. Festzuhalten bleibt, dass es unsinnig ist, zwischen männlichen und weiblichen Hormonen zu unterscheiden. Zwar sind die Hormone für die Ausprägung bestimmter Geschlechtsmerkmale entscheidend; allerdings geht es da um Mengenverhältnisse und darum, wie der Körper auf die Hormone reagiert. Kurz gesagt: Auch Frauen haben Testosteron im Körper. Um die Verwirrung komplett zu machen: Östrogene entstehen durch die Umwandlung von männlichen Geschlechtshormonen. War das etwa mit der Geschichte gemeint, Gott hätte Eva aus Adams Rippe geklont? Verrückte Welt!

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H: Hörigkeit, die

Ganz alte Geschichte: "Die Frau macht alles für den, die ist dem hörig."

Gibt"s das? Klar! Das Prinzip liegt schließlich auch unserer romantischen Auffassung von Liebe zu Grunde. "Ich tu alles für dich" ist ja ein nicht ungewöhnlicher Liebesschwur. Schwierig wird es, wenn die Abhängigkeit einseitig überhand nimmt und die andere Seite das ausnutzt. Gibt’s das auch bei Männern? Aber wie! Denken Sie nur mal an das klassische Beispiel von dem reichen älteren Herrn, der einer jungen Geliebten mit Haut und Haaren verfällt – und davon ein Lied singt: "Sexääää, was hast du bloß aus diesem Mann gemacht?"

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I: IQ, der

Abkürzung für Intelligenzquotient

Frauen sind intelligenter als Männer. Denn sie vertreiben sich die Zeit mit wichtigeren Dingen als mit Studien darüber, welches Geschlecht den höheren IQ hat. Die werden zumeist von Männern durchgeführt. Und kommen dann zu nur schwer anfechtbaren, aber auch schwer belegbaren Ergebnissen. Eine Studie aus dem Jahr 2005 behauptet, bei Menschen mit einem IQ von über 130 komme auf 3 Männer 1 Frau, bei einem IQ von 145 und darüber liege das Verhältnis bei 5,5 zu 1 für die Männer. Demgegenüber seien Frauen gewissenhaftere und effizientere Arbeiterinnen. Eine andere Studie aus dem Jahr 2007 besagt, dass unter den intelligentesten Menschen (etwa 2 Prozent der Bevölkerung) das Männer-Frauen-Verhältnis bei 2 zu 1 liegt. Es zeigte sich aber auch, dass bei den dümmsten 2 Prozent die Männer ebenfalls klar in Führung liegen. Betrachtet man die versammelte Männlichkeit als Team, gleicht sich beides aus – und damit liegen die Frauen wieder vorn.

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I: Intimrasur, die

Die schmerzhafteste Form der Körperpflege ist wohl der Full Brazilian: Dabei wird der Frau die gesamte Intimbehaarung mit Heißwachs entfernt

Neben der Glatze gibt’s diverse Frisuren: Mal bleibt ein kleines Dreieck, mal ein Streifen, mal nur ein Punkt Haare übrig. Auch wenn die Ursprünge der Schrittfrisur in westlichen Gesellschaften mit Bikini-Zonen zu tun haben – also damit, was die Badekleidung verhüllt oder zeigt –, heißt das nicht, dass nur rasiert wird, wo es Bikinis gibt. Im Nahen Osten und in Indien gilt die Entfernung der Intimbehaarung schon seit Langem als Mittel der Hygiene. Warum auch immer sie den Schnitt im Schritt will: Raten Sie ihr, es vom Profi machen zu lassen – macht aua genug.

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I: Intimschmuck, der

Wie so etwas aussieht, wissen Sie oder können Sie sich im Internet ansehen

Wie weh so etwas tut, kann ein Mann, der kein Penispiercing sein Eigen nennt, wohl kaum nachvollziehen. Also, warum tun die sich das an? Weil es schön aussieht, sagen die meisten. Weil es einen zusätzlichen Kick beim Sex gibt, behaupten andere. Die beliebtesten Stellen für ein Genitalpiercing sind bei Frauen die Brustwarzen, die inneren und die äußeren Schamlippen sowie die Klitoris. Ach ja, was Sie unbedingt bedenken sollten: Falls Ihre Angebetete sich eines schießen lassen will, müssen Sie in den nächsten Monaten auf gemeinsamen Sex verzichten – es besteht Entzündungsgefahr! Vielleicht doch lieber nur ein tief sitzendes Bauchkettchen?

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J: Ja, das

Frauen sagen es immer später auf dem Standesamt (29,8 Jahre), aber immer früher zum ersten Mal Sex (16,9)

Immerhin gaben in einer kürzlich veröffentlichten Studie 70 Prozent aller 20- bis 35-Jährigen an, irgendwann mal heiraten zu wollen.

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J: Jungfrau, die

An das Sternzeichen (24. August bis 23. September) denkt dabei kaum jemand

Der Begriff funktioniert in erster Linie als Bezeichnung für Menschen, die noch keinen Sex hatten – interessanterweise für Männer wie für Frauen (einen modernen männlichen Begriff wie früher Junker oder Hagestolz gibt’s nicht). Längst ist es nicht mehr üblich, mit dem Sex bis zur Hochzeitsnacht zu warten – lediglich 3 Prozent aller Deutschen sparen sich den ersten Sex bis dahin auf. Sogar 90 Prozent der ansonsten doch so prüden Amerikaner haben bereits vor der Ehe rumgesext. Bei Angehörigen von Kulturen, in denen es üblich ist, dass die Frau unberührt in die Ehe geht (und wo Verwandte nach der Hochzeitsnacht das Bettlaken auf Blutspuren absuchen), kann vom Chirurgen durch eine so genannte Hymenrekonstruktion das Jungfernhäutchen repariert werden. Das kostet, je nach Anbieter, zwischen 500 und 3000 Euro. Billiger als so ein Eingriff ist die Erkenntnis, dass das Häutchen auch durch Tampons oder Sport gerissen sein kann.

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K: Kamasutra, das

Im Film "Fight Club" (USA, 2000) sagt Tyler Durden (Brad Pitt): "Das ist kein Sex, das ist Sportficken", und streift sich dabei einen Gummihandschuh über

Er meint damit nicht das annähernd 2300 Jahre alte Kamasutra. Und doch wird dieses heute oft so verstanden: als Anleitung zum erotischen Turnen. Was wohl an den bildlastigen Publikationen neueren Datums liegt. Dabei ist es weit mehr. Das Kamasutra befasst sich nicht nur mit dem Sex in einer Partnerschaft (das allerdings sehr ausführlich), es regelt auch die Partnerwahl, das Eheleben, sogar den Genuss von Drogen. Dieser LebenshilfeRatgeber ist nicht gerade frauenfreundlich. Die Frau erscheint als hübsches, unschuldiges, leidensfähiges, machtloses Weibchen. Immerhin räumt das Kamasutra der Frau beim Sex ein, gelegentlich in die "Rolle des Mannes" zu schlüpfen, also beim Sex oben zu sein. Für die vorchristliche Zeit ein absoluter Höhepunkt der Emanzipation. Tyler Durden würde fragen: "Ist das jetzt Politficken?"

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K: Keuschheit, die

Um die Keuschheit einer Frau zu bewahren, ersannen Männer in der frühen Neuzeit (um das Jahr 1400) den Keuschheitsgürtel, quasi eine metallene Unterhose mit Schloss

Es ist wohl eine Legende, dass Ritter diese Vorrichtungen ihren Frauen anlegten, während sie sich auf einen Kreuzzug begaben. Diese Raubritter-Gruppenreisen dauerten mehrere Jahre – allein aus hygienischen Gründen wäre es Irrsinn gewesen, den Unterleib einer Frau so lange zu verrammeln. Das Bild von einem chauvinistischen Zwangsinstrument ist so nicht aufrechtzuerhalten. In einigen Fällen diente der Blechgürtel dazu, Jugendliche an der Selbstbefriedigung zu hindern oder die Frauen vor Vergewaltigungen zu schützen. Vielleicht jedoch war er – wenn er denn überhaupt zur Anwendung kam – schon immer das, was er heutzutage in BDSM-Kreisen ist: eine erotische Spielerei.

