5 Gründe, warum Outdoor-Fitness besser ist als jedes Training im Gym

5 starke Gründe, warum Outdoor-Fitness besser ist als jedes Training im Gym
Schöne Aussichten – ein Workout unter freiem Himmel macht fit für freie Oberkörper

Frische Luft statt Schweißgeruch. Warum Sie mit Outdoor-Fitness noch besser in Form kommen als im Studio. Plus: die genialsten Übungen und Outdoor-Fitness-Konzepte im Vergleich

In diesem Artikel

Kein Dach über dem Kopf zu haben, ist besser als Sie denken. Zumindest beim Fitnesstraining. „Der beste Körper wird draußen gemacht“, sagt Personal Trainer des Jahres 2015/16 Felix Klemme aus Bonn (www.felixklemme.de). "Hier kann ich mich dahinbringen, maximal leistungsfähig zu sein – und zwar in allen Bereichen." Klar, wer "nur" das Ziel hat, 190 Kilo beim Bankdrücken zu schaffen, wird das mit Outdoor-Fitness wahrscheinlich nicht erreichen. Wer aber seine Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer und Schnelligkeit in einer Einheit verbessern will, sollte dringend mal ins Gras beißen. Beziehungsweise diese Vorstellung bei den Liegestützen auf der Wiese als Anreiz nutzen, noch tiefer runterzukommen.

Zudem hat jede Outdoor-Einheit gegenüber der vergleichbaren Indoor-Variante einen unschlagbaren Vorteil: "Das Immunsystem wird in der Natur auf einer ganz anderen Ebene gereizt als es in geschlossenen Räumen möglich ist", erklärt der Psycho-Neuro-Immunologe. Sprich, Sie stärken draußen zusätzlich Ihre Abwehrkräfte. Davon profitieren Sie natürlich immer, egal ob Sie sich ein paar Geräte in den Garten gelegt haben oder mit natürlichen Gegenständen hantieren. Falls Sie dabei gerne im Team schwitzen, schließen Sie sich einfach einem der diversen Outdoor-Fitness-Konzepten an. Mehr Infos zum Angebot finden Sie unten.

Grund 1: Ein Workout im Park kann mehr als eine Studio-Session 

"Im Fitnessstudio ist jede Stange, jedes Gerät und sogar der Boden genormt. Die Belastung ist also immer die gleiche", sagt der Diplom-Sportwissenschaftler. "In der Natur ist genau das Gegenteil der Fall. Da unterscheidet sich jeder Ast, jeder Untergrund und fordert eine neue Kraftbelastung." Obendrein fällt draußen der Arbeitseinsatz größer aus. Um eine Kniebeuge mit Holzstamm auf den Schultern ausführen zu können, muss der Stamm erstmal dort hochkommen. "Das ist schon ein ganz anderer Kraftakt und erfordert mehr Koordination, als wenn ich eine Langhantel aus dem Rack nehme", so Klemme. Sicherlich können Sie auf diese Weise mehr Gewicht stemmen und irgendwann auf Bodybuilder-Niveau trainieren. Wenn das Ihr Ziel ist, bleiben Sie ruhig drinnen.

Wer aber einen athletischen Körper haben will, bei dem ein Sixpack und starke Arme ganz nebenbei entstehen, sollte sich beim Outdoor-Training ruhig mal die Hände schmutzig machen. Hinterher können Sie die den Daheimgebliebenen als Trophäe unter die Nase halten. Und währenddessen haben Sie sowieso andere Sorgen, als sich vor Dreck zu schützen. "Wir benutzen oft Steine wie Kettlebells. Der Stein lässt sich aber nicht so leicht greifen wie die Kugelhantel und schon ist eine ganz andere Wahrnehmung erfordert", erklärt der Gründer des Trainingskonzepts "Outdoor Gym". Wer sich also nicht voll und ganz auf den Moment einlässt, verletzt sich leichter. 

