Weicheier wiegen mehr

Es ist keine Diät-Legende: Man wiegt wirklich mehr, wenn die Waage auf einem weichen Teppich steht. Und nun wissen wir auch, warum.

Der britische Physiker David MacKay von der Uni Cambridge wusste zunächst selbst keine Antwort auf die Frage, die ihm auf einer Party gestellt wurde: "Warum wiegt man auf einem Teppich mehr als auf einem harten Untergrund?"

Zusammen mit seinem Studenten Jon Pendergast untersuchte er die These zunächst mit handelsüblichen analogen Waagen und testete diese auf verschiedenen Bodenbelägen. Das Ergebnis: Auf einem dicken, weichen Teppich wogen sie bis zu 10 Prozent mehr als auf einem harten Fußboden, berichten die Forscher in Fachblatt "New Scientist".

Um den Grund zu finden, nahm Pendergast diverse Waagen auseinander und maß die Bewegung der internen Mechanik, wenn sie auf verschiedenen Böden beladen wurde. In jeder analogen Waage befinden sich vier Drehpunkte, die von den Ecken nach innen zeigen und das Gewicht einer Person auf eine gefederte Metallplatte an der Rückseite der Waage übertragen. Die Bewegung der Platte wird über eine Metallstange übertragen, um die Gewichtsskala zu drehen.

Pendergast fand heraus, dass sich die Bodenplatte auf einen harten Untergrund nach unten biegt. Dadurch werden die Hebelpunkte an den Ecken so nach innen geneigt, dass sich die Distanz zwischen den Eckpunkten und der gefederten Metallplatte verkürzt.

Auf einen dicken Teppich dagegen wird die Bodenplatte so unterstützt, dass sie nicht nachgibt. Dadurch verlängert sich der Hebel in der Waage und die Gewichtsanzeige geht nach oben.

Und welches Ergebnis stimmt nun? Ganz einfach: Die Waagen werden auf harten Untergrund geeicht. Wenn Sie also Ihr wahres Gewicht wissen wollen, stellen Sie Ihre Waage auf den gefliesten Boden im Badezimmer und nicht auf den fünf Zentimeter dicken Bettvorleger – auch wenn Sie da vor Schreck wenigstens weich fallen.

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