Wenn's juckt und schlimmer: Geschlechtskrankheiten von Herpes bis AIDS

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Die große weite Welt kann so einem kleinen Würstchen ganz schön gefährlich werden. Deshalb sollten Sie ihn beschützen. Hier haben wir die gängigsten Geschlechtskrankheiten von Herpes bis AIDS aufgeführt

Es klingt nach der Typenbezeichnung für einen Sportwagen: STD. Es ist aber das Expertenkürzel für „Sexual transmitted deseases“ – sexuell übertragbare Krankheiten. Wer meint, nach dem Auftauchen von Aids hätten sich die anderen Geschlechtskrankheiten respektvoll zurückgezogen, irrt: Es gibt sie noch und überall. Allen gemeinsam ist, dass das Fehlen sichtbarer Symptome am Beginn der Krankheit ihre Erkennung erschwert.

HERPES

Symptome: Herpes Typ I (früher auch als labialis bezeichnet) kommt normalerweise an den Lippen, Typ II (genitalis) im Intimbereich vor. „Heute weiß man, dass beide Herpes-Arten auch an jeweils beiden Stellen auftreten können“, erläutert Dr. Eva Thoma-Greber, Spezialistin für sexuell übertragbare Krankheiten an der Hautklinik der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Auch die Symptome sind gleich: kleine Bläschen sowie ein brennender und stechender Schmerz an den betroffenen Stellen. Im Genitalbereich werden die Bläschen oft sehr schnell aufgerieben.

Ansteckung: Schätzungen zufolge sind bis zu 90 Prozent der Bevölkerung mit Herpes infiziert. Bei manchen bricht die Krankheit nie aus, bei anderen im Abstand von wenigen Wochen immer wieder. Die Infektion erfolgt über Hautkontakt zu den akut befallenen Stellen. Kondome schützen nicht zuverlässig. Eine Ansteckung über Gläser oder Bestecke kann nicht völlig ausgeschlossen werden, ist aber eher theoretisch (wenn man es unmittelbar nach einem akut Erkrankten benutzt).

Behandlung: Bei begrenztem Lippenherpes reicht es oft, eine desinfizierende Salbe oder eine mit dem Wirkstoff Aciclovir aufzutragen. Bei häufigem oder groß- flächigerem Ausbruch muss die Substanz innerlich angewendet werden. Zusätzlich wird die befallene Region antiseptisch behandelt, um eine bakterielle Zweitinfektion zu vermeiden. Wenn es Sie erwischt, sollten Sie – wie übrigens bei jeder sexuell übertragbaren Krankheit – den Arzt um die Fahndung nach anderen Geschlechtskrankheiten bitten, falls er es nicht ohnehin selbst vorschlägt. Unter Experten gilt: Eine kommt selten allein.

Sonst noch was? Ganz wird man die Herpesviren niemals los; immer wenn das Immunsystem angeschlagen ist, können die Bläschen wiederkommen. Bei manchen reicht dafür schon ein Sonnenbrand. Sobald das charakteristische Stechen in der Haut auftritt, sind Küssen und vor allem Sex absolut verboten, auch mit Kondomen. Ein Impfstoff ist bisher nicht in Sicht, sagt Professor Sawko Wassilew von der Uni Düsseldorf.

GONORRHÖE (auch: Tripper)

Symptome: Zwei bis fünf Tage nach der Ansteckung mit Gonokokken (s. Foto) tropft aus dem Penis eine gelb-weiße Flüssigkeit, und beim Pinkeln brennt es. Auch bei der Frau kann eitriger Ausfluss auftreten, das fällt aber oft weniger auf. Unbehandelt verschwindet dieser Fluor nach einigen Wochen wieder, die Infektion „steigt auf“ und befällt beim Mann Prostata und Nebenhoden. Dann ist Tripper schwerer zu diagnostizieren. Man kann sich auch anal sowie oral anstecken. Bei analer Gonorrhöe sind die Symptome wenig typisch, in vielen Fällen wird zunächst ein Ekzem vermutet. Von der oralen Gonorrhöe merkt ein Betroffener kaum etwas, sie ist aber trotzdem ansteckend.

Ansteckung: Durch intime Kontakte. Kondome schützen zuverlässig. Eine Ansteckung über gemeinsame Handtücher oder Klobrillen ist äußerst selten, aber denkbar.

