Krisenhilfe Selbstmitleid: Wehleidige sind die besseren Verlierer

Selbstmitleid hilft Niederlagen zu verdrängen
Sein eigenes Schicksal zu bedauern, kann aus der Krise helfen

Ob eine versiebte Prüfung oder eine sportliche Niederlage: Selbstmitleid kann helfen, Niederlagen zu verarbeiten

Selbstmitleid kann Menschen nach einer Niederlage wieder auf die Beine helfen. Denn laut einer Studie erzeugt das Bedauern des eigenen Schicksals gute Gefühle und hilft damit, die schlechte Erfahrungen besser zu bewältigen. Nebeneffekt: Wehleidige Menschen übernehmen zudem mehr Verantwortung für die eigenen Fehler. Deshalb sei Selbstmitleid insbesondere für Menschen mit geringem Selbstvertrauen vorteilhaft, so Studienleiter Mark Leary von der Universität Winston-Salem (USA). Selbstbewusste Menschen neigten hingegen dazu, ihre Niederlagen zu verteidigen.

Leary bestätigte seine Vermutung mit zwei Tests: Im ersten konfrontierte der Psychologe Studenten mit einer unerfreulichen Situation, beispielsweise einer sportlichen Niederlage. Die Selbstmitleidigen äußerten Sätze wie „Jeder macht mal einen Fehler“ und behandelten sich selbst quasi wie einen guten Freund. Studenten mit starkem Selbstwertgefühl ordneten Ihre Sitaution radikal als Niederlage ein und kamen mit der Situation deshalb vergleichsweise schlecht klar.
Im zweiten Test untersuchte Leary die Reaktion der Studenten auf Beleidigungen. Ergebnis: Die selbstmitleidigen Studenten zeigten sich weniger verärgert und nachtragend als die Selbstbewussten. Die Ergebnisse der Studie widerlegen damit die bisherigen Vermutungen, dass ein starkes Selbstwertgefühl wichtig sei, um Niederlagen zu verarbeiten.

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