Skifahren in Kanada: Warum die kanadischen Rockies ein Traumziel für Skifahrer sind

Auf Ski-Safari durch die kanadischen Rocky Mountains
Skifahren in Kanada: Leere Pisten, feinster Pulverschnee, grandioses Berg-Panorama

Leere Pisten, feinster Pulverschnee, grandioses Berg-Panorama. Das sind nur 3 Gründe fürs Skifahren in Kanada. Plus: Diese 6 Pisten müssen Sie unbedingt gefahren sein

In diesem Artikel

So rocken Sie die Rockies auf Ski

Der Berg gehört mir. Mir ganz alleine. Na gut, wenn man von meinen 3 Mitskifahrern absieht, die neben mir warten. Und ebenso staunen. Stille. Weit und breit keine Menschenseele. Weder auf den präparierten Abfahrten hinter uns, noch auf den tiefverschneiten Hängen vor mir, die es gleich hinunter gehen soll. So eine Einsamkeit kenne ich nicht. Nicht beim Skifahren. In Kitzbühel, Sölden oder Chamonix ist man nie alleine. Weder auf, noch neben der Piste. In Lake Louise in der kanadischen Provinz Alberta sind leere Hänge und Pisten Alltag. Es ist Sonntag. Heute ist hier etwas mehr los als sonst, meint Guide Conor. "Im Ernst?" frage ich ungläubig und blicke mich noch einmal um. Tatsächlich taucht nach einigen Minuten ein Skifahrer am Horizont auf und verschwindet kurz darauf wieder. Ich finde diese Menschenleere nicht nur entspannend, sondern geradezu komfortabel. Und das obwohl Skifahren in den kanadischen Rocky Mountains auf den ersten Blick wenig mit Komfort zu tun hat.

Pulverschnee, leere Pisten: Auf Ski-Safari in Kanada – © Marco Demuth

Skifahren in Kanada ist nichts für Weicheier

Die Provinz Alberta liegt im Westen Kanadas die Anreise nach Calgary etwa von Frankfurt dauert 10 Stunden. Von Calgary nach beispielsweise Lake Louise sind es weitere 2 Stunden mit dem Auto. Die Skigebiete hier befinden sich in einem Nationalpark. Bauprojekte für den Tourismus unterliegen daher strengen Auflagen. Heißt: Sie können fast nie direkt an der Piste wohnen, fahren morgens mit einem kostenlosen Shuttlebus 15 bis 40 Minuten zur Talstation. Skifahren in Kanada ist zudem nichts für Weicheier: Die Lifte haben keine Heizung (es gibt genau eine beheizte Sesselbahn in ganz Kanada), keine Wetterschutzhauben, meist nicht mal Fußrasten. Und die Temperaturen im Januar und Februar können schon mal knackige -30 Grad erreichen. Warum tut man sich das also an, wenn die österreichischen Alpen mit hochmodernen Liftanlagen und Bettenburgen doch direkt vor der Haustür liegen?

In Lake Loiuse gibt's jede Menge kontrollierte Skirouten und Off-Pisten-Abfahrten – © Sherpas Cinema

Die Vorzüge beim Skifahren in den kanadischen Rocky Mountains

"Der Berg gehört dir". Diesen Satz höre ich während meiner Woche im frostigen Alberta häufiger. Und damit ist nicht nur gemeint, dass man unter der Woche die Pisten quasi für sich alleine hat. Innerhalb der abgesteckten Grenzen des jeweiligen Ski-Resorts können geübte Skifahrer auf jeder Menge kontrollierte Skirouten und Off-Pisten-Abfahrten über Pulverschneehänge, durch schmale Baumreihen und steile Rinnen ins Tal brettern. "Der Berg gehört dir, um ihn zu erkunden", fasst Erin Reade, Ski-Profi und Vertriebs- und Marketingleiterin vom Ski-Resort Marmot Basin, das Wintersport-Motto der kanadischen Rockies passend zusammen. 

Erste Adresse für Unterkünfte im Banff-Nationalpark: das gemütliche Resort-Town Banff – © Paul Ziska

Viel Powder, wenig Party

Da große Urlauberströme selbst an den Wochenenden ausbleiben, gibt es an den Liften kaum Wartezeiten. Und das, obwohl die Skipässe, die man sich als Papiertickets an die Jacke heftet, von Hand eingescannt werden. Größter Pluspunkt: der Schnee, den es in Europa letztes Jahr nicht so reichlich gab. Die Skisaison dauert in den meisten Resorts bis zu 6 Monate – von November bis Mai. Und Schnee gibt es laut offiziellen Angaben genug – von jährlich 4,5 Metern in Lake Louise bis zu 9 Metern in Sunshine Village. Und es ist der Schnee, vielmehr die Qualität des Schnees, die das Skifahren hier so besonders macht. Durch die trockene Kälte in großen Teilen West-Kanadas ist der Schnee extrem pulverig und trocken. Dieser so genannte Champagne-Powder ist perfekt fürs Skifahren und Snowboarden – auch für Ski-Anfänger. Schwunghügel? Gibt’s hier nicht. Wer hier das Glück hat, einen der vielen Powder Days zu erwischen, wird vermutlich immer wieder kommen. Wer auf Party und Hüttengaudi steht, eher nicht. Denn Après-Ski bedeutet hier ein kühles Craft-Bier in einer Lodge oder am Lagerfeuer. Für mich ideal. Ich bin zum Skifahren hier, nicht zum Feiern. Als Slope-Food werden in rustikalen Saloons deftige Burger serviert. Klingt nach einem coolen Abenteuerurlaub für echte Kerle, oder?

Die Vorzüge einer Ski-Safari
So genannte Ski-Safaris werden in Nordamerika immer beliebter. Die Idee dahinter: Man reist in kleinen Gruppen mit Shuttlebussen oder dem eigenen Mietwagen an mehrere Orte und lernt so innerhalb einer Woche unterschiedliche Ski-Resorts kennen. Die Ski-Gebiete in den kanadischen Rockies sind m Vergleich mit den Ski-Schaukeln der Alpen eher klein und überschaubar und daher meist in 1-2 Tagen erkundet und damit ideal für eine Rundreise geeignet. Viele Reiseveranstalter wie der Stumböck-Club bieten etwa für 1 Woche geführte und selbstgeführte Touren an. Unterkünfte, die Transfers vom und zum Flughafen bzw. in die Gebiete, Skipässe sowie Guide sind dabei meist inklusive. 

Skigebiet Lake Louise: genügend Pisten für Anfänger, Genussskifahrer und Fortgeschrittene – © Marco Demuth

Weltcup-Abfahrten in Lake Louise

Erster Safari-Stopp: Lake Louise, mitten im Banff-Nationalpark. Das Ski-Gebiet mit etwa 90 Pistenkilometern liegt 5 Kilometer entfernt und auf der anderen Talseite des gleichnamigen, im Sommer türkisblau schimmernden Bergsees. Erste Adresse für eine Unterkunft in der Region ist das direkt am See gelegene, luxuriöse Fairmont Chateau Lake Louise Hotel. Von hier hat man einen grandiosen Blick auf die nahen Gipfel und Gletscher. Im Winter zieren den zugefrorenen See Eisskulpturen und Schlittschuhläufer. Vom Chateau sind es etwa 10 Minuten mit dem Bus zum Skilift. Einige wenige Unterkünfte gibt es im Tal (5 Minuten zum Lift) , weitere im großen, aber gemütlichen Resort-Town Banff (etwa 40 Minuten mit dem Ski-Shuttle). 

Lake Louise: Die Aussicht auf die Gipfel und Gletscher des Banff-Nationalparks ist atemberaubend – © Marco Demuth

Beste Abfahrt in Lake Louise: Men’s Downhill

Fragt man Conor McKeown, Ski-Guide aus Canmore, was deutsche Ski-Touristen am meisten an Lake Louise reizt, antwortet er: "Off-Piste-Fahren und natürlich die Weltcup-Abfahrt." Denn in Lake Louise startet jährlich Ende November der Ski-Weltcup in den Disziplinen Abfahrt und Super-G. Und eben diese Abfahrt (Piste #1, Men’s Downhill) brettern wir mit Conor herunter, der jedes Rennen des Weltcups verfolgt und uns exakt sagen kann, mit wie viel km/h etwa Lindsey Vonn beim Coaches Corner um die Kurve schießt (132!). Doch Lake Louise ist nicht nur etwas für Experten und Fans schwarzer Abfahrten. Es gibt genügend Pisten für Anfänger, Genussskifahrer und Fortgeschrittene. Tiefschnee-Profis und Steilhangliebhaber finden diverse Powderbowls – Schneeschüsseln – auf der baumlosen Rückseite des Mount Whitehorn. Plus: Die Aussicht auf die Gipfel und Gletscher des Banff-Nationalparks ist durchweg atemberaubend.

