Ein Schluck zu viel: Was Alkohol mit Ihrem Körper macht

Schädlicher Alkohol
Die äußeren Folgen von Alkohol sind leider oft für alle Anwesenden sichtbar – von den inneren haben Sie ganz alleine etwas

Wer zu tief ins Glas schaut, hat am Morgen nicht nur mit dem Kater zu kämpfen. Diese Sofort- und Langzeitschäden verursacht zu viel Alkohol in Ihrem Körper

Hinsiechendes Hirn
Bereits 30 Sekunden, nachdem er ins Blut gelangt ist, überflutet der Alkohol das Gehirn. Er manipuliert die Gehirnzellen und lässt Sie denken, Sie könnten jeden Kampf gewinnen. Mit einer Maß Bier in einer Stunde erreichen Sie 0,8 Promille. Dafür gibt's vier Punkte in Flensburg und 250 Euro Bußgeld. Noch schlimmer: Wenn Sie weitertrinken, sterben Hirnzellen.

Holpriges Herz
Ein oder zwei Gläschen Rotwein pro Tag erhöhen das gute HDL-Cholesterin und verhindern, dass Blutgerinnsel entstehen. Nach dem dritten Glas ziehen sich die Gefäße zusammen, der Blutdruck steigt, das Herz muss fester schlagen. Zudem treten elektrische Kurzschlüsse im Herzmuskel auf, die zu Rhythmusstörungen führen. Auf längere Sicht schädigt der Missbrauch von Alkohol das Herz. Der Wirkungsgrad seiner Schläge lässt nach.

Leere Lunge
Etwa fünf Prozent des Blutalkohols landen in den Lungenbläschen. Der flüssige Alkohol tritt aus winzigen Arterien in die Atemluft über, wird als Dampf ausgeatmet. So ist es dem Herrn Wachtmeister möglich, Ihren Alkoholpegel zu messen. Übermäßiges Picheln dezimiert die Zahl wichtiger Antioxidantien in Ihrer Lunge – Sie werden anfälliger für Lungenentzündung und andere Infektionen.

Lahme Leber
Die Leber beseitigt ungefähr 90 Prozent des Blutalkohols. Spätestens zehn Minuten, nachdem Sie zu trinken begonnen haben, startet sie die Entsorgungsarbeit. Das Blut nimmt Alkohol aber schneller auf, als die Leber ihn eliminieren kann. So dauert es ein bis drei Stunden, die Auswirkungen eines einzigen alkoholischen Getränks wieder auszugleichen. Wegen entstehender Entsorgungs-Engpässe lagert die Leber Triglyceride ein und wandelt sich zu einer so genannten Fettleber.

Pralle Plauze
Ihr Magen ist die erste Anlaufstelle für Bier und Co. Dort gelangen 20 Prozent des Alkohols innerhalb von fünf Minuten in den Blutkreislauf. Dabei schlüpfen die Alkoholmoleküle zwischen den schleimproduzierenden Zellen des Magens hindurch. Je voller der Bauch, desto langsamer entweicht der Alkohol.

Darbender Dünndarm
Nach 20 Minuten erreichen 80 Prozent des Alkohols den Dünndarm. Er geht ins Blut über, blockiert allerdings die Aufnahme von Wasser und Natrium. Deshalb dehydriert ein Saufgelage Ihren Körper. Chronisches Trinken beeinträchtigt bestimmte Enzyme und sabotiert dadurch die Aufnahme von Vitaminen, Mineralstoffen und Aminosäuren. Folge: Dem Körper fehlen wichtige Nährstoffe.

Schlaffer Schniepel
Wenn Sie öfter trinken, dann zerstört Alkohol Nervenzellen in Ihrem gesamten Körper – auch im Penis! Folge: Der Befehl zur Erektion erreicht die Schwellkörper nicht mehr, da die Signalwege unterbrochen sind. Acht von zehn Trinkern leiden unter Impotenz. Regelmäßig drei alkoholische Getränke am Tag verringern zudem die Produktion des Männerhormons Testosteron in den Hoden.

Heftiger Harndrang
Fünf Prozent des Blutalkohols scheiden wir über die Nieren aus. Erstaunlich: Es kommt mehr Flüssigkeit unten raus, als Sie oben eingefüllt haben. Grund: Der Alkohol blockiert die Freisetzung des Hormons Vasopressin, das normalerweise die Nieren anregen würde, Flüssigkeit zu sparen und Urin zu konzentrieren. Ohne Vasopressin wird der Urin mit Wasser verdünnt. Vom ersten Schluck bis zum Ruf der Natur dauert's im Schnitt 20 Minuten.

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