Bösewicht Körperfett: Warum Fett krank macht

Power-Lebensmittel
Der beste Weg gegen zu viel Körperfett: Ernährung umstellen!

Körperfett ist mehr als ein Parkplatz für überschüssige Kalorien. Es ist der fleischgewordene Bösewicht, der Krankheiten auslösen kann und so Ihren Organismus schädigt. Was Sie dagegen unternehmen sollten

Noch vor 10 Jahren betrachteten Ärzte Fettgewebe in erster Linie als riesigen Speicher für überschüssigen Brennstoff – eine wabbelige Masse, gefüllt mit Kalorien. Doch inzwischen wissen Mediziner, dass Fettzellen zu viel mehr und Schlimmerem im Stande sind, als nur schlaff herumzuhängen. Fett hat massive Wirkungen auf die Stoffwechselfunktionen Ihres Körpers.

Auf Dauer Lebensgefährlich
Betroffen ist unter anderem die Funktion des wichtigen Sättigungshormons Insulin. Es wird von der Bauchspeicheldrüse in stärkerem Maße nach kohlenhydratreichen Mahlzeiten produziert, sobald der Blutzuckerspiegel steigt. Die Körperzellen reagieren normalerweise auf Insulin, indem sie den Zucker aus dem Blut in die Zellen aufnehmen und dann entweder verbrennen oder speichern. „Übergewicht führt zu einer Unempfindlichkeit gegenüber Insulin, wodurch der Zuckerspiegel dauerhaft erhöht ist“, so Privatdozent Dr. Erhard Siegel, Gastroenterologe aus Heidelberg und Präsident der Deutschen Diabetes-Gesellschaft. Das klingt zunächst mal harmlos, ist aber auf Dauer lebensgefährlich, weil zu viel Zucker im Blut die Gefäße schädigt. Die Folgen davon sind Volkskrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck und ein erhöhtes Herzinfarktrisiko.

Auf die Signale des Körpers achten
Fettgewebe bringt nicht nur den Hormonhaushalt anderer Organe durcheinander, es produziert auch selbst solche Botenstoffe. Bei genauer Betrachtung stellt die Wampe eines Übergewichtigen sogar das größte hormonproduzierende Organ im Körper dar. Eines der Hormone ist Leptin. Es hemmt die Entstehung von Hungergefühlen. Ohne Leptin könnte man theoretisch essen, bis der Magen platzt. Je höher der Fettanteil im Körper, desto mehr Leptin zirkuliert im Blut. Das heißt, Sie werden von verhältnismäßig wenig Essen rasch satt. Doch während dieses Signal von schlanken Menschen verlässlich wahrgenommen wird, stumpfen Übergewichtige ab, der Alarm hat bei ihnen kaum noch einen Effekt.

Über 300 Substanzen stellt das Fettgewebe her
Ein dicker Mensch futtert lange Zeit weiter, ohne dass die Leptin-Signale im Hirn registriert werden. Leptin ist nur eine von rund 300 Substanzen, die im Fettgewebe hergestellt werden. Andere können den Appetit sogar anregen, den Fettspeicher-Mechanismus verändern, zu Krankheiten wie etwa Arthritis beitragen und den Triglyceridspiegel in lebensgefährliche Höhen treiben. Am höchsten steigt die Produktion gesundheitsschädlicher Verbindungen, wenn Entzündungen wie eine Fettleber-Hepatitis hinzukommen. Einer der wichtigsten Marker für eine solche Entzündung ist das Creaktive Protein, dessen Wert Ihr Arzt bei Bedarf im Rahmen eines Blutbildes bestimmen kann.

Auf den Rat des Arztes hören
Der beste Weg, solche Entzündungsprozesse zu hemmen: Ernährung umstellen und sich jeden Tag körperlich betätigen. US-Forscher  an der Appalachian State University in Boone (North Carolina) haben herausgefunden, dass fitte Menschen, die regelmäßig schwimmen, laufen oder Rad fahren, annähernd 50 Prozent weniger C-reaktives Protein in ihrem Blut aufweisen als nicht fitte Übergewichtige. Worauf warten Sie noch? Kommen Sie in Bewegung!

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