Einkehr-Tipp: In der Temple Lodge gibt’s leckere Burger und BBQ mitten im Skigebiet

Skigebiet Lake Louise im Überblick: 
Höhe: von 1646 m - 2637 m
Längste Abfahrt: 8 km 
Abfahrten: ca. 145 
Lifte: 7 + 3 Bänder
Tagespass: CAD 99

Der Icefield Parkway führt mitten durch die Gipfel und Gletscherwelt der Rocky Mountains – © Marco Demuth

Ab durch die Bäume im Marmot Basin bei Jasper

Auf geht’s zur zweiten Station der Ski-Safari, nach Jasper. Von Lake Louise etwa 230 Kilometer über den legendären Icefield Parkway nach Norden. Wo im Sommer unzählige Campervans und Touristen den Banff- und Jasper-Nationalpark durchqueren, herrscht im Winter eisige Leere. Abenteuerlich: Auf der geräumten aber schnee- und eisbedeckten Straße gibt es größtenteils keinen Handyempfang. Wer hier eine Panne hat, ist auf andere Reisende angewiesen. Doch das Risiko lohnt sich: Der Icefield Parkway gilt als eine der schönsten Straßen der Welt, führt mitten durch die Gipfel und Gletscherwelt der Rocky Mountains. Es ist so einsam, dass sogar für kurze Zeit ein Wolf neben unserem Van her trottet. Selbst das Outdoor-Städtchen Jasper wirkt im Winter wie verlassen: Am Abend haben Karibus und Elche die Straßen und Plätze eingenommen. Das Skigebiet Marmot Basin (etwa 20 Kilometer von Jasper entfernt) ist klein, aber trotzdem großartig. Besonders großartig ist der Blick vom Marmot Peak auf den Jasper Nationalpark. Hier hat man tatsächlich das Gefühl, mitten in der Wildnis, abseits der Zivilisation Ski zu fahren. Die Pisten und Routen sind allerdings alle perfekt präpariert. 

Das Skigebiet Marmot Basin im Japser Nationalpark ist klein, aber trotzdem großartig – © Marmot Basin

Beste Abfahrt in Marmot Basin: Drop-Zone plus Terminator

Mit Ski-Guide Dex geht’s auf tiefschwarzen Off-Pisten-Routen erst über steile Powder-Hänge und dann im Zickzack durch die Baumreihen im Eagle-East-Sektor. Lassen Sie sich von den Namen "Drop-Zone" und "Terminator" nicht abschrecken. Die Abfahrt auf diesen tiefschwarzen Routen lohnt sich. 

Für Abenteurer: der etwas klapprig wirkende Knob-Chair-Lift zu den Profi-Abfahrten vom Marmot Peak
Der Knob-Chair-Lift

Für Abenteurer: der etwas klapprig wirkende Knob-Chair-Lift zu den Profi-Abfahrten vom Marmot Peak. Auch wenn etwa ein Drittel der Pisten für Einsteiger geeignet ist, werden die steilen Schluchten und Waldabfahrten im Marmot Basin am besten abenteuerlustigen Fortgeschrittenen und Profis gefallen.

Einkehr-Tipp: In der Jasper Brewing Company in Jasper nach dem Skitag ein hervorragendes Craft Beer genießen.

Beste Aktivität abseits der Piste: der Maligne Canyon Icewalk, eine mehrstündige Eis-Wanderung durch eine 50 Meter tiefe Schlucht, vorbei an vereisten Wasserfällen und Eishöhlen.

>>>  Das müssen Sie über Freeriding wissen

Skigebiet Marmot Basin im Überblick: 
Höhe: von 1698 bis 2410 m
Längste Abfahrt: 5,6 km 
Abfahrten: ca. 86 
Lifte: 7
Tagespass: CAD 90

Exklusive Unterkunft im Ski-Resort Sunshine Village: die Sunshine Mountain Lodge auf 2160 Meter – © Ben Girardi

Offpisten-Adrenalin in Sunshine Village

Stop 3 der Ski-Safari liegt wieder 300 Kilometer südlich in der Nähe von Banff: das Ski-Resort Sunshine Village. Bester Ausgangsort: Banff, eine Art moderne Westernstadt mit zahlreichen Bars, Bistros und Restaurants für genügend Abwechslung nach dem Skitag. Von dort mit dem kostenlosen Shuttle zur Talstation der Sunshine-Kabinenbahn dauert es etwa 20 Minuten. Etwas exklusiver ist die Sunshine Mountain Lodge auf 2160 Meter mitten im Skigebiet. Hier können Sie abends im Whirlpool die Stille und den Sternenhimmel bestaunen – und vielleicht mit etwas Glück wie wir die berühmten Nordlichter. 

