Aufbewahrung: Wein richtig lagern

Lagerung: Wein ist lichtscheu und hat es gerne 12 Grad kalt
Lagerung: Wein ist lichtscheu und hat es gerne 12 Grad kalt

Eckhard Hillman, Weinexperte bei Hawesko, gibt Tipps, worauf man achten sollte, damit "Wein sich wohl fühlt"

Warum macht es eigentlich einen Unterschied, ob Wein stehend oder liegend gelagert wird? Kann man Flaschen im Wohnzimmer oder in der Küche aufbewahren und worauf muss man dabei achten?

Wein entwickelt und verändert sich, wenn man ihn nach dem Abfüllen nicht gleich wieder entkorkt, sondern ihm etwas Ruhe gönnt. Allerdings spielen bei der Lagerung viele Komponenten wie beispielsweise Licht, Temperatur oder Erschütterung eine wichtige Rolle.

Licht: Wein ist lichtscheu. Sonnenlicht oder starkes Kunstlicht können dem Wein schaden, da das Grün- und Braunglas der Flaschen nicht ausreichend dagegen abschirmt. Besteht keine Möglichkeit den Lagerraum abzudunkeln, so sollten die Weine zumindest in einem Karton gelagert werden.

Temperatur: Die ideale Lagertemperatur liegt bei ca. 12 Grad, wobei Schwankungen von plus oder minus zwei Grad leicht verschmerzt werden können. Lässt sich dieser Idealzustand nicht herstellen, so sollte man auf jeden Fall auf eine möglichst gleich bleibende Temperatur achten.

Große Temperaturschwankungen oder gar -sprünge sollten auf jeden Fall vermieden werden. Sehr wohl fühlen sich die guten Tropfen auch in speziellen Weinklimaschränken aus dem Fachhandel.

Ruhe: Wein mag keine Erschütterungen, jedes Umplatzieren kann ihm schaden. Ein Tipp an dieser Stelle: Wein immer mit dem Etikett nach oben lagern, damit bei der Auswahl die Flasche nicht aufgenommen oder gedreht werden muss. Ein herkömmlicher Kühlschrank ist aufgrund der Vibrationen weniger zur Weinlagerung geeignet. Besser sind auch hier spezielle Weinklimaschränke, da diese meist vibrationsfrei sind.

Luftfeuchtigkeit: Insbesondere bei Weinflaschen, die mit Naturkorken verschlossen sind sollte auf eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit im Lagerraum geachtet werden. So bleibt der Korken elastisch. Luftfeuchtigkeitswerte unter 50 Prozent und über 75 Prozent können dem Korken schaden und damit auch dem Wein. Optimal ist eine Luftfeuchtigkeit von ca. 70 Prozent.

Position: Bei ausreichender Luftfeuchtigkeit kann Wein auch stehend gelagert werden. Empfehlenswert ist jedoch liegend, damit der Korken innen nass bleibt. Am besten den Boden der Flasche etwas niedriger legen, dann können sich eventuelle Trübstoffe im unteren Bereich der Flaschen absetzen.

Weitere Tipps und Tricks: Mit ein paar Tipps und Tricks lässt sich aus jedem Kellerraum ein kleines Weinlager machen. So kann die Isolierung der Fenster oder die Dämmung von Wänden Temperaturschwankungen deutlich vermindern. Die Luftfeuchtigkeit lässt sich ganz einfach und unkompliziert durch Gefäße mit nassen Hydrokultursteinen oder nassen Tüchern erhöhen.

Eine Alternative, aber auch eine etwas höhere Investition, sind elektrische Weinklimaschränke, die alle Bedürfnisse der edlen Tropfen erfüllen. Ein Tipp zum Schluss: Wein kann Gerüche aufnehmen. Ein nach Heizöl "duftender" Kellerraum oder die vom Auto genutzte Garage als Lagerplatz vermeiden.

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