Intelligenter Herzfrequenzmesser: Bluetooth-Pulsmesser Wahoo Tickr X im Test

Wahoo Tickr X
Mit dem Tickr X bekommen Sie eine individuelle Laufanalyse

Der Wahoo Tickr X misst nicht nur Ihre Herzfrequenz. Bewegungen, Bodenkontaktzeiten beim Laufen, Kalorien und Distanz soll der smarte Pulsgurt tracken – ganz ohne Uhr. Wir haben's getestet

Der Wahoo Tickr X ist eher unscheinbar, erinnert an einen herkömmlichen elastischen Brustgurt, wie man ihn von Pulsuhren kennt. Zwischen zwei elektrischen Kontakten wird der eigentliche Tickr X, ein etwa 7 x 3 cm großer Sensor, eingesetzt. Eine handelsübliche Knopfzelle liefert die Energie für Messungen – die Batterie sollte einige Monate halten. Das Besondere am Tickr X: Er soll Herzfrequenz, Schrittfrequenz, vertikale Bewegung, Bodenkontaktzeit sowie Geschwindigkeit und Distanz auf dem Laufband über einen integrierten Beschleunigungssensor messen. Wir sind gespannt und haben's getestet.

Wahoo Tickr X
Optisch unterscheidet der Tickr X sich kaum von anderen Pulsgurten

Inbetriebnahme des Tickr X

Auch wenn der Gurt mit Runkeeper, Strava, MapMyFitness, Endomondo, Runtastic, Nike+ etc funktioniert, ist es sinnvoll die Wahoo Fitness-App herunterzuladen, die es kostenlos für Apple und Android gibt. Hier gebe ich meine persönlichen Daten wie Geschlecht, Größe, Gewicht und Geburtsdatum an, anhand derer später die genauen Werte von Kalorienverbrauch und Co. berechnet werden. Anschließend verbinde ich via Bluetooth 4.0 den Sensor mit der App – völlig problemlos. 

Im nächsten Schritt werden fürs Herzfrequenztraining die so genannten Burn- and Burst-Zonen ermittelt. In der Burn-Zone verbrenne ich die meisten Kalorien, in der Burst-Zone kann ich meine Ausdauerfähigkeit steigern. Damit ich weiß, in welcher Zone ich gerade trainiere, zeigt die App dies farblich (orange = Burn, rot = Burst). Für den Test müssen Sie sich 2 Minuten flach hinlegen. Wer seine maximale Herzfrequenz kennt,  kann die Werte manuell eingeben und den Test überspringen.

Der Tickr X im Laufband-Test

Also, die App starten und ab aufs Laufband – der Brustgurt vibriert, wenn er bereit ist. Los geht’s. Während des Trainings kann ich zwischen verschiedenen Ansichten auf der App wechseln, je nachdem, welche Werte mir besonders relevant erscheinen. Als ich nach rund einer Stunde mein Training beende, bin ich begeistert: Nicht ein einziges Mal hat die Bluetooth-Verbindung versagt. Blöd nur, dass die Distanzmessung nicht funktioniert hat, denn die zurückgelegten Kilometer manuell einzugeben, ist nicht möglich. Danach geht’s zur Analayse in der App. Neben den üblichen Daten wie Durchschnittsgeschwindigkeit oder Kalorienverbrauch, bekomme ich Feedback über Bodenkontakt, Gleichmäßigkeit meines Laufs, Schrittgeschwindigkeit, jeweilige Zeit innerhalb der Burn- oder Burst-Zone. Wer die Running-Smoothness-Funktion verwendet, bekommt sogar eine nahezu vollständige Bewegungsanalyse: Über 3D-Beschleunigungssensoren werden Impulse in alle Richtungen gemessen. Die Auswertung gibt Feedback zum eigenen Laufstil, beispielsweise ob ein Fuß mehr belastet wird als der andere. Die sogenannte Running-Smoothness-Zahl, zeigt an, wie gleichmäßig Sie laufen. Dabei gilt: Je höher die Zahl, desto gleichmäßiger der Lauf. Nachteil: Die Funktion gibt es bisher nur für Apple-Nutzer.

Tickr X misst auch ohne Smartphone

In Verbindung mit Smartphone und App werden die Trainingsdaten automatisch gespeichert. Der Sensor kann aber auch selbst bis zu 16 Trainingsstunden sichern. Sie können Ihr Smartphone also zu Hause lassen. Das will ich ausprobieren und starte am nächsten Tag ein neues Workout, diesmal eine Krafteinheit. Ich lege den Brustgurt um und tippe zweimal leicht auf den Sensor. Der misst so lange, bis ich den Gurt abnehme, erneut zweimal auf den Sensor tippe oder zum Handy greife und das Workout per App beende. Super: Die Trainingsdaten werden automatisch synchronisiert, wenn man die App öffnet und den Tickr X durch ein kurzes Tippen aktiviert. Ohne Smartphone werden allerdings nur Puls und Kalorien gespeichert.

Wahoo Fitness 7 Minute-App
Zusammen mit der 7 Minute-App misst der Tickr X auch Kraftübungen

Trainingszirkel mit der 7 Minute-App

Ein weiteres Highlight: Der Tickr X kann durch einen Bewegungssensor Wiederholungen von speziellen Kraftübungen zählen. Dafür brauchen Sie die 7-Minute-App von Wahoo. Darin gibt es einen vorgegebenen Trainingszirkel aus Übungen wie Dips auf einem Stuhl, Crunches, Push-ups oder Jumping Jacks. Weitere Pläne sind als In-App-Käufe erhältlich. Ein Durchgang dauert 30 Sekunden – und siehe da, die App zählt tatsächlich eine Wiederholung nach der anderen.

Fazit

Für rund 100 Euro bietet der Tickr X eine Fülle an Funktionen und weitaus mehr als gängige Herzfrequenzmesser, wie etwa eine Bewegungsanalyse oder die Running Smoothness-Funktion. Theoretisch können Sie Ihr Smartphone sogar zu Hause lassen, da der Sensor über einen Speicher verfügt. In der Praxis wird jedoch kaum jemand auf Musik oder die Anzeige- und GPS-Funktionen des Smartphones verzichten wollen. Der Wiederholungszähler ist ein nettes Feature, das man aber bei einer Zeitspanne von 30 Sekunden eigentlich nicht braucht. Die Wahoo-Fitness-App ist übersichtlich aufgebaut und selbsterklärend. Etwas umständlich: Sie müssen mehrere Apps installieren, um den vollen Umfang des Tickr X zu nutzen. Weiterer Nachteil: Die Laufstil-Analyse gibt es nur für iOS-Geräte. Der Tickr X ist gut für Sport-Einsteiger geeignet, da er einfach zu bedienen ist und sehr gute Hilfestellungen für beispielsweise Laufanfänger bietet.

Der Tickr X ist für etwa 100 Euro hier erhältlich

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