Eine der steilsten Abfahrten der Rockies: der Delirium Dive in Sunshine Village

Beste Abfahrten in Sunshine Village: Delirium Dive / Think Again

Das Skigebiet umfasst 1400 Hektar mit etwa 90 Pistenkilometer, die Martin Papillon, Chef der Skipatrouille, und seine Kollegen jeden Morgen kontrollieren müssen. Auch die größte und bekannteste Attraktion von Sunshine: den Delirium Dive. Der Delirium Dive ist die Offpisten-Attraktion für hartgesottene Freerider. Mit einem durchschnittlichen Gefälle von 39 Grad bis zu 50 Grad ist der Dive eine der steilsten Abfahrten der Rockies. Und nichts für Anfänger: "Man braucht einen Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), eine Lawinenschaufel, eine Sonde und muss mit einem Partner unterwegs sein", erklärt Papillon die speziellen Bedingungen der Abfahrt. Ansonsten wird man gar nicht erst in den Extra-Schlepplift zum Einstieg vorgelassen. Als wir morgens den Weg dahin antreten ist der Lift geschlossen: zu wenig Schnee in der Bowl. Also stapfen wir die 100 Meter zum Einstieg hoch. Ski-Guide Mark Wuthrich aus Calgary versichert uns zwar, dass wir das sicher gepackt hätten. Doch bei meinem Blick in die Tiefe und den halsbrecherischen Drop-In bin ich insgeheim heilfroh, diesen Adrenalin-Kick auslassen zu dürfen. Zum Glück bietet Sunshine jenseits der präparierten Pisten weitere Strecken für Freeride-Einsteiger und -Fortgeschrittene. Kontrollierten Offpisten-Spaß gibt es auf den unpräparierten, aber gesicherten Doppel-Schwarz-Routen am Goat’s Mountain. "Think Again" (Überleg’s dir noch einmal) heißt einer der Abfahrten. Das trifft’s perfekt, denke ich, als Guide Mark meine Skier nach einem Sturz 100 Meter über mir zusammensucht. Sunshine ist ideal für die ersten Offpisten-Schwünge. Denn in Kanada darf man in den abgesteckten Grenzen des Skigebiets überall abseits der präparierten Pisten und Routen fahren. Ideal für Anfänger, um ein Gefühl für Tiefschnee und das Gelände zu bekommen. Sunshine Village ist aber nicht nur ein Adrenalin-Dorado für Extremfahrer. Lediglich ein kleiner Teil der Hänge zwischen den 3 Bergen Goat's Eye Mountain, Lookout Mountain und Mount Standish sind als Profi-Abfahrten gekennzeichnet (schwarze Doppelraute). Zwei Drittel ist blau (mittlere Schwierigkeit) oder grün markiert, hier können auch Anfänger ihre Schwünge setzen. Das Einzigartige an Sunshine: Von keinem der 3 Gipfel im Gebiet sieht man eine Straße oder einen Ort. Natur pur.

Skigebiet Sunshine Village im Überblick: 
Höhe: von 1660 bis 2730 m
Längste Abfahrt: 8 km 
Abfahrten: ca. 107
Lifte: 12
Tagespass: CAD 95

>>>  Die spektakulärsten Ski-Pisten der Welt

Sunshine Village ist aber nicht nur ein Adrenalin-Dorado für Extremfahrer – © Marco Demuth

Rennpisten in Nakiska

Für Carvingfans und Speedjunkies empfiehlt sich ein Besuch im kleinen Nakiska im spektakulären Kananaskis Valley, etwa 110 Kilometer von Calgary entfernt am Fuße der Rocky Mountains. Nakiska war 1988 Austragungsort der Olympischen Winterspiele in Calgary und wurde fürs Skirennen designt. Die nur knapp 30 Km Pisten haben es in sich. Mit knapp 80 km/h schießen wir zusammen mit Gebiets-Manager Jan Sekerak lange, breite und steile Abfahrten quasi in Falllinie herunter. "Golf ist viel zu langsam für mich", erklärt Sekerak, der auch für das Golf-Resort im Tal verantwortlich ist, seine Begeisterung für perfekt präparierte Pisten. Sein Team schafft es jeden Tag erneut, ebenmäßig planierte und makellose Rennabfahrten zu erschaffen – und das hauptsächlich mit Kunstschnee. Denn Nakiska liegt etwas niedriger, am Fuße der Rocky Mountains und ist bereits im November Trainingsstätte für diverse Weltcup-Teams, wenn erst wenig Schnee gefallen ist. Ein Paradies für Pisten-Cruiser und Racer.

