Nahrungsergänzungsmittel: Wann sollte ich Protein und Kreatin nehmen?

Frage: Ist es sinnvoll, Protein und Kreatin auch an trainingsfreien Tagen zu nehmen? Wie viel braucht mein Körper?
Paul Werner, Holzheim
Kreatin für starke Knochen
Zusätzliche Proteine und Kreatin sind bei reichhaltiger Ernährung nicht zwingend notwendig

Unsere Antwort:

Protein: Proteine sind lebenswichtige Nährstoffe. Die tägliche Zufuhr muss nicht konstant sein, sollte aber im Durchschnitt den Bedarf decken, weiß Diplom-Trophologe Jan Prinzhausen. "Wenn der Bedarf an Proteinen über herkömmliche Lebensmittel gedeckt ist, werden keine Supplemente benötigt. Wird der Bedarf allerdings nicht gedeckt, können solche Nahrungsergänzungen hilfreich sein – auch an trainingsfreien Tagen." Der Ernährungswissenschaftler rät: Molkenproteine (also Whey) sollten vor dem Training, Mehrkomponentenproteine nach dem Training eingenommen werden. Grund: "Nach dem Training ist die Muskulatur noch stark durchblutet. Dann kommen die Aminosäuren aus dem Protein schneller zu beziehungsweise in die Muskelzellen und können zur Regeneration eingesetzt werden." Grundsätzlich sollte bei der Einnahme beachtet werden, dass dem Körper ausreichend Wasser zugeführt wird.

Bedarf: "Es gibt einen Proteinbedarf, also eine Menge Protein die täglich aufgenommen werden muss. Diese schwankt von circa ein Gramm pro Kilogramm Körpergewicht bei Inaktiven bis circa 1,5 bis 2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht bei Leistungssportlern. Bei Gewichtsreduktion sind ca. 2 g pro kg Körpergewicht und Tag sinnvoll", so Prinzhausen.

Kreatin:
Kreatin sollte innerhalb von so genannten Supplementationszyklen eingenommen werden. Das bedeutet: sechs Wochen lang tägliche Einnahme, danach sechs Wochen lang Pause. "Ob diese Schemen optimal sind, hat aber kein Wissenschaftler überprüft", so Ernährungsberater und Buchautor Jan Prinzhausen. Innerhalb des Zyklus solle man das Kreatin am besten nach dem Training zu sich nehmen. Die verstärkte Muskeldurchblutung sorge dafür, dass Kreatin schnell zur und in die Muskelzelle gelangen kann. Neben den positiven Wirkungen Leistungssteigerung und erhöhter Muskeltonus warnt Prinzhausen allerdings auch vor den Nebenwirkungen: Erhöhte Muskelverletzungsgefahr, Wassereinlagerung in den Muskelzellen und eine Gewichtszunahme von zwei bis vier Kilogramm innerhalb weniger Tage seien möglich. Auch Magen-Darm-Probleme treten häufig auf. Nieren- und Leberschäden sind aber selbst nach mehrjähriger Supplementierung nicht beobachtet worden, so Prinzhausen.

Bedarf: "Es werden täglich zwei bis fünf Gramm Kreatin im Körper des Menschen umgesetzt. Daher ist eine Zufuhr von zwei bis fünf Gramm täglich vollkommen ausreichend. Größere Mengen helfen anfänglich, die Muskulatur schneller mit Kreatin aufzufüllen. Ein paar Tage später wird der Überschuss einfach abgebaut und mit dem Harn ausgeschieden," so der Ernährungswissenschaftler.

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