Behandlung: Bei Verdacht auf Tripper wird ein Abstrich gemacht. Als Therapie bei der unkomplizierten frühen Form reicht zumeist die einmalige Gabe von Antibiotika.

Sonst noch was? Bis zur Heilung abstinent bleiben und die Sexualpartner informieren. Außerdem sollten Sie unbedingt nach vier bis zehn Tagen eine Kontrolluntersuchung machen lassen, denn die Erreger können gegen das Medikament resistent sein.

AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome)

Symptome: Drei bis acht Wochen nach der Ansteckung können Fieber, Durchfall, Hautausschläge, grippale Beschwerden und auch Lymphknoten- schwellungen auftreten. Die eigentliche Krankheit bricht erst nach Jahren aus. Dann ist das Immunsystem durch das HI-Virus so weit geschwächt, dass Infektionen aller Art sowie bestimmte Krebsarten wie das Kaposi-Sarkom leichtes Spiel haben. Erstes Anzeichen ist oft eine Pilzerkrankung des Mundes (Soor).

Ansteckung: Durch Scheidenflüssigkeit, Sperma, Blut. Kondome schützen zuverlässig. Am gefährlichsten ist ungeschützter Analsex, weil dabei häufig kleine Verletzungen entstehen, über die das Virus den Körper leichter entern kann. Auch Oralsex ist nicht ungefährlich. Ansteckung beim Küssen oder über gemeinsam benutztes Besteck ist nicht möglich, durch infiziertes Sexspielzeug, Rasierklingen und ärztliche Instrumente dagegen schon. Ungefährlich: der Stich einer Mücke, die zuvor an einem Infizierten gesaugt hat. „Das Virus kann sich in Mückenzellen nicht vermehren, da diesen der entsprechende Rezeptor fehlt“, sagt Professor Lutz Gürtler von der Uni Greifswald. „Und die am Stechrüssel haftende Blutmenge reicht nicht aus für eine Infektion.“

Behandlung: Ab der zweiten Woche nach der Ansteckung lassen sich Antikörper im Blut aufspüren. Sicher ausschließen kann man eine Infektion erst nach drei Monaten. Der Test wird grundsätzlich wiederholt, um Falschdiagnosen auszuschließen. Wer HIV-positiv ist, kann sofort mit der Medikamenten- Einnahme beginnen, muss es aber nicht. „Das hängt vom Zustand des Patienten ab“, so Thoma-Greber. Um diesen einzuschätzen, ermittelt man mindestens alle drei Monate die Viruslast und die Zahl der CD4-Zellen im Blut. Das sind die Immunzellen, die von den HI-Viren zerstört werden. Die Therapie umfasst immer drei oder vier Präparate, die die Viren in Schach halten sollen. Welche Kombination ausgewählt wird, hängt davon ab, wie sie der Patient verträgt und ob sie bei ihm wirkt. Die Tabletten müssen absolut zeitgenau eingenommen werden (alle acht bis zwölf Stunden) – sonst ist die Wirkstoff-Konzentration zeitweise zu gering, und die Erreger können resistent werden.

Neue Studie: Kürzlich hat eine Harvard-Studie unter Aids-Forschern für Aufsehen gesorgt. Danach schien das Immunsystem die Viren aus eigener Kraft in Schach halten zu können, wenn die Patienten innerhalb der ersten 180 Tage nach der Infektion eine hochaktive antivirale Behandlung (HAART) bekamen. Das Resultat gilt aber noch nicht als hundertprozentig gesichert.

Sonst noch was? „Wenn man HI-Viren ausgesetzt war, scheint die sofortige Medikamenten-Einnahme das Ansteckungsrisiko deutlich zu verringern. Darauf deuten Erfahrungen mit medizinischem Personal hin, wenn sich jemand beispielsweise mit einem kontaminierten ärztlichen Instrument geschnitten hatte“, sagt Thoma-Greber. Wer einen infizierten Partner hat, sollte sich vom Arzt über die Postexpositionsprophylaxe (PEP) beraten lassen – falls zum Beispiel mal ein Kondom reißt. Aber: Die bloße Angst nach einem One-Night-Stand genügt nicht für ein Rezept. Außerdem hat das Ganze auch schwere Nebenwirkungen.

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