Pro und contra: Warum impfen?

Schweinegrippe: Impfung ein bis zwei Wochen danach wirksam
Schweinegrippe: Impfung ein bis zwei Wochen danach wirksam

Verunsichert durch widersprüchliche Meldungen in den Medien fragen sich mittlerweile viele, ob eine Impfung der richtige Weg ist

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin empfiehlt, sich gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen. Sie führt dafür unter anderem folgende Gründe an:

  • "Es ist derzeit nicht möglich, die Infektions- und Erkrankungsraten durch das H1N1-Virus für die kommende Grippe-Saison quantitativ vorherzusagen."
  • "Die Schwere der Erkrankungen kann nicht als statischer Faktor angesehen werden. Wenige Mutationen, die bei diesem RNA-Virus relativ leicht möglich sind, können zu einer höheren Pathogenität (Fähigkeit, eine Krankheit auszulösen, Anm. d. Red.) des Virus mit einer Zunahme des Anteils schwerer Verläufe führen."

Auf deutsch heißt das: Die Forscher des Instituts wissen nicht, ob die nächste Grippewelle nicht noch stärker ist, und vor allem befürchten Sie, der Virus könnte sich verändern und dann tatsächlich zu einer tödlichen Bedrohung werden wie 1918, als die so genannte Spanische Grippe weltweit mindestens 25 Millionen Todesopfer forderte.

Wer soll sich (nicht) impfen lassen?: Laut RKI ist die Impfung grundsätzlich für alle Bevölkerungsgruppen empfehlenswert. Da der Impfstoff noch nicht für alle zur Verfügung steht, werden zunächst die Gruppen geimpft, bei denen das Risiko einer Infektion und eines schweren Verlaufs am höchsten ist, also medizinsches Personal, Schwangere, Kleinkinder und alle, bei denen es wegen einer Vorerkrankung ratsam ist. Nicht impfen lassen sollten sich Personen, die akut krank sind und mehr als 38,5°C Fieber haben, sowie Menschen, die schon einmal einen lebensbedrohlichen Schock wegen einer Überemfindlichkeiten gegen Hühnereiweiß erlitten haben.

Die Impfung: Personen zwischen 10 und 60 Jahren müssen sich einmal impfen lassen. Der Impfschutz ist ein bis zwei Wochen danach komplett. Alle älteren oder jüngeren müssen zweimal im Abstand von drei Wochen zum Arzt. Der Impfschutz beginnt dann innerhalb der drei Wochen und ist zehn Tage nach der zweiten Impfung abgeschlossen.

Übrigens: Auch wer bereits gegen die "normale" Grippe geimpft ist, ist trotzdem NICHT gegen Schweinegrippe immun und muss sich noch einmal separat impfen lassen.

Kritik: Es gibt auch Kritik an der Aktion. Der Verein "Ärzte für individuelle Impfentscheidungen" behauptet beispielsweise, die Impfaktion sei "offensichtlich eine gute Gelegenheit, neue und riskante Herstellungsverfahren und Hilfsstoffe zur Zulassung zu bringen" und bemängelt den kurzen Test-Zeitraum der eilig zugelassenen Impfstoffe.

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