Bluetooth-Sensoren fürs Ausdauertraining: Trainingsanalyse per Smartphone

Wearables: Machen Sie Ihr Smartphone zum Trainingspartner
Sammeln Sie Ihre Trainingseinheiten auf Ihrem Smartphone

Wer sein Ausdauertraining auswerten will, braucht Multisportuhren, Bike-Computer – oder einfach nur ein Smartphone. Wir haben Bluetooth-Pulsgurte und Bike-Sensoren fürs Handy getestet

Für eine exakte Kontrolle Ihres Ausdauertrainings haben Sie die Qual der Wahl: Es gibt unzählige Puls- bzw. Multisportuhren oder Fahrradcomputer. Deutlich günstiger ist die Auswertung per Smartphone. Pulsgurte oder Fahrrad-Sensoren messen Geschwindigkeit, Herz- oder Trittfrequenz und funken die Daten via Bluetooth 4.0 ohne einen zusätzlichen Adapter auf Ihr Smartphone. Dort können Sie Ihre Daten dann über eine App verwalten. Wir haben 4 Sensoren für Läufer und Radfahrer getestet.

Pulsgurte im Test: Tickr von Wahoo
Der Tickr Pulsgurt übertragt Ihre Herzfrequenz direkt auf Ihr Smartphone

Tickr – Pulsgurt und App von Wahoo

Wahoo Tickr – Kompatible Geräte: IPhone 4s oder neuer und Android 4.3 oder neuer, App: WahooFitness, Kosten: 60 Euro

Die dazugehörige App: Die Wahoo-Fitness-App gibt's kostenlos im Apple oder Google Play Store. Über Bluetooth 4.0 wird der Gurt mit Ihrem Smartphone gekoppelt. Bei der Anmeldung fragt die App nach Größe, Gewicht, Geschlecht und Geburtsdatum. Dadurch kann der Kalorienverbrauch ermittelt werden.

So legen Sie los: Sie können zwischen vier Trainingseinheiten wählen: Joggen, Radfahren, Laufband oder Radrennbahn. Dann nur noch Gurt anlegen und loslegen. Wichtig: Die Bluetooth-Funktion Ihres Handys muss die ganze Zeit aktiviert sein. Die Wahoo-App sagt (per Lautsprecher oder Kopfhörer) die Geschwindigkeit, Kilometer und die gelaufene Zeit an. Weitere Benachrichtigungen können Sie selbst einstellen: Beim Laufen gibt es 5 Anzeigen, fürs Radfahren 8, die Sie während des Trainings mit einem Klick abrufen können. Dafür müssen Sie die App nicht extra öffnen. Wer beim Training abschalten möchte, kann die Sprachfunktion auch ganz austellen.

So werten Sie Ihr Training aus: In einer Übersicht sehenSie die gekoppelten Geräte und Ihre abgeschlossenen Trainingseinheiten: Die App misst die aktive Zeit, Distanz (bei Aktivierung von GPS), Tempo, Pulswerte und verbrannte Kalorien. Unter „Einstellungen“ können Sie entscheiden, ob und mit welchen anderen Trainings- oder Ernährungsapps sich die Wahoo-App verbinden soll. Es gibt 12 feste Voreinstellungen, wie RunKeeper, MapMyFitness oder Nike+.

Fazit: Der Gurt sitzt bequem und ist einfach anzulegen. Die App funktioniert super, ist sehr individuell einstellbar. Mit verschiedenen Wischfunktionen auf dem Handydisplay bekommen Sie gewünschte Informationen ohne sich durch die App zu klicken. Die Auswertungen sind übersichtlich und die App konzentriert sich auf Lauf- und Radtraining. Leider lassen sich verschiedene Trainingseinheiten nicht nebeneinander stellen. So fehlt ein direkter Vergleich über längere Zeiträume.

