Werbegesetze außer Kraft: Was er nicht weiß, macht ihn heiß

Rot oder grün: Auch bei den Kiwis fällt die Entscheidung schwer
Eine Studie stellt die Gesetze der Werbewirtschaft auf den Kopf

Aus Neugier kauft der Mensch eher die Katze im Sack als auf Bekanntes zu setzen

Als ob man eine Frau heiratet, die man nicht kennt, kauft der Mensch Kiwis, von denen er nicht weiß, ob sie ihm schmecken. Denn grundsätzlich lasse die bloße Neugier die Menschen am ehesten zur Brieftasche greifen, um etwas zu kaufen, so ein Studie. Dabei wollten sie noch nicht mal genau wissen, worum es sich handelt.

Neuseeländische Wissenschaftler hatten für eine Studie extra einen Supermarkt eingerichtet und Probanden dort einkaufen lassen. Dabei verteilten sie exotische Kiwis mit rotem Fruchtfleisch als Gratis-Kostproben an die eine Hälfte der Testpersonen, die anderen durften sie nur anschauen. Aber: Hinterher wurden die Kiwis vor allem von denen gekauft, die die exotischen Früchte vom Geschmack her gar nicht kannten. Diejenigen, die vorher schon mal essen durften, wollten kein Geld dafür ausgeben - und das, obwohl sie die roten Kiwis genauso so gut oder sogar leckerer als die grünen fanden.

Bedeutsam sind die Ergebnisse deshalb, weil sie die Regeln der Marktforschung zunächst einmal auf den Kopf stellen. Bisher dachten Werbefachleute, Gratisproben kurbelten den Verkauf an.

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