Bedeutung und Herkunft des Hahnenschwanz': Was heißt eigentlich Cocktail?

In unserer Cocktail-Schule zeigen wir Ihnen die Tricks und Kniffe der Barkeeper
Es war einmal ein leckerer Drink ...

Es lebe der Hahnenschwanz – Geschichten rund um die Erfolgsstory des Cocktails

Cocktail, das heißt wörtlich übersetzt Hahnenschwanz. Und ebenso schillernd wie das Gefieder der Gockel sind auch die Geschichten um die Herkunft des Begriffs. Die bekannteste besagt, dass der Name bei den Hahnenkämpfen in den Südstaaten geboren wurde. Dem unterlegenen Hahn rupfte man die Schwanzfedern aus, danach wurde auf den Sieger angestoßen. Der ausgesprochene Toast lautete „To the cock's tail" – und bald hießen auch die Drinks so.

Eine andere Legende erzählt von Betsy Flanagan, die im Jahre 1776 eine Gaststätte an der Halls Corner in Elmsford/New York betrieb, in der viele französische Offiziere ihren Durst löschten. Die beschwippsten Franzosen neckten Betsy gerne mit einem Engländer, der in der Nachbarschaft Hühner züchtete. Eines guten Tages wurde die Wirtin sauer. Sie riss den Hähnen des Nachbarn die langen Federn aus und tunkte sie in die Drinks, die sie den Offizieren servierte. Einer der Franzosen soll daraufhin gerufen haben: „Vive le coq's tail!"

Fruchtiger Cocktail
Eine fruchtige Variante: Kiwi-Smoothie

Offiziell und historisch
Die offizielle Geschichtsschreibung der Mixgetränke beginnt im Jahr 1862. Barmixer Jerry Thomas aus dem „Metropolitan Hotel" in New York veröffentlichte den „Bartender's Guide" - das erste Cocktailbuch der Welt. Auf 130 Seiten finden sich 19 Mix-Getränke und 70 Varianten des damals sehr beliebten Punsches. Natürlich wurden an den Bars der Metropolen auch zu dieser Zeit schon die Klassiker geshaked und gerührt, etwa der „Manhattan" oder der „Martini", der in Thomas' Buch noch „Martinez Cocktail" heißt. Ein anderer erst machte den „Martini" auf der ganzen Welt berühmt: James Bond, der ihn stets „geschüttelt, nicht gerührt" bestellte. Überhaupt gehörten Cocktails zur Grundausstattung echter Männer. Raymond Chandlers Detektiv Philip Marlowe ließ sich beim Lösen seiner Kriminalfälle häufig von einem Gimlet" inspirieren.

Auch Kulturschaffende schauten gern ins Cocktailglas: So waren die Hollywood- Stars Charlie Chaplin und Ava Gardner Stammgäste in der „Long Bar" des „Raffles"-Hotel in Singapur. An diesem Ort kann es nur eine Bestellung geben: „Singapore Sling", der Kult-Cocktail, der von Ngiam Tong Boon im Jahr 1915 in eben dieser Bar kreiert wurde. Nach einigen Ups and Downs im Laufe des vergangenen Jahrhunderts verhalfen luxussüchtige Yuppies in den Achtzigern dem Cocktail wieder zu Ehren – und tranken ihn gleich kübelweise. Heute ist das anders: Der Genuss wird stilvoll zelebriert, Cocktails mit weniger oder gar keinem Alkohol sind immer gefragter.

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