Pulsgurte im Test: PM 250 von Beurer
Der Pulsgurt PM 250 von Beurer sendet seine Daten via Bluetooth 4.0

Beurer PM 250

Beurer PM 250 – Kompatible Geräte: IPhone 4s oder neuer, Android 4.3 oder neuer, App: Runtastic, Runtastic Pro, Kosten: 70 Euro

Die dazugehörige App: Der Beurer PM 250 funktioniert beispielsweise mit der kostenlosen Runtastic App, die es im Apple Store oder Google Play Store gibt. Für die Pro-Version gibt es einen kostenlosen Lizenzcode (sonst kostet die Runtastic Pro App 5 Euro). Die App fragt nach Namen, Gewicht, Körpergröße, Geschlecht und Ihrem Geburtsdatum. Neben der Trainingsaufzeichnung können Sie sich gezielt Trainingspläne runterladen. Die kosten Geld, sind aber direkt mit der App gekoppelt. Ihre Leistung können Sie auch in Partneraccounts, wie „myfitnesspal“ oder an soziale Netzwerke übertragen, um Ihre Trainingseinheiten mit Freunden zu teilen.

So legen Sie los: Den verstellbaren Brustgurt anlegen und Bluetooth auf dem Handy aktivieren. Sensor und Smartphone müssen einmalig in den App-Einstellungen unter „Herzfrequenz“ miteinander verbunden werden. Von nun an versorgt der Brustgurt die Runtastic App mit Herzfrequenzdaten ohne zusätzlichen Adapter. Nach jedem Kilometer wird die aktuelle Geschwindigkeit angesagt. So wissen Sie, wie schnell und wie weit Sie gelaufen sind, ohne auf Ihr Handy zu schauen. Wenn Sie unter Einstellung die „AutoPause“ aktivieren, erkennt die App automatisch, wann Sie eine Trainingspause einlegen. Ihre Musik auf dem Smartphone können Sie über die Runtastic App steuern.

So werten Sie Ihr Training aus: Die App bietet GPS-Navigation, Geschwindigkeit und Streckendokumentation per Smartphone. Der Beurer Sensor misst Ihre Herzfrequenz so genau, wie bei einem Elektrokardiogramm (EKG) und ermittelt Ihre verbrannten Kalorien (in kcal). Pluspunkt für diejenigen, die schnell dehydrieren: Die App errechnet den notwendigen Flüßigkeitsbedarf. Sie können Ihr Training selbst mit einem Smiley bewerten. Es werden Wetter und Trainingsuhrzeit gespeichert, um langfristig herausfinden, unter welchen Bedingungen Sie sich am fittesten fühlen.

Fazit: Der Gurt von Beurer funktioniert problemlos, misst genau und störungsfrei. Die Runtastic Pro App ist gezielt auf das Lauftraining ausgerichtet, kann aber auch mit anderen Trainingsplänen von Runtastic verbunden werden. Wer gerne abnehmen oder sich auf einen Marathon vorbereiten möchte, dem helfen die zusätzlichen Funktionen. Für eine einfache Trainingsübersicht, sind das viele unnötige Extras.

Pulsgurte im Test: H7 von Polar
Den Polar H7 können Sie für unterschiedliche Sportarten, wie Laufen, Rad fahren, Skaten, Tennis oder Krafttraining einsetzen

Polar H7

Polar H7 – Kompatible Geräte: IPhone 4s oder neuer, Android 4.3 oder neuer, App: Polar Beat, Kosten: 70 Euro

Die dazugehörige App: Die kostenlose App von Polar fragt neben Alter, Gewicht, Größe und Geschlecht nach dem Trainingspensum. Hier können Sie wählen, wie oft Sie trainieren. In den Einstellungen der App koppeln Sie den Polar-Brustgurt über „HF-Sensor“ mit Ihrem Smartphone. Dafür müssen Sie Bluetooth aktivieren.

