Gesunde Ernährung: Was macht die Qualität bei Olivenöl aus?

Frage: Ist es korrekt, dass die Qualität von Olivenöl auch davon abhängt, ob der Olivenbaum am Meer oder in den Bergen stand?
Heiner Mikol, Düsseldorf
Hochgelegene Olivenbäume werden nicht mehr befallen
Hochgelegene Olivenbäume werden nicht mehr von der Olivenfliege befallen

Unsere Antwort:

Keine schwierige, aber eine schmierige Frage: Oliven, die in Meereshöhe angebaut werden, können von der Olivenfliege befallen werden. Diese sticht die Früchte an und legt ihre Larven im Inneren ab. Die Larven erzeugen Stoffe, die jedes aus den Oliven gepresste Öl ungenießbar macht. "Das schmeckt so schlecht, dass es niemand verwenden würde", sagt der Lebensmittelchemiker und Olivenöl-Experte Dr. Richard Kutter vom Landesuntersuchungsamt für das Gesundheitswesen in Oberschleißheim.

"Werden aber nur ein paar befallene Oliven ausgepresst, merkt das der Verbraucher nicht." Denn aus den Larven selbst gelangen beim Auspressen nur unbedeutende Mengen Fett in das Öl, wasserlösliche Inhaltsstoffe wie Eiweiß und Zucker bleiben zurück, können das Öl aber nicht kontaminieren.

Wer ganz sicher gehen will, keine Fleischeinlage in der Flasche zu haben, sollte qualitativ hochwertiges und teures Öl kaufen. "Oliven, die in einer Höhe von über 500 Metern wachsen, werden nicht mehr von der Olivenfliege befallen, da sich dieses Insekt nur in tieferen Lagen aufhält", erklärt der Experte. Ein solches Öl ist also garantiert nicht verunreinigt.

Weitere Tipps für gesunden Olivenöl-Genuss: Kaltgepresste Öle sind am besten, wenn sie aus kontrolliert ökologischem Anbau stammen. Bei der Kaltpressung wird das Öl ohne Wärmezufuhr aus den Ölfrüchten gepresst und anschließend nicht weiter gereinigt (raffiniert). So bleiben die wertvollen Fettsäuren und andere Inhaltsstoffe erhalten. Ein möglicher Nachteil: Insektizide oder sogenannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die Olivenöl verunreinigen können, werden nur durch das Raffinieren entfernt. Deshalb wurden etwa in kaltgepresstem Olivenöl bis zu 6,0 Mikrogramm pro Kilogramm krebserzeugendes 3,4-Benzpyren gefunden, während raffiniertes Öl nur rund 0,32 bis 1,19 Mikrogramm pro Kilogramm enthielt.

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