Träge Reaktion im Alter

1102 Sensenmann
Verdammt, wo war seine Reaktion geblieben?

Wer ärgert sich nicht darüber, dass im Alter die Reaktionen nachlassen. Forscher haben jetzt herausgefunden, warum das so ist: Der Körper verliert einen Botenstoff.

Wer älter wird, wird meist auch träger – und schaut neidisch auf die Schnelligkeit der Jugend. Audie Leventhal von der Uni in Salt Lake City ist diesem Phänomen jetzt auf den Grund gegangen: Das Nachlassen der Reaktionen hängt vermutlich mit der Konzentration der chemischen Substanz GABA zusammen, die dem Körper im Laufe des Alterns verloren geht.

GABA (Gamma-Amino-Buttersäure) ist ein Nerven-Botenstoff, der das Zusammenspiel von Neuronen im Gehirn steuert. Denn jede Zelle darf nur auf einen bestimmten Reiz antworten. Fällt aber die Konzentration von GABA im Gehirn ab, antworten die Nervenzellen wahllos auf äußere Reize.

Der wahre Jungbrunnen?
Die Forscher um Leventhal untersuchten 30 Jahre alte Affen und fanden heraus, dass die Zugabe von GABA an die Nervenzellen deren unkontrolliertes Arbeiten verringerte. Allerdings half die Substanz nicht bei jungen Affen.

Leventhalt vergleicht diesen Prozess mit einem totalen Stromausfall in New York: Man könnte meinen, dass der Verkehr schneller liefe, wenn alle Ampeln ausgefallen wären. Aber das Gegenteil ist der Fall. GABA wirkt ähnlich wie ein Ampelsystem – fällt es aus, bricht das Chaos im Hirn aus. Das führt dann zu einer langsameren Reizverarbeitung.

Ob damit aber der Jungbrunnen gefunden ist, ist noch fraglich.

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