Das große Lexikon Frau Teil 3: Von L wie lesbisch bis R wie rothaarig

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Oder lieber eine Sauerei? Band 3 unseres Lexikons zeigt, was sie so hält von 69, Orgie oder Quickie

L: Lesbisch

Frauen fragen immer, warum sich Männer so gerne Lesben-Pornos anschauen. Männer antworten oft: "Wer will schon andere Typen beim Sex sehen?"

Es gibt kein belastbares Zahlenmaterial darüber, wie viele Frauen ausschließlich homosexuell leben. Schätzungen gehen von Zahlen knapp unter oder über 1 Prozent aller Frauen aus. Das interessiert Sie aber auch nicht, oder? Sie wollen nur 3 Dinge wissen: Sehen die gut aus? Kann man da zuschauen? Machen die mal eine Ausnahme und tun es parallel mit einem Kerl? Dazu haben wir nun leider wirklich keine Zahlen.

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L: Libido, die

Folgt man dem alten Professor Sigmund Freud, ist L. schlicht Bock auf Sex

Hält man es mit seinem Schüler und Kritiker Carl Gustav Jung, ist sie Bock auf alle möglichen Dinge. Wir richten uns nach Freud. Die Libido als Sexualtrieb ist individuell verschieden ausgeprägt – und recht launenhaft. Im 4-Phasen-Modell der Sexualwissenschaft ist die Libido nur der 1. Teil, die Phase des sexuellen Begehrens.

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L: Liebeskugel, die

In ihrem Hämorrhoiden-Roman "Feuchtgebiete" empfiehlt Charlotte Roche als Bio-Variante Avocadokerne

Es bleibt jeder Frau selbst überlassen, ob sie das ausprobiert. Der Effekt der L. wird von ihren Fans hoch gelobt. Es gibt verschiedene Varianten der L. Das Prinzip ist jedoch meist ähnlich: 2 bis 3 größere Kugeln aus Metall oder Kunststoff (mit Durchmessern von 3 bis 5 Zentimetern), in denen jeweils kleinere Kugeln aus einem schweren Metall enthalten sind. Nachdem die Kugeln vaginal eingeführt wurden, schwingen die kleineren Kugeln in den großen umher. Die Schwingungen erzeugen luststeigernde Empfindungen. Nein, meist hört man es nicht beim Gehen klingeln. Zumindest nicht als Außenstehender.

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L: Lolita, die

Bevor Sie das nächste Mal eine mädchenhafte Schönheit mit "Hey, Lolita!" anquatschen, machen Sie sich bitte mit den Grundzügen von Vladimir Nabokovs Roman (1955) gleichen Namens vertraut

Darin beginnt ein pädophiler arbeitsloser Akademiker ein sexuelles Verhältnis mit seiner Stieftochter, nachdem er deren Mutter in den Tod getrieben hat. Mal Hand aufs Herz: Das ist nicht gerade ein Kompliment, oder?

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M: Masochismus, der

Frauen sind nicht von Natur aus masochistisch, wie manch einer glaubt

Einige Frauen vielleicht, aber nicht, weil sie Frauen sind. M. ist einfach eine sexuelle Veranlagung, die es Menschen als lustfördernd empfinden lässt, wenn sie gedemütigt werden oder man ihnen Schmerz zufügt. Wie die berühmte Psychoanalytikerin Margarete Mitscherlich bereits vor mehr als 30 Jahren in der "Emma" feststellte, sind "die masochistischen Verhaltensweisen der Frau (...) keine angeborenen ‚typisch weiblichen‘ Charaktereigenschaften". Schließlich gibt es das Verhalten ebenfalls beim Mann. Lustigerweise galt es in früheren Zeiten bei Männern als abartig, bei Frauen hingegen als natürlich. Noch lustigerweise (oder überhaupt nicht lustigerweise) durften in den 40er-Jahren renommierte Psychologen behaupten, der M. als typisch weibliche Eigenart verschaffe Frauen ekstatische sexuelle Freuden. Der absolute Höhepunkt im Leben jeder Frau wäre demnach das Erleben von Geburtsschmerzen, das erotische Highlight schlechthin. Dabei ist der M. nach einem Mann benannt: Der Autor Leopold Sacher-Masoch (1836-1895) schrieb über die Unterwerfung des Mannes unter die Frau und die Lust am Leiden. Also, wer hat's erfunden? Eben. Darauf einen Klaps!

