Fleisch, Fisch, Brot & Wein: Weitere Bio-Produkte auf dem Prüfstand

Bio-Hack ist von glücklicheren Schweinen
bei Fleisch sind Bio-Produkte die bessere Wahl

Fleisch, Fisch, Brot und Wein: Hier erfahren Sie, wann konventionelle Erzeugnisse mithalten können und wann sich Bio auszahlt

Die EU-Ökoverordnung legt nur einen Mindeststandard fest (z. B. keine gentechnisch veränderten Organismen, weniger Zusatzstoffe, keine Pestizide), Anbauverbände wie Bioland, Demeter oder Naturland gehen mit ihren Richtlinien oft weit darüber hinaus. Beispiele:

Fleisch: Beim Biobauern haben die Tiere mehr Platz und dürfen auf die Weide. Das macht das Fleisch zarter und reich an Omega-3-Fettsäuren. Durch Haltung und Rasseauswahl sind die Tiere gesünder, brauchen weniger Medikamente. Vorbeugend oder zur Mastbeschleunigung dürfen Antibiotika gar nicht gegeben werden, werden sie doch benutzt, ist die Wartezeit danach doppelt so lang. Das konventionelle QS-Siegel sichert oