Band mit eigener Sehne ersetzen: Band mit eigener Sehne ersetzen

Ein gerissenes Band kann durch ein Transplantat ersetzt werden und ist danach wieder fast vollständig belastbar

Therapie: „Nach unserer Überzeugung sollte jede Kreuzbandverletzung rasch durch eine so genannte „autologe vordere Kreuzbandplastik“ operativ versorgt werden. Im Rahmen einer arthroskopischen Operation, also ohne Eröffnung des Gelenks, wird hierbei das Kreuzband durch eine Körpereigene Sehne ersetzt und die Stabilität des Gelenks wieder hergestellt. Nur so kann vermieden werden, dass es in Folge des Kreuzbandrisses zu Zweitschäden am Gelenk kommt“, meint Dr. Holz. Bei der Verankerung der Transplantate werden hochmoderne Schrauben aus so genannten Polylaktaten (Mehrfachmilchzuckern), die sich innerhalb eines Jahres auflösen, und so eine Materialentfernung überflüssig machen, verwendet.

Transplantate im Knie sind wieder fast voll einsatzfähig
Ist das Kreuzbandtransplantat nach ca. sechs bis neun Monaten sicher eingeheilt, ist es genauso stabil wie das ursprüngliche Kreuzband. Eine aktuelle Untersuchung ergab, dass zehn Jahre nach der Kreuzbandplastik bei 88 Prozent der Patienten normale Stabilitätsverhältnisse gegeben waren.

Die OP sollte entweder innerhalb von 48 Stunden nach der Verletzung oder bei gesicherter freier Beweglichkeit des Gelenks wenige Wochen später operiert werden. Damit können Verklebungen im Gelenk vermieden werden. Die Operation dauert etwa 45 Minuten und wird ambulant - oder besser im Rahmen eines zwei- bis dreitägigen stationären Aufenthalts durchgeführt. Bereits jetzt wird mit einer frühfuktionellen Nachbehandlung begonnen, die ambulant über mehrere Wochen fortgeführt wird. Nach sechs bis neun Monaten besteht in der Regel wieder Sportfähigkeit.

Allerdings: „Eine perfekte Plastik wird annähernd dasselbe leisten wie ein normales Kreuzband, aber eben nur annähernd“, sagt Dr. Johannes Holz. Denn: Im gesunden Kreuzband gibt es Sensoren, die auf Druck, Zug und Drehung reagieren. Das Gehirn erhält damit ständig Informationen über die Position des Knies und aktiviert die verschiedenen Muskelgruppen. Dr. Holz: "Beim Kreuzbandersatz gibt es keine solchen Sensoren mehr."

Vorbeugung: Sportmediziner Holz rät, lokale Muskelermüdung durch abgestimmtes, sportartspezifisches Training zu vermeiden.

Nach der Verletzung / Training:
Das anschließende Muskeltraining / die Rehabilitation sollte unmittelbar nach der Verletzung begonnen werden, nicht zwingend erst nach der Operation. Dies würde eine Wiederherstellung der Beweglichkeit beschleunigen.

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