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M: Massage, die

Kurz: die beste, weil bei den meisten Frauen sehr beliebte "Anmoderation" von Sex

Lang: Sie haben die Wahl zwischen Bürstenmassage, Ganzkörpermassage, Gesichtsmassage, klassischer Massage, Lomi Lomi, Reflexzonenmassage (Füße und Hände), rhythmischer Massage, Rückenmassage, Tantra-Massage, Thai-Massage, Unterwasserdruckstrahl-Massage, Yoni-Massage und mehr. Keine Ahnung, wie das alles geht? Na gut. Besorgen Sie sich einfach ein gut riechendes, nicht zu stark fettendes Massageöl im Bio-kosmetikladen und fangen Sie mit den Schultern an (nicht zu fest kneten!). Tasten Sie sich den Rücken hinunter – die Arme nicht vergessen – und warten Sie ihre Reaktion ab. Sie wird Ihnen schon zeigen, wo sie noch angefasst werden will.

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M: Menopause, die

Streng genommen keine Pause, sondern das Ende – nämlich der weiblichen Fruchtbarkeit

Danach kann eine Frau auf natürlichem Weg keine Kinder mehr bekommen. Die Eier haben ausgesprungen. Die M. tritt bei den meisten Frauen zwischen dem 40. und 55. Lebensjahr auf. Was heißt das für Sie? Dass Frauen nach der M. nicht mehr ihre Tage bekommen und darum vielleicht oft entspannter sind. Und: dass Sie Sharon Stone womöglich ohne Gummi vögeln können.

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N: Nachspiel, das

Für die meisten Männer ist das N. ein Angstthema: "Oh Gott, wie soll ich denn dann in dem Zustand noch etwas machen?"

Keine Sorge, es geht vornehmlich darum, etwas nicht zu machen, nämlich möglicherweise a) sich umzudrehen und einzuschlafen, b) aufzustehen und abzuhauen oder c) das Stellungstäfelchen zu zücken und die 2. Runde einzuläuten. Liegen Sie einfach ruhig da, nehmen Sie Ihre Mitkämpferin in den Arm, sagen Sie etwas Nettes. Nein, niemals: "Hast du eine Ahnung, wo die Fernbedienung ist?"

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N: Nacktheit, die

Die weibliche N. ist das optische Thema der westlichen Zivilisation

Fernsehen, Internet, Zeitschriften sind voll davon. Auch diese hier. Warum? Nun, "sex sells", heißt die Formel, und Männer haben traditionell mehr Geld auszugeben. Jüngere Studien zeigen jedoch, dass auch Frauen auf nackte Haut in der Werbung positiv reagieren. Auf männliche Haut, natürlich. Wenn Frauen in puncto Einkommen weiter aufholen, dann wird es auch mehr Davidoff-Männer geben. Dadurch wird die Welt zwar im feministischen Sinne gerechter – aber auch gefährlicher. Denn wie eine andere Studie zeigt, lässt die Darstellung von Nacktheit Menschen tatsächlich kurzfristig "erblinden". Dieses Phänomen nennt man "emotionsinduzierte Blindheit". Sprich: Nackte Haut zieht für eine Zeitspanne von ungefähr 200 bis 500 Millisekunden sämtliche Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich. Andere Reize kommen nicht durch. So viel zu Nacktheit in der Werbung, vor allem auf großflächigen Plakaten an der Autobahn.

