Allergiesymptom Schnupfen: Warum muss ich ständig niesen?

Schnupfen ist ein typisches Allergiesymptom
Aus einem allergischen Schnupfen kann innerhalb weniger Jahre eine ernsthafte Asthma-Erkrankung werden

Typisch ist ein wässriger Schnupfen, die Nasenschleimhaut juckt und schwillt an, schon bald ist die Nase verstopft

In vielen Fällen wird dadurch auch das Geschmacksempfinden beeinträchtigt. Nasenpolypen, Nasennebenhöhlen-Entzündung oder sogar eine Ohrenentzündung kann bei länger bestehendem Heuschnupfen hinzu kommen. Innerhalb von acht Jahren entwickelt sich bei rund 40 Prozent der Patienten aus einem allergischen Schnupfen eine Asthma-Erkrankung.

Um den "Etagenwechsel" in die Lunge zu vermeiden, sollte man die Heuschnupfen-Symptome immer behandeln – zum Beispiel

Konkrete Behandlung

Mit cromoglicinsäurehaltigen Nasensprays (zum Beispiel Cromohexal, Vividrin). Die Nebenwirkungen sind zwar gering, es muss allerdings bis zu sechsmal täglich angewendet werden.

Antihistaminika, die zweite Medikamentenklasse gegen den Heuschnupfen, lösten früher starke Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens oder gar Herzrhythmusstörungen aus. Bei modernen Präparaten wie Lisino oder Telfast besteht diese Gefahr dagegen nicht mehr.

Wirksamer als Cromoglicinsäure oder Anthistaminika sind cortisonhaltige Nasensprays (zum Beispiel Nasacort oder Ratioallerg). "Vor allem bei einer Neigung zu Nasenpolypen sollte ein cortisonhaltiges Nasenspray verwendet werden", erklärt Professor Erwin Schöpf, ehemaliger Direktor der Universitätshautklinik Freiburg. Kleine Polypen schrumpfen dadurch meistens, größere müssen allerdings eher operiert werden.

Benutzen Sie schleimhautabschwellende Nasensprays (Olynth, Otriven), damit die Heuschnupfen-Sprays ihren Bestimmungsort erreichen können. Die Anwendung dieser Tropfen sollte auf einige Tage beschränkt bleiben, da sich schnell eine Gewöhnung einstellen kann und die Nasenschleimhaut auf längere Sicht geschädigt werden kann.

Seit kurzem ist die Nasensalbe Immerfit auf dem Markt, die den Pollen den Zugang zur Nasenschleimhaut versperrt. Den preiswerten Wirkstoff in der Salbe verkauft der Hersteller allerdings sehr teuer. Einfache Vaseline hat da den gleichen Effekt.

Sind die Beschwerden stark, ist Pollenkontakt unvermeidbar oder wirken Medikamente nicht, wird eine Hyposensibilisierung sinnvoll. "Bei den Pollenallergien erreicht man damit Erfolgsraten von bis zu 80 Prozent", sagt der Marburger Hautarzt Dr. Barthold Hornung. Allerdings ist dies eine langwierige Behandlung. Bei der Hyposensibilisierung werden die Allergene in starker Verdünnung unter die Haut gespritzt und das Immunsystem so an die Allergieauslöser gewöhnt. Die Allergenmenge wird dabei über mehrere Wochen Schritt für Schritt erhöht, bis die Höchstdosis erreicht ist. Diese Höchstdosis wird dann über drei Jahre alle vier Wochen gespritzt.

Neu ist die ein wenig radikalere Kurzzeit-Hyposensibilisierung. Durch schnelle Steigerungen der Dosis besitzt der Patient dabei schon nach zwei Monaten einen gewissen Allergieschutz. Allerdings kommt es öfter zu allergischen Reaktionen nach dem Spritzen. Außerdem ist der Langzeiterfolg der Allergiebehandlung abhängig von der verabreichten Pollenmenge, die bei der Kurzform dieser Behandlungsmethode wesentlich niedriger ist.

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