So legen Sie los: Sind Brustgurt und Smartphone gekoppelt, können Sie aus vier Trainingszielen wählen: freies Training, Distanz in Kilometern, Dauer, oder Kalorien, die verbrannt werden sollen. Je nach Einstellung informiert Sie die App über die Entfernung zum gewünschten Ziel (in Prozentangaben). Die Polar-Beat-App bietet eine Auswahl an knapp 20 Sportarten, wie Krafttraining, Laufband, Mountainbike oder Tennis. Während des Trainings wird Ihre aktive Trainingsleistung per Lautsprecher oder Kopfhörer angesagt. Aktivieren Sie GPS, um Ihre Lauf- oder Radstrecke aufzuzeichnen.

So werten Sie Ihr Training aus: Die App zeigt Ihr Trainingseinheiten, verbrannte Kalorien und den Verlauf Ihrer Herzfrequenz an. Fall Sie eine Strecke zurückgelegt haben, können Sie auch die Distanz und Ihre Geschwindigkeit einsehen. Beim Test war die Kilometerangabe der App leider etwas unzuverlässig. Ein Kommentarfeld gibt Ihnen die Möglichkeit, jede Trainingseinheit zu bewerten. In einer Extra-Übersicht sind Ihre persönlichen Bestwerte aufgeführt.

Fazit: Der Polar-Brustgurt kann bei einer Vielfalt von Sportarten benutzt werden. Pluspunkt: Sie sehen Ihre Bestzeiten und Bestleistungen, können Ihre Trainingseinheiten direkt vergleichen.

Wearables: Der Callstel Fahrradcomputer-Sensor von Pearl
Der Pearl Callstel Fahrradcomputer-Sensor passt mit ein paar Kabelbindern an nahezu jedes Rad

Pearl Callstel Fahrradcomputer-Sensor

Pearl Callstel Fahrradcomputer-Sensor – Kompatible Geräte: IPhone 4s oder neuer, App: Runtastic Roadbike Pro (5 Euro), MapMyRide, Strava, Cyclemeter, Kosten: 30 Euro

Die dazugehörige App: Der Pearl Callstel Fahrradcomputer-Sensor funktioniert mit verschiedenen Apps, wie etwa Runtastic Roadbike, MapMyRide, Strava, Cyclemeter. Für den Test haben wir Runtastic Road Bike (die Pro-Version kostet 5 Euro) verwendet. Die App speichert Ihre Route via GPS, misst Geschwindigkeit, Distanz und Trittfrequenz. Zusätzlich gibt's Höhenmeter, Steigung, Kalorien, Wetter und Trainingsbewertungen. Wenn Sie zusätzlich einen Pulsgurt (Bluetooth) verwenden, werden diese Daten auch hier gespeichert. Die Kopplung zwischen Smartphone und Sensor läuft problemlos.

So legen Sie los:Egal ob Mountainbike, Rennrad, einfaches Stadt-Fahrrad oder Ergometer: Der Sensor von Pearl Callstel passt mit ein paar Kabelbindern an nahezu jedes Rad. Die App gibt über Sprachausgabe, beispielsweise jeden Kilometer, Infos zur Trainingseinheit. Das Smartphone sollten Sie über eine stabile und wasserdichte Halterung, wie etwa das XCase von Pearl, am Lenker befestigen.

So werten Sie Ihr Training aus: Der kabellose Radsensor misst nahezu alles, was ein Fahrradcomputer auch speichert. Die Roadbike-App bietet eine exzellente Auswertung: Trainingsübersicht, Einzelauswertung und Statistiken zu Trittfrequenz, Steigung und Höhenmetern. Wer sich in der Community anmeldet kann seine Routen teilen und die Strecken anderer User nachfahren.

Fazit: Der Pearl Callstel Fahrradcomputer-Sensor funktioniert (auch in der Montage) einwandfrei. Die App bietet eine Vielzahl von Funktionen und ist einfach zu bedienen. Wer auf Sprachausgabe und Live-Tracking verzichten kann, dem reicht sogar die kostenlose Lite-Version. Einziges Problem der Trainingsanalyse per Smartphone: Für lange Fahrradtouren ist die Methode etwas ungeeignet, da die Akkus der meisten Smartphones nicht den ganzen Tag durchhalten.

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