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Eine Menge Holz: Outdoor-Fitness trainiert Ihre Koordination, Balance, Kraft – und das Immunsystem
Eine Menge Holz: Outdoor-Fitness trainiert Ihre Koordination, Balance, Kraft – und das Immunsystem

Grund 2: Outdoor-Fitness schützt vor Erkältungen 

Ständige Schnupfennasen gehören mit regelmäßigen Outdoor-Einheiten der Vergangenheit an. Zum einen atmen Sie ja nicht mehr die abgestandene Heizungsluft ein, die vor allem im Winter mit Krankheitserregern angereichert ist. Zum anderen wirkt sich die Kombi aus Bewegung und frischer Luft positiv aufs Immunsystem aus. Die Durchblutung kommt in Schwung, das Blut wird mit mehr frischem Sauerstoff vollgepumpt, die Nährstoffversorgung läuft runder und die Entzündungswerte bleiben dort, wo sie sein sollen: unten. Und gegen die Extraportion Sonnenlicht wehrt sich sicher ebenfalls niemand. Schließlich braucht der Körper Licht, um Vitamin D zu bilden. Das regelt den Kalziumstoffwechsel und sorgt so für starke Knochen.

Obendrein schützt es vor Erkrankungen der Gefäße, des Stoffwechsels und des Herz-Kreislauf-Systems. Gleichzeitig stärkt Vitamin D auch das Immunsystem. Fehlt es, können die T-Zellen nicht ordentlich arbeiten, Bakterien, Viren und sonstiges ungutes Zeug haben leichtes Spiel. Mit regelmäßigem Outdoor-Fitness-Training müssen Sie also an Neujahr nicht mehr nackt in der Ostsee baden, um Ihre Abwehrkräfte zu aktivieren. Es sei denn, Sie möchten.

>>> So stärken Sie Ihr Immunsystem

Draußen trainieren Sie Ihr Immunsystem mit Hochdruck
Draußen trainieren Sie Ihr Immunsystem mit Hochdruck

Grund 3: Outdoor-Fitness baut ordentlich Stress ab 

Beim Training vor der Tür bleibt keine Zeit, an die nächste Telefonkonfi mit dem neuen Kunden oder den Streit mit der Liebsten zu denken. Egal, ob Sie mit Holzrinde oder Holzhammer hantieren, die Aufmerksamkeit liegt unter freiem Himmel leichter dort, wo sie sein soll – auf dem Körper. Was dem Kopf eine wohlverdiente Pause ermöglicht. Zudem liegt es an der Natur der Sache, dass wir draußen leichter entspannen. Die Geräusche und Gerüche beruhigen die Nerven und wirken belebend. Und gegen das wohlig-warme Gefühl von Sonne auf der Haut haben Sie sicher auch nichts einzuwenden. Was nicht heißt, dass Sie wegen einer dichten Wolkendecke daheim bleiben sollten. Diese Option gilt nur bei Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes. Sonst passt jedes Wetter zum Outdoor-Fitness-Vorhaben. Jedes. 

>>> Das perfekte Ganzkörper-Workout im Wald

Totschlag-Argument – ein Draußen-Training killt mehr Cortisol als jede Indoor-Einheit
Totschlag-Argument – ein Draußen-Training killt mehr Cortisol als jede Indoor-Einheit

Grund 4: Im Outdoor-Gym bleiben Sie länger bei der Stange 

"Ein langjähriger Kunde machte im Studio kaum noch Fortschritte, also traf ich mich mit ihm zum Training draußen. Plötzlich konnte er Klimmzüge, war besser drauf und hatte hinterher viel mehr Energie", erzählt Personal Trainer Klemme. Erfolg motiviert und damit es überhaupt dazu kommen kann, lockt Outdoor-Fitness mit Abwechslung. "Jede Einheit sieht anders aus. Zum Beispiel haben wir mal eine komplette Stunde im Fluss trainiert", so Klemme. Gegen den Wasserwiderstand zu arbeiten, ist nochmal eine ganz andere Herausforderung. Zudem fühlt sich der Untergrund glitschig und unbequem an, da ist viel mehr gefragt, als die reine Kraftleistung. Probieren Sie es doch einmal aus! Auch Schlamm und Sand sind ideale Trainingsorte für ein Workout unter den Wolken. Schließlich fordert ein unebener Untergrund das Balance- und Koordinationsvermögen noch einmal stärker heraus, was obendrein mehr Kraft kostet.

