Krisenmanagement: Was sollen wir im Notfall essen?

Der Keller ist gerammelt voll. Aber ist auch etwas zu essen dabei?
Der Keller ist gerammelt voll. Aber ist auch etwas zu essen dabei?

Ob Reaktorunfall oder Erdbeben – bei einer Katastrophe geht es schnell ums nackte Überleben. Lesen Sie, worauf es bei der Selbstversorgung ankommt

Flutkatastrophen, Wirbelstürme, Erdbeben, Reaktorunfälle – dass diese Begriffe nicht nur unter die Kategorie "Science-Fiction" fallen, dürfte uns spätestens seit Fukushima bewusst sein. Aber was, wenn die Katastrophe eintrifft und wir uns selbst versorgen müssen? Und zwar ohne Supermarkt und Pizzaservice. Effilee, das Magazin für Essen und Leben, klärt in seiner Juli/August-Ausgabe darüber auf, was wir essenstechnisch beachten sollten, wenn das eintrifft, was niemand auszudenken vermag.

Radioaktive Strahlung – was passiert mit Lebensmitteln?
"Durch verpackte Lebensmittel schießt die Strahlung einfach durch. Selbst Essen, das nur in Folie oder im Pappkarton verpackt ist, kann man essen, weil die Radioaktivität durchschießt. Sogar eine Banane ist essbar, wenn man sie vorher schält", sagt David Tait, Leiter der Leitstelle für Überwachung der Radioaktivität in Nahrungsmitteln des Max-Rubner-Instituts in Karlsruhe, den Effilee zu dem Thema befragen ließ.
Viel gefährlicher ist die Verpackung. Nehmen wir beispielsweise eine Dose Erbsen: Im Fall Fukushima wurden radioaktive Stoffe freigesetzt, die an Staubpartikeln in der Luft klebten, aber auch an Gegenständen wie zum Beispiel unserer Erbsendose. Wichtiger wäre hier, die Dose gründlich abzuwaschen, bzw. seine Finger, mit denen man die Dose angefasst hat, bevor man isst. Vor allem Nahrungsmittel, die eine große Oberfläche haben und der Strahlung direkt ausgesetzt sind, sind gefährlich. Besten Beispiel: Salat. Selbst wenn man ihn gründlich waschen würde, würden immer noch rund 50 Prozent des radioaktiven Staubes an den Blättern kleben.

Von der Außenwelt abgeschnitten – was gehört zur Grundausstattung?
Wie lange, denken Sie, können Sie sich selbst versorgen, wenn Sie in Ihren eigenen vier Wänden eingeschlossen sind? Zwei Wochen? Eine Woche? Oder vielleicht noch weniger? Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) rät, sich einen kleinen Vorrat anzuschaffen. Neben Batterien und Kerzen, einer Hausapotheke und einem Radio mit Batteriebetrieb ist vor allem eines wichtig: Da im Fall einer Katastrophe häufig die Stromversorgung zusammenbricht, sollte man genügend Lebensmittel im Haus haben, die man problemlos kalt essen kann, zum Beispiel Nüsse, Kekse, Müsliriegel. Zudem sei es ratsam, einen Campingkocher anzuschaffen.
Ebenfalls lebenswichtig: Genügend Trinkwasser. Inzwischen gibt es eigene Firmen, die sich auf Produkte spezialisiert haben, die im Fall einer Katastrophe helfen. Beispiel: Sogenannte Kompaktweizenriegel. Die kleinen Kekse aus Weizenmehl und Fett stecken randvoll mit Kalorien und pflanzlichen Proteinen und können den Körper eine ganze Weile ohne viel Aufwand versorgen.

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