Maßnahmen beim Schädel-Hirn-Trauma: Im Zweifel immer zum Arzt

Verursacht Krafttraining Kopfschmerzen?
Wenn der Kopf schmerzt, ab in Krankenhaus oder zumindest zum Arzt, um dort mit einer neurologischen Untersuchung alle Zweifel auszuräumen

Männer sind häufiger von Schädel-Hirn-Trauma betroffen: Sie üben häufig Sport mit Körperkontakt aus. Im Zeifel gilt: immer den Arzt aufsuchen und einen neurologischen Test machen

Wenig überraschend: Das Thema betrifft vor allem Männer. Ungefähr 60 Prozent der Schädel-Hirn-Traumata treten Studien zufolge bei Männern auf, insbesondere bei jüngeren. Der Grund liegt auf der Hand: Männer treiben öfter und intensiver Sport mit Körperkontakt, sie gehen häufig mehr Risiken ein als Frauen. Statistisch gesehen tragen in den Sportarten, die beide Geschlechter betreiben, Männer ein doppelt so hohes Verletzungsrisiko wie Frauen.

Zweifel kann nur der Arzt ausräumen
Umso dringender benötigen Sie nun eine Antwort auf die Frage: Was ist zu tun, wenn’s eins auf die Hirse gibt? Das einzig Richtige: ins Krankenhaus oder zumindest zum Arzt fahren.  Dort können alle Zweifel ausgeräumt werden. Eine neurologische Untersuchung, Seh- und Reaktionstests sind Pflicht. „Wenn bei Ihnen allerdings starke Kopfschmerzen, Erbrechen, neurologische Ausfälle oder Bewusstseinstrübungen vorliegen, sollten Sie auf einem bildgebenden Verfahren wie der Computertomografie bestehen“, rät Konrad. „Bei Bewusstseinsverlust oder Gedächtnisverlust für Dinge vor dem Unfall sollte die Schwelle für bildgebende Untersuchungen noch niedriger liegen."

Der Neurologe verweist dabei auf neue Richtlinien des American College of Emergency Physicians. Die Vorteile der Innenaufnahmen des Schädels liegen auf der Hand: „Einige Bereiche unseres Hirns sind einer direkten Untersuchung nicht zugänglich, bestimmte Folgen eines solchen Traumas klinisch nicht überprüfbar.“ Der Arzt kann zum Beispiel visuelles und motorisches Vermögen checken und so feststellen, ob die entsprechenden Hirnareale in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Aber er kann nicht prüfen, ob Teile des Hirns funktionieren, die etwa innere Organe steuern.

Nach einer Gehirnerschütterung: Erst mal Ruhe halten
Auch die Schwere des Traumas kann auf Grund einer klinischen Untersuchung allein nicht immer erfasst werden. „Es sind Fälle bekannt, wo bei der klinischen Untersuchung ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma diagnostiziert wurde, das MRT dann aber eindeutig eine mittlere bis schwere Gehirnverletzung zeigte.“ Selbst wenn Ihr Arzt nur ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma feststellt, sollten Sie nicht gleich wieder den Bolzplatz stürmen. „Nach einer Gehirnerschütterung lautet die wichtigste Regel: Ruhe halten. Wenn Sie danach gleich weiter Fußball spielen, tun Sie sich damit keinen Gefallen“, so Konrad. Die meisten Patienten finden nach 3 bis 7 Tagen Bettruhe ohne viel Bewegung – und vor allem auch: ohne Fernsehen! – wieder zurück in den Alltag. Das sollte Ihnen Ihr Gehirn wert sein.

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