Abwechslung ist alles beim Outdoor-Fitness-Training
Abwechslung ist alles beim Outdoor-Fitness-Training

Grund 5: Outdoor-Fitness macht Sie zum Helden 

Nirgendwo ist es so leicht, zum Supermann zu werden wie beim Outdoor-Fitness. Sie müssen sich einfach nur einen Regentag aussuchen, die Trainingsklamotten anziehen und draußen loslegen. "Spätestens nach 10 Minuten finden es meine Kunden großartig. In dem Moment sind sie die Helden des Tages, die nicht auf der kuschligen Couch sitzen, sondern etwas tun", sagt der Experte. Dieses Gefühl kennen Sie vielleicht, wenn Sie beim Joggen vom Regen überrascht werden. Zuerst macht der Niederschlag niedergeschlagen, aber kurz danach läuft es einfach noch runder und das Gefühl nach der Dusche ist – super.

Der Klimmzug am Ast gehört zu den Klassikern unter den Outdoor-Fitness-Übungen
Der Klimmzug am Ast gehört zu den Klassikern unter den Outdoor-Fitness-Übungen. Durch die andere Haptik werden neue Reize gesetzt, zum Beispiel gilt: Je dicker der Ast, desto mehr Griffkraft ist gefragt.

Bitte direkt nachmachen: Die 6 genialsten Outdoor-Übungen ohne Geräte 

1. Outdoor-Übung: Treppen-Krabbe

Krabbeln Sie eine Treppe auf allen Vieren hinauf – aber bitte rückwärts, die Füße sind "oben". Runter machen Sie dann einen auf Krabbe und gehen mit den Füßen voran, die Hände befinden sich hinter dem Gesäß. Der Bauch zeigt in Richtung Himmel, Ihre Körperhaltung erinnert an einen Tisch. 

2. Outdoor-Übung: Stein-Schleuder

Stellen Sie sich hüftbreit auf und halten Sie einen schweren Stein mit langen Armen vor dem Körper. Gehen Sie etwas in die Knie und schieben Sie das Gesäß nach hinten, der Oberkörper lehnt mit geradem Rücken nach vorn. Führen Sie den Stein mit gestreckten Armen erst durch die Beine nach hinten, um ihn dann mit Schwung über den Kopf nach hinten zu schleudern. Die Arme bleiben gestreckt. Achten Sie vorab darauf, wo der Stein hinfliegen wird. Rennen Sie so schnell Sie können zum Stein und wiederholen Sie den Ablauf. Wer möchte, zieht dazu Schuhe und Socken aus. 

3. Outdoor-Übung: Hang-Lauf

Rennen Sie einen Anstieg im Wald hinauf – und zwar so schnell Sie können! Die Steigung sollte so steil sein, dass Sie Ihre Hände hinzunehmen müssen. Ja, die Erde (beziehungsweise der Dünensand, Sie trainieren doch auch im Urlaub, richtig?) darf sich unter Ihren Fingernägeln sammeln. 

4. Outdoor-Übung: Robben-Runde

Legen Sie sich im Sand(kasten) auf den Rücken und verschränken Sie die Arme vor der Brust. Stellen Sie die Füße auf und treten Sie abwechselnd mit den Fersen in den Sand, um sich nach hinten zu robben. Zur Unterstützung drehen Sie den Oberkörper über die Seite mit.  

