Rechtslage: Wann ist es sexuelle Belästigung?

Flirten nur wenn sie will
Er hatte schon gehört, dass jeder mal ran musste...

Eine lässig laszive Stimmung in der Firma kann auch missverstanden werden. Was das Wort "sexuelle Belästigung" bedeutet

Eine prickelnde Affäre im Büro ist die eine Seite, sexuelle Belästigung die andere. "Das wesentliche Merkmal einer Belästigung ist die Tatsache, dass sie von der betroffenen Person nicht erwünscht ist", sagt Hans-Georg Rumke, Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Die Rechtslage
1994 trat das Beschäftigtenschutzgesetz in Kraft. Ziel: die Würde von Frauen und Männern wahren (§ 174 bis 184c StGB). Ist der Umgangston in Ihrem Büro auch noch so locker: Sobald sich irgendjemand von den Pinups an der Wand, einem tiefen Blick ins Dekolleté, dem Küsschen auf die Wange, einem Klapps auf den Po, einer anzüglichen Bemerkung oder einem obszönen Witz erniedrigt oder bedroht fühlt und das auch mitteilt, kann er sich zu Recht dagegen wehren und Sie anzeigen.

Was ist Belästigung?
"Die Grenzen zwischen dem, was noch ein Spaß ist oder bereits verletzt, ist individuell verschieden und deswegen schwer zu ziehen", so Rumke.

Wie damit umgehen?
Wichtig ist für die oder den Betroffenen, dass man diese Attacke nicht lange duldet und erst mal wartet, ob es dann besser wird, sondern sofort klarmacht: Bis hierher und nicht weiter. Ein falsch verstandenes Kompliment wird Sie nicht in den Knast bringen. Wenn Sie allerdings eine Kollegin gegen ihren Willen anbaggern, "kann der Arbeitgeber im Einzelfall eine Abmahnung, eine Versetzung oder eine Kündigung aussprechen", so Anwalt Rumke.

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