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K: Klitoris, die

Sie hat viele Namen (Klit, Kitzler, Lustknopf), aber nur einen Sinn: ihrer Besitzerin Lust zu bereiten

Der sichtbare Teil des weiblichen Lustzentrums befindet sich an der vorderen, umgeklappten Falte der kleinen Schamlippen. Vielleicht haben Sie schon davon gehört: Die Klitoris ist im wahrsten Sinne der entscheidende Punkt beim weiblichen Orgasmus. Was Sie dafür damit anstellen müssen, das fragen Sie am besten die Frau Besitzerin. Oder Sie tasten sich gaaanz langsam an das Objekt heran – also keinen Frontalangriff im Knet- und Grapschmodus fahren! Besser: leicht mit dem Finger (oder der Zunge) antippen, die Hand auflegen oder mit einem Finger sanft umkreisen. Manche Frauen mögen es auch, wenn man ihre Klitoris leicht übers darunterliegende Gewebe flutschen lässt. Und es soll sogar Frauen geben, die einen kleinen Klaps auf ihr Allerheiligstes ganz geil finden. Aber Vorsicht! Denn wie wir weiter oben schon mal erwähnt haben: Es soll auch Männer geben, die sich an ihrem Hodensack unter die Decke hängen lassen.

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K: Krankheiten, die

Nein, nicht um Leiden allgemeiner Art geht es hier, sondern um sexuell übertragbare Krankheiten, kurz: STD, volkstümlich: Geschlechtskrankheiten

Klingt wie ein Märchen: Es lauern viele böse Feinde – Aids, Chlamydien-Infektion, Feigwarzen, Herpes genitalis, Lymphogranuloma inguinale, Mykoplasmen-Infektion, Syphilis, Trichomoniasis, Tripper, weicher Schanker. Alle lassen sich durch eine einzige Waffe abwehren: K-O-N-D-O-M-E. Seien Sie ein Held, in Ihrem und ihrem Interesse.

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K: Kuss, der

Die Lustzentren der Frau (G-Punkt, Gehirn, Klitoris) hatten wir schon. Aber damit in Ersterem ein Film zu laufen beginnt und Sie an die anderen überhaupt herangelassen werden, muss ein Subprogramm aktiviert werden

Warum wohl ist das Küssen die von Prostituierten am häufigsten verweigerte Leistung? Ein Kuss ist aus Sicht der Frau eine der intimsten und erregendsten Handlungen, zu denen ein Mensch überhaupt fähig ist. Sind Sie es? Zur Sicherheit: Dies sind die 3 häufigsten Fehler, die Männer beim Küssen machen.

  1. Viel zu schnell alles wollen. Wenn Sie in unbekanntem Gewässer baden möchten, springen Sie dann kopfüber hinein? Eben. Also, rammen Sie der Frau Ihrer Träume nicht gleich Ihren Leckbolzen in die Kehle. Versuchen Sie’s mal zart saugend, tastend.
  2. Zu früh genug haben. Kennen Sie diesen irritierten Blick, den sie oft hat, nachdem Sie sich geküsst haben? Der meint nicht: "Wow, ein toller Typ!" Der bedeutet: "He, hierbleiben! Warum hörst du schon auf?" Und auch das Ende des Vorspiels ist nicht gleichbedeutend mit dem Ende aller Küsse. 3. Zu viel rumkaspern. Zunge weg von ihren Zähnen, ihrem Gaumen, ihrem Zahnfleisch! Der Basic Stuff reicht völlig aus.

Das große Lexikon der Frau
Unser Lexikon besteht aus vier Teilen. zwei sind bereits erschiennen, das nächste erscheint in der November-Ausgabe von Men's Health am 14. Oktober 2009.

 
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