5. Outdoor-Übung: Stamm-Schritte

Legen Sie einen Holzstamm auf dem oberen Anteil Ihrer Schulterblätter ab. Ziehen Sie dazu die Schulterblätter zusammen. Halten Sie den Stamm im weiten Griff.  Machen Sie nun mit dem rechten Fuß einen Schritt nach vorn und beugen Sie die Beine. Senken Sie das linke Knie in Richtung Boden ab. Achten Sie darauf, dabei das vordere Knie nicht über die Zehen zu schieben. Unten angekommen, drehen Sie den Oberkörper mit geradem Rücken so weit wie möglich nach rechts. Dabei sollte sich der Stamm möglichst nicht bewegen. Drehen Sie sich zurück zur Mitte, strecken Sie die Beine und richten Sie sich auf. Lösen Sie den linken Fuß vom Boden und gehen Sie mit dem linken Fuß ein Schritt nach vorn, um den Ablauf zur gegengleichen Seite zu wiederholen. Profis führen die Übung anschließend rückwärts aus. 

6. Outdoor-Übung: Kletter-Partie

Es muss ja nicht gleich die Baumkrone sein, aber allein die untersten Äste eines Baums zu erklimmen, fordert Ganzkörpereinsatz. Und wird mit starken Muskeln plus mit einer Menge Stolz belohnt. 

>>> 8 weitere Übungen ohne Geräte fürs Workout im Wald

Der große Outdoor-Fitness-Geräte-Test:

Wir zeigen, was draußen so alles geht – diese 10 Tools machen Sie schneller, stärker und wendiger.

10 Geräte für Ihr Outdoor-Workout
Die besten Geraäe für Ihr Outdoor-Workout

Best-of Bootcamp & Co: Die 5 coolsten Outdoor-Fitness-Konzepte und -Kurse auf einen Blick 

Gemeinsam stark: Wer den Gruppenzwang fürs Training braucht oder trainingstechnisch ein Teamplayer ist, sollte sich folgende Angebote mal genauer ansehen: 

1. Original Bootcamp 

Das Zirkeltraining mit Kleingeräten und ordentlich Bass ist in 45 deutschen Städten vertreten. Gebucht wird ein Bootcamp als 8-Wochen-Paket mit 2 Einheiten pro Woche, die in Kleingruppen stattfinden: www.original-bootcamp.com

2. Outdoor Gym 

An 25 Standorten stehen deutschlandweit 4 Outdoor-Gym-Konzepte in Kleingruppen zur Auswahl: Abnehmen per Jogging-Workout-Kombi, Zirkeltraining mit Kleingeräten, Trailrunning mit natürlichen Materialien und Muskelaufbautraining mit Kleingeräten. Alle Einheiten laufen ohne Musik ab, gezahlt wird per Monatsbeitrag oder 10er-Karte: www.outdoorgym.de 

3. MovNat 

Der Mix aus Turnen, Parcour und Bodyweighttraining nutzt die Umgebung als Trainingspartner. Um dabei zu sein, gibt’s Einzel- oder 10er-Karten. Standorte und Trainer in Ihrer Nähe finden Sie auf www.movnatdeutschland.de. Roots Movement, einen Ableger von MovNat, haben wir natürlich schon getestet: 

>>> Outdoor-Fitness Roots Movement im Test 

4. Outdoor Nation 

Outdoor-Training in großen Gruppen an 20 Standorten, das hauptsächlich ohne Geräte durchgeführt wird – bei der Outdoor Nation sind über einen Monatsbeitrag beliebig viele Kursbuchungen möglich: www.outdoornation.de 

5. Outdoor-Fitness-Parks 

Wer hingegen keine Lust auf feste Termine hat und gern mit "echten" Geräten trainiert, die man aber nicht extra rausschleppen muss, ist auf einem Outdoor-Fitness-Park gut aufgehoben. Eine Liste der Spielplätze für Erwachsene, die unter anderem mit Klimmzugstangen, Ringen, Reifen und/oder Bänken ausgestattet sind, finden Sie hier.

Beim Outdoor-Training fordern Sie Ihren Körper mit stetig wechselnden Belastungen, die Sie kräftiger, ausdauernder, beweglicher und flinker machen, Fettdepots sprengen und vor Verletzungen schützen. Plus: Das Workout an der frischen Luft baut Stress ab, schützt vor Erkältungen und pusht Ihre Motivation. Worauf warten Sie? Raus mit Ihnen!

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