Beste Abfahrt in Nakiska: Legacy

Sie wollen auch mal wie die Profis abfahren? Auf der Legacy-Abfahrt links von der Talstation trainiert nicht nur das kanadische Rennteam. Auch Weltcup-Profis wie Felix Neureuther sind hier schon runtergeschossen.

Skigebiet Nakiska im Überblick: 
Höhe: von 1525 bis 2260 Meter
Längste Abfahrt: 3,3 km 
Abfahrten: ca. 79
Lifte: 4
Tagespass: CAD 77

Mount Norquay, der Hausberg von Banff, ist nur 10 Minuten vom Resort-Ort entfernt – © PR

Einsteiger-Abfahrten in Mount Norquay

Letzter Stop unserer Ski-Safari ist der Mount Norquay, der Hausberg von Banff, nur 10 Minuten vom Resort-Ort entfernt. Das kleinste und älteste Ski-Resort (seit 1948) der Banff-Region mit 6 Liften und einem grandiosen Panoramablick ins Bow Valley eignet sich gut für Einsteiger (etwa 50 Prozent  der Abfahrten sind leicht bis mittel). 

Beste Abfahrt am Mount Norquay: Lone Pine

Auch Profis werden an der extrem steilen und langen Buckelpiste "Lone Pine"  am "North American"-Lift vom Cliffhouse zur Talstation ihren Spaß haben. Am Mount Norquay findet von Dezember bis Ende Februar auch Nachtskilauf statt. Sie sind Single? Am Valentinstag findet bei den "Lifts of Love" abends ein Speed-Dating im Sessellift statt.

Wer es bei seiner Unterkunft in Banff etwas imposanter mag: das mehr als 100 Jahre alte Bergschloss Banff Springs Hotel mit knapp 800 Zimmern, 10 Restaurants und unzähligen Geschäften – © PR

Skigebiet Mount Norquay im Überblick
Höhe: von 1636 bis 2135 Meter
Längste Abfahrt: 2,5 km 
Abfahrten: ca. 60
Lifte: 6
Tagespass: CAD 69

In den kanadischen Rocky Mountains gibt's unzählige Tiefschnee-Abfahrten – © PR

Heli-Skiing in Revelstoke

Der kleine Ort Revelstoke im Bundesstaat British Columbia (etwa 3 Autostunden von Banff entfernt) gilt als das Zentrum des Heli-Ski-Sports. Kein Wunder: Die umliegenden Selkirk Monashee-Mountains bieten unzählige Tiefschnee-Abfahrten und Champagne Powder ohne Ende (etwa 9 Meter pro Jahr). Die Heliskianbieter fliegen hier in ein Gebiet von etwa 2000 Quadratkilometer mit über 200 Abfahrtsmöglichkeiten. Hier geht es schon einmal fast 1000 Höhenmeter durch den hüfthohen Pulverstaub. Das Tiefschnee-Vergnügen mit erfahrenem Guide ist nicht ganz billig: Bei einer Woche Skisafari mit 4 Skitagen in Alberta oder British Columbia und 2 Tagen Heliski (6000 Höhenmeter) kostet der Spaß inklusive Übernachtung, Flug und Skipass etwa 3500 Euro. Immerhin: Die extrabreiten Tiefschneebretter gibt es meist dazu. Wer das einmal ausprobiert hat, wird aber vermutlich wiederkommen. Denn Powdern macht süchtig.

Was kostet eine Ski-Safari in Kanada?

Je nach Saison liegen die Preise für 7-8 Übernachtungen mit 5-6 Skitagen inklusive Übernachtung, Frühstück, Flug, Skipass, Guide und Transfers bei etwa 2500 Euro, beispielsweise beim Stumböck-Club. Eine 4-Tages-Reise mit 3 Skitagen gibt’s zum Saisonstart im November/Dezember bereits für 1000 Euro. Wer Heli-Skiing einplanen will, muss pro Tag mit etwa 600 Euro extra rechnen. 

Was für Ausrüstung braucht man?