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N: Neue, das

Die meisten Frauen probieren beim Sex gerne mal etwas Neues, sie bereiten sich darauf aber lieber in Gesprächen vor

Meist haben sie es nicht so gern, wenn man sie einfach in einer völlig abgedunkelten Wohnung gänzlich unvorbereitet mit etwas Neuem empfängt. Vor allem, wenn es den Einsatz von Stahlschellen, Kerzenwachs oder Klistieren beinhaltet. Bessere Chancen, sie positiv zu überraschen, haben Sie mit 300 Kerzen, klassischer Musik, ausgestreuten Rosenblättern und einem Bad mit Massage. Oder einfach beim Sex mit dem Satz: „Willst du auch mal nach oben?“

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N: Neunundsechzig, die

Die auch als Kopf-an-Fuß-Stellung bekannte Sexposition ist einerseits sehr praktisch für die gleichzeitige Ausübung des Oralverkehrs und wegen ihrer Innigkeit bei einigen Frauen beliebt

Da ist dann für jeden was dabei. Andererseits gelingt es nur mit ausgeklügelter Spiegeltechnik, sich dabei gegenseitig in die Augen zu sehen – oder überhaupt etwas vom anderen zu sehen als Geschlechtsteile und Beine. Sowohl für den eher optisch orientierten Mann als auch für eine eher romantisch denkende Frau ist die 69 daher nicht die absolute Glückszahl. Meist bleibt sie ein Zwischenstopp, ein Intermezzo, bei dem vorzugsweise er unten liegt, um kein durch einen Kontrollverlust des Mannes ausgelöstes Spontan-Erbrechen der Frau zu provozieren.

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N: Nymphomanie, die

Ein Mann, der Sex mit vielen Frauen hat, ist ein Don Juan. Eine Frau, die Sex mit vielen Männern hat, ist eine Nymphomanin

Besser kann man die traditionelle Unterschiedlichkeit in der Wahrnehmung der Geschlechter kaum auf den Punkt bringen. Zum Glück hat sich da einiges verändert. Fakt ist aber: Männer wie Frauen können süchtig nach Sex werden. Man spricht auch geschlechtsneutraler von Erotomanen. Der Grund für die hohe Sex-Frequenz ist nicht unbedingt größere Triebhaftigkeit, sondern sie resultiert meist aus einer Ersatzhandlung: Weil sie Liebe nicht zulassen können oder wollen, suchen diese Menschen die Nähe im Sex. Was nicht glücklich macht, aber guten Stoff abgibt für Porno-Drehbücher. Aus denen Sie natürlich kein Stück Ihres profunden Wissens über N. haben, nicht wahr?

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O: Obszönität, die

Vorsicht mit derber Sprache! Nur weil sie nackt unter Ihnen liegt, heißt das nicht, dass Sie auch sprachlich alle Hüllen fallen lassen sollten

Es bedarf vorheriger Absprache, welche Worte erlaubt sind für das, was Sie da machen oder womit Sie es machen. Wenn sie natürlich ganz von sich aus anfängt, wie ein triebgeladener Bauarbeiter zu fluchen, sollten Sie schon ein wenig mitmischen. Kleiner Tipp: Egal, was sie zu Ihnen sagt, fangen Sie niemals an, sie zu beschimpfen. Werden Sie nie persönlich – nur obszön.

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O: Oralsex, der

Über das Basiswissen verfügen Sie vermutlich schon: er bei ihr = Cunnilingus. Sie bei ihm = Fellatio

Beide am Po = Anilingus. Umgangssprachlich: Blasen und Lecken. Aber wussten Sie auch, dass das Trinken von Ananassaft Ihr Sperma süßer schmecken lässt? Übrigens: Eine Studie hat gezeigt, dass nur eine einzige Akupunktur-Nadel den Würg-Reflex erfolgreich unterdrücken kann. Das ist die gute Nachricht. Und die schlechte: Die Nadel muss in einen Akupunktur-Punkt genau zwischen Unterlippe und Kinn gestochen werden. Nein, wie dumm aber auch!

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O: Orgasmus, der

Über den O. der Frau wurden ganze Bücher publiziert

Zuletzt "Ich komme, wann ich will!" von Rachel Swift, Piper-Verlag, etwa 9 Euro. In Kürze: 1. 99,99 Prozent aller weiblichen Orgasmen involvieren die Stimulation der Klitoris. Selbst beim vaginalen O. gehen Experten davon aus, dass die (etwa 11 Zentimeter lange und daher auch innerlich stimulierbare) Klitoris involviert ist. 2. Die (sichtbare Spitze der) Klitoris finden Sie vorne an den kleinen Schamlippen – oder unter "K" in Band 2 unseres Lexikons. 3. Ehrgeiz ist kein gutes Hilfsmittel. 4. Je erfahrener die Frau, je eingespielter das Team und je entspannter die Atmosphäre, desto O. Mehrfache Orgasmen während eines Akts sind möglich, aber auch hier gilt Punkt 3.

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O: Orgie, die

Spätestens seit Erscheinen des Bestsellers "Das sexuelle Leben der Catherine M." (Goldmann-Verlag, um 9 Euro) lässt sich nicht mehr leugnen: Auch Frauen nehmen ohne Zwang am Rudelbums teil

Viele tun aber nur ihren Männern einen Gefallen. Sollte eine Frau in Erklärungsnot geraten, warum sie "da nicht mehr mitmacht", könnte sie historisch argumentieren. Ursprünglich war die Orgie ein religiös motiviertes Fest, das durch Ausschweifungen gekennzeichnet war, aber nicht unbedingt sexueller Art. Eher ein Fress- und Saufgelage. Gut, bei den Römern kam ab und zu die Verführung junger Frauen dazu. Die O. im Sinne von Frau M. gibt es aber begrifflich erst seit dem 18. Jahrhundert.

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O: Ovulation, die

Klingt kompliziert, passiert aber – bei den meisten Frauen – jeden Monat und ganz von selbst

Nichts anderes als der Eisprung, bei dem eine Eizelle aus den Eierstöcken der Frau ausgestoßen wird und auf Befruchtung wartet. Dafür müssten Sie nun tatsächlich etwas tun – aber nichts, was Sie nicht gerne täten.

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P: Partnertausch, der

Warum sollten Sie etwas tauschen, wenn es funktioniert?
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P: Penisneid, der

Haben Sie Busenneid? Nein? Gut

Zu Sigmund Freuds These, dass alle Mädchen irgendwann zwischen 3 und 5 Jahren aus der Beobachtung der anatomischen Unterschiede zwischen Mann und Frau die unbewusste Vorstellung entwickeln, sie seien kastriert worden, gibt es ebenso wenig Belege wie Beweise für das Gegenteil. Wir möchten dazu Folgendes sagen: Wir wissen, dass eine Menge Frauen einen Penis wollen. Aber sie wollen nicht, dass er bei ihnen angewachsen ist, und sie geben ihn nach Gebrauch gerne zurück. Das klingt doch nicht nach Neid, oder?

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P: Periode, die

Die Bibel sagt: Strafe fürs Naschen am Apfel

Die Biologie sagt zur Menstruation "die bei der geschlechtsreifen Frau in etwa 28-tägigen Abständen auftretende Blutung aus der Gebärmutter" (dtv-Lexikon). Mancher Mann sagt: Bis zur Menopause (s. o.) der Dreh- und Angelpunkt des monatlichen Stimmungsbarometers einer Frau, einer Beziehung, einer Familie. Ein wenig nutzloses Wissen über die P.: Die ausgeschiedene Blutmenge beträgt im Schnitt etwa 60 Milliliter – aber auch mehr als 200 Milliliter sind möglich. Zu viel Blut heißt fachsprachlich Hypermenorrhöe, mit auffällig wenig Blut heißt sie Hypomenorrhöe. Kommt sie zu oft, heißt das Polymenorrhöe. Ist sie eher selten, spricht man von Oligomenorrhöe. Eine ausbleibende Blutung heißt Amenorrhöe. Tipp: Führen Sie Buch über die P. Ihrer Partnerin. So werden Sie nie wieder vom Gewitter überrascht. Zudem hilft der Kalender, wenn Sie (noch) keine Kinder wollen: Etwa 2 Wochen nach Beginn der Regelblutung kommt die so genannte fruchtbare Phase. Wenn Sie also keine Lust auf ein Ausbleiben der Blutung aus anderen Gründen haben: Kondome bereithalten! Alles klaröe?

