Nicht alle Sportunfälle sind versichert

0602 G Potenz
Ob die Unfallversicherung ihn auch bei den Rekordversuchen mit der Sekretärin deckt?

Eine Unfallversicherung sollte eigentlich dann in Aktion treten, wenn Sie genau das hatten – einen Unfall. Das geschieht aber nicht immer, warnen Experten und nennen die wichtigsten Fälle.

Alptraum des Hobby-Kickers: sich schmerzgekrümmt auf dem Fußballfeld winden, und danach mit einem Gipsbein im Krankenhaus aufwachen. Und gerade wenn Sie es wirklich nötig haben, kann es Ihnen passieren, dass die Unfall-Versicherung nichts zahlt. Es kommt auf die Umstände an, sagen Experten der Allgemeinen Rechtsschutz-Versicherungs-AG (ARAG). Unterschiede gibt es im Betriebssport, auf Dienstreisen und in der Freizeit.

Treiben Sie zum Beispiel mit Ihren Geschäftspartnern Sport auf einer Dienstreise, fällt das grundsätzlich nicht unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, so die Fachleute. Wenn sich der Versicherte beim Sport auf der Dienstreise verletzt, gilt das nicht als Arbeitsunfall. Es gibt nämlich auch da keinen Versicherungsschutz rund um die Uhr. Richter des Bundesverfassungsgerichts sind viel mehr der Meinung, dass der Sport mit dem Geschäftspartner zum Privatvergnügen zählt (Urteil: BSG, AZ: 2 RU 29/96).

Ohne Wettkämpfe ist Sport gedeckt
Anders beim Betriebssport: Eine Verletzung hier gilt als Arbeitsunfall und die gesetzliche Unfallversicherung des Arbeitgebers ist zur Zahlung verpflichtet. Außerdem muss der Lohn bis zur Genesung weiter gezahlt werden (Urteil: BSG, AZ: 2 RU 32/95).

Wer sich bei einem Sport verletzt, den er nur zum Ausgleich zu seiner Arbeit betreibt, also bei dem er an keiner Meisterschaft teilnimmt, hat gute Chancen, seine Ansprüche durchzusetzen, so die ARAG-Experten.

Gehören Sie allerdings zu den ganz harten, die Kickboxen oder ähnlichen Kampfsportarten betreiben, sind Sie in den Augen der Versicherung selber schuld: Wer sich nämlich treten lässt, der bekommt womöglich gar keine Wiedergutmachung. Die Begründung der Versicherung: Bei diesen Sportarten müssen auch Anfänger mit Verletzungen rechnen. Das Amtsgericht München befand, dass solche Unfälle grundsätzlich keine von der Unfallversicherung abgedeckten Schadensfälle darstellen (Urteil: Amtsgericht München, AZ: 222 C 5974/92).

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