Je nach Reisemonat sollten Sie sich auf Temperaturen von bis zu -30 Grad einstellen. Heißt: Warme (am besten mit Daune oder anderen Materialien gefütterte), wasserdichte Skikleidung ist empfehlenswert. Weiteres Pflichtgepäck: Skibrille, Helm, warme Handschuhe, Mütze, Skimaske, warme Ski-Unterwäsche und Kältecreme. Für Eiswanderungen oder Schneeschuhgehen sollten Sie sich feste, warme und wasserdichte Winter-Wanderschuhe einpacken. Ihre Skiausrüstung fliegt bei vielen Fluglinien (z.B. Air Canada) umsonst mit. Eine Leihausrüstung kostet pro Woche etwa 150 Euro. Tiefschneeskier fürs Heli-Skiing sind bei fast allen Anbietern inklusive.

Was für Ausrüstung braucht man?

Oben rechts: Bergans Fonna Down Jacket, Daunenskijacke mit abnehmbarem Schneefang für extrem kalte Skitage (passt in eine integrierte Kompressionstasche), etwa 440 Euro. Mehr Infos: www.bergans.de

Oben rechts: Bergans Stranda Pants, winddichte, wasserdichte und atmungsaktive Skihose mit Netzfutter und abnehmbaren Hosenträgern, etwa 180 Euro. Mehr Infos: www.bergans.de

Oben links: Arc'teryx Fissile Jacket, eine warme, strapazierfähige, wasserdichte und atmungsaktive Freerider-Jacke im Parka-Schnitt, mit Dauenfedern isoliert, diversen Belüftungsreisverschlüssen und Helm-kompatibler Sturmkapuze, etwa 900 Euro. Mehr Infos: www.arcteryx.com

Oben links: Arc’teryx Chilkoot Pants, warme, mit Coreloft isolierte, wasserdichte Gore-tex-Skihose, etwa 600 Euro. Mehr Infos: www.arcteryx.com

1: Giro Range Mips, aus 3 Teilen bestehender Skihelm, der per Drehknopf an die individuelle Kopfform angepasst wird. Weitere Features: Das Aufprallschutzsystem MIPS soll bei einem seitlichen Aufprall die Drehkräfte auf Ihren Kopf reduzieren, etwa 260 Euro. Mehr Infos: www.giro.com

2: Oakley Flight Deck XM PRIZM, Skibrille mit großer Scheibe und minimalen Rahmen, mit deren Prizm-Technologie Sie Konturen und Strukturen im Schnee besser erkennen. Mehr Infos: de.oakley.com

3: Osprey Kamber 32, Ski- und Tourenruckack mit Kommpressions-Rückenplatte, Skihalterung und Trinkblasenfach, etwa 160 Euro. Mehr Infos: www.ospreyeurope.com  

4: Mammut WS Mask, die weiche Gesichtsmaske schützt vor Kälte und Wind, etwa 30 Euro. Mehr Infos: www.mammut.ch

5: Mammut Eigerjoch Gloves, warm isolierte und wasserdichte Handschuhe. Insbesondere das Dreifinger-System hält warm, etwa 180 Euro. Mehr Infos: www.mammut.ch

6: Icebreaker Descender LS Half Zip Shirt, warmer Midlayer aus Merino und Nylon, etwa 170 Euro. Mehr Infos: www.icebreaker.com

7: Mammut Runbold Advanced High GT, extrem warme und wasserdichte Winterstiefel mit griffiger Sohle, ideal fürs Schneeschuhtouren und Winterwandern, etwa 180 Euro. Mehr Infos: www.mammut.ch

Skifahren in Kanada: 6 Monate Winter, leere Pisten, feinster Pulverschnee
Skifahren in Kanada: 6 Monate Winter, leere Pisten, feinster Pulverschnee

Keine Lust auf Skifahren oder Snowboarden? Weitere Winter-Aktivitäten in Alberta:

Backcountry-Skiing, Hundeschlittenfahrten in Canmore oder Jasper, Eisklettern, Schneeschuhwandern, oder eben eine Eis-Wanderung durch den Maligne Canyon.

Fazit

Eine Ski-Safari in den kanadischen Rockies ist sicherlich nicht für jedermann. Wenn allerdings Skifahren und nicht Party im Vordergrund steht, gibt es wenig Ausreden. 6 Monate Winter, leere Pisten, feinster Pulverschnee, kontrollierter Offpisten-Spaß, rustikale Saloons, eine atemberaubende Berglandschaft und ein Hauch von Abenteuer haben mich in jedem Fall überzeugt. Auf beheizte und überdachte 8er-Sesselbahnen und Schirmbars kann ich locker verzichten, wenn ich den Berg für mich alleine habe – auch bei -20 Grad.

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