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P: Perversion, die

Längst ist nicht mehr alles pervers, was nicht streng hetero ist und der Fortpflanzung dient

Bei extrem abweichendem sexuellen Verhalten spricht der Mediziner darum nun eher von Paraphilie als von P. Es gibt auch nicht grundsätzlich männliche oder weibliche Perversionen – wobei Vorlieben für passives vaginales Fisting oder Busenbondage naturgemäß keine Männerdomäne sind. Auf Grund einer grundsätzlich anderen Herangehensweise ans Thema Sexualität können Frauen selbstverständlich Vorstellungen und Fantasien entwickeln, auf die Männer meist nicht kommen. Das heißt aber nicht, dass sie pervers sind – und dass Männer nicht grundsätzlich auch darauf kommen könnten oder ihren Spaß daran hätten.

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P: Petting, das

Von englisch to pet: streicheln

Plump gesagt: Sex ohne Reinstecken. Wobei: Finger sind erlaubt. Lustigerweise ist dieser "Bravo"-Begriff im Englischen kaum gebräuchlich, weil er sich vom Wort für das Streicheln von Haustieren ableitet. Aber der Deutsche sagt halt gern: "Nu komm, Muschi-Muschi, kooomm."

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P: Pornografie, die

Frauen schauen Pornos, nicht alle und nicht immer, aber immer mehr

Ein paar Zahlen: 1998 verzeichnete die US-amerikanische Porno-Industrie auf ihren Messen einen Besucheranteil von 10 Prozent Frauen. 2004 waren es bereits 50 Prozent. Der Anteil von Porno-DVD-Konsumentinnen wuchs in diesem Zeitraum von 9 auf 54 Prozent. Schätzungsweise jeder dritte User einer Internet-Porno-Seite ist eine Frau. Ein Fünftel aller Porno-Süchtigen sind Frauen. Einiges bleibt aber konstant: Die meisten Frauen wollen, dass ihnen im Film eine Geschichte erzählt wird, und sei sie noch so dämlich. Sie wollen keine Aneinanderreihung von gynäkologisch wertvollen Nahaufnahmen, sondern auch Gesichter und Kulissen – und die meisten Frauen konsumieren Pornos nicht alleine neben einer Dose Bier und einer großen Packung Taschentücher.

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P: Prüderie, die

In der Teenager-Zeit ein schlagendes Argument, wenn Mädels nach dem Petting nicht so weitermachen wollen wie die Jungs

"Jetzt sei nicht so prüde!" Wenn sich vornehmlich Frauen durch P. hervortun, dann liegt das wohl in erster Linie an Unterschieden in der Erziehung – für Frauen konnte jedoch ein leichtfertiger Umgang mit Sexualität auch schon immer schwerwiegendere Konsequenzen haben. Seit Aids gäbe es auch für Männer mehr Grund zur P., die sich aber nicht flächendeckend eingestellt hat. So war die P. zu ihrer Hochzeit wohl vor allem ein Zeitgeist-Phänomen der frühen Neuzeit, das uns heute als veralteter Begriff begegnet (der aber nichts an Wirkung eingebüßt hat).

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Q: Qualität/Quantität, die

Der Q/Q-Quotient spielt an verschiedenen Stellen der weiblichen Sexualität eine Rolle

Nicht die Größe eines männlichen Penis ist entscheidend, sondern was sein Besitzer damit anstellt. Nicht eine bestimmte Menge (Dauer) von Sex ist wichtig, sondern, wie gut er ist. Nicht die große Zunge leckt gut, sondern die begabte. Nicht viel Sperma befruchtet eine Eizelle, sondern gutes, gesundes Sperma. Nicht die Größe der Eier zählt, sondern dass ein Mann welche hat.

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Q: Quickie, der

In keinem Fall eine bloße Männerfantasie

Für viele Frauen vielleicht eine rein pragmatische Angelegenheit: "Er kommt doch eh immer so schnell – warum also nicht auch hier?" Spaß beiseite: Etwa 60 Prozent der Frauen haben nichts gegen einen Q., wenn die Situation stimmt. Da aber der durchschnittliche Sex vieler Paare ohnehin nicht länger als 13 Minuten dauert, zeichnet sich der Q. vor allem dadurch aus, dass man der Lust spontan nachgeht, an Ort und Stelle, wo es Sie überkommt. An unterschiedlichen Orten gibt es Verschiedenes zu beachten. Aufzug: Fahren Sie nur von „E“ nach „K“? Gibt es eine Stopptaste? Umkleidekabine: Sammelt das Personal gerade die leeren Bügel ein? Stehen Leute Schlange? Küchentisch: Ist das Brotmesser abgeräumt? Flugzeugklo: Tragen Sie einen Helm (Luftlöcher)? Haben Sie genügend Geld auf dem Konto, um die Strafe wegen des Verstoßes gegen die
Beförderungsbedingungen zu bezahlen?

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R: Rache, die

Die alte griechische Gottheit der R. hieß Nemesis

Eine Frau. Die Erinyen oder Furien, eine Gruppe von Rachegöttinnen, waren ebenfalls weiblich. Alles kein Zufall? Wir wollen da nichts unterstellen. Zumindest in Bezug aufs Fremdgehen zeigen Studien ein klares Bild: Da ist die Wut der Frauen größer – und ihre Lust auf Vergeltung. Ungefähr doppelt so viele Frauen wie Männer spüren Hass gegenüber dem Partner, der fremdgegangen ist. Beinahe jede zweite Frau, aber nur jeder vierte Mann will den anderen für einen Seitensprung bestrafen. Fast ein Drittel dieser Frauen lebt ihre Rachegelüste aus – aber nur ein knappes Zehntel der Männer. Also, benehmen Sie sich! Zu spät? Dann achten Sie auf: Nägel im Schuh, Tabasco im Kondom, Fehlen der Kreditkarte im Portemonnaie.

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R: Rauchen, das

Hat hier grundsätzlich nichts zu suchen, stimmt. Aber es macht uns einfach so fertig, dass es auf einschlägigen Porno-Seiten immer noch nackte Frauen gibt, die sich beim R. zusehen lassen

Noch fertiger macht uns die Tatsache, dass es offensichtlich Männer gibt, die so was sehen wollen, ja, die Frauen sogar dabei zuschauen, wenn sie beim Geschlechtsakt an ihrer Kippe nuckeln. Was ist denn das bitte für ein seltsamer Fetisch? Nun, Sie werden lachen: Der Wissenschaftler spricht von Rauch-Fetischismus oder auch Capnolagnia. In einer Ausprägung ist die Lungenkrebs-Lust so groß, dass Leute dabei zusehen wollen, wie andere, vornehmlich Nichtraucher, zum Rauchen gezwungen werden (forced smoking). Was wir gern wüssten: Kriegen diese Männer auch eine Erektion, wenn eine Frau einen tiefen Zug aus einem Kohleofen nimmt? Werden sie spitz, wenn sie ohne Schutzanzug durch die sensiblen Bereiche eines Kernkraftwerks schlendert? Wir bitten alle beteiligten Darstellerinnen inständig darum, nur noch in Nichtraucher-Pornos mitzuwirken!

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R: Reden, das

Im Glauben, dass Frauen mehr reden als Männer und dass Studien dies belegen, sind wohl mehrere Generationen von Männern aufgewachsen

Ist aber nur bedingt richtig. Die fast 20 Jahre alten Daten, wonach eine Frau täglich zirka 20 000 und ein Mann nur rund 7 000 Wörter spricht, wurden in Studien ermittelt, bei denen sich die Stimmrekorder willkürlich ein- oder ausschalten ließen. Neuere Untersuchungen mit elektronisch aktivierten Aufnahmegeräten ergaben völlig andere Zahlen: Rechnet man die Stichproben auf einen 17-Stunden-Tag hoch, sprachen die Frauen im Schnitt 16 215 und die Männer 15 669 Wörter. Beide kommen also auf etwa 16 000. Kein Unterschied. Keiner? Doch. Andere Untersuchungen zeigten, dass Männer sogar etwas mehr plaudern können als Frauen, je nachdem, mit wem: Männer reden mehr mit ihrer Frau oder mit Fremden, Frauen mit ihren Kindern, Freunden und Kollegen. Männer sind auch gesprächiger, wenn sie es mit nur einem Gesprächspartner zu tun haben, und weniger redselig gegenüber einer Gruppe von Leuten. Frauen schnacken öfter über Persönliches, was Männer lieber umgehen. Und Männer widersprechen häufiger. Was wir hiermit auch getan haben, und zwar dem Klischee.

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R: Reizwäsche, die

Der Reiz mag vor allem darin liegen, neue Konsumanreize für hübsche, junge, kauffreudige Frauen zu schaffen – beziehungsweise für deren Kerle, die sich wünschen, dass ihre Liebste mal mit Strapsen über sie drüberrutscht

Und wenn schon, dann wenigstens die teuren aus dem Edel-Wäsche-Shop. Aber der Konsumkick hat positive Aspekte. Denken Sie nur an das Selbstvertrauen, das sie durch das Anlegen dieser Nobel-Spitzen gewinnt – und entsprechend zur Schau trägt, sobald die Kerzen brennen und die ersten Klänge des "Bolero" ertönen.

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R: Revolution, die

Die sexuelle R. war eigentlich gar keine, denn niemand erhob einen Machtanspruch und keine Regierung wurde abgelöst

Überhaupt: Was ist revolutionär daran zu tun, was eh alle wollen? Kleiner Scherz. Aber eine Revolution? Nee. Natürlich geschahen in den 60er- und 70er-Jahren sexuell revolutionäre Dinge. Besonders halfen: 1. Das Aufkommen der Anti-Baby-Pille. 2. Das neue, offen repräsentierte Selbstbewusstsein der Frau (die Revolution dazu hatte aber schon Jahrzehnte zuvor begonnen, wenn nicht Jahrhunderte). 3. Eine Reform des bundesdeutschen Sexual-Strafrechts und die damit einhergehende Liberalisierung der Sexualmoral. 4. Die Überpräsenz der Nacktheit in Medien und Öffentlichkeit (wenn auch damals noch eine sehr behaarte Nacktheit).

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R: Riechen, das

Schluss mit Vorurteilen! Frauen riechen am Mann nicht grundsätzlich gerne Moschus, sondern einen Duft, der zum Mann passt

Frauen riechen "da unten" nicht nach Fisch, es sei denn, sie haben eine Infektion oder einen Pilz. Und Frauen riechen auch nicht immer gleich, wie Studien ergaben. Männliche Probanden fanden, dass die Mädels vor allem während der fruchtbaren Phase kurz vor dem Eisprung am angenehmsten rochen. Natürlich wussten die Männer nichts von dem Eisprung. Jaja, clever, die Natur!

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R: Romantic Comedy, die

Ergebnis einer globalen Verschwörung der Filmproduzenten, deren einziges Ziel es ist, mehr Frauen in die Kinos zu locken

Es klappt!

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R: Romantik, die

Ohne R. ist für die meisten Frauen keine Beziehung denkbar

94 Prozent aller deutschen Frauen glauben an die große Liebe. Mehr als die Hälfte der Deutschen glaubt an die Liebe auf den ersten Blick. Drei Viertel der Frauen, die nicht mit ihrem Partner zusammenleben, vermissen in der Beziehung die R. Nur ein Drittel aller Deutschen nutzt regelmäßig SMS für romantische Botschaften.

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R: rothaarig

Nur 6 Prozent der Männer finden rothaarige Frauen anziehend, 3 Prozent würden eine heiraten

Viele Männer sind durch sie geradezu verängstigt. Nicht schlimm: Denn nur etwa 2 Prozent der Weltbevölkerung haben rote Haare. Grund ist eine Veränderung auf dem Chromosom 16, die dazu führt, dass statt Melanin (dunkel) Phäomelanin in Haut, Haaren und Augen angelegt ist. Aber woher kommen die Gedanken über rothaarige Frauen? Wirkt die Zeit der Hexenjagd nach? Viel wird behauptet: Sie seien sexuell aktiver, fordernder – aber auch launisch, hypersensibel, reizbar und treulos. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass es nur die übliche Mechanik des Fremdelns ist, aus der die Vorurteile entstehen. Kleine Gruppen sind leichter diskriminierbar. Wir jedenfalls fanden Nicole Kidman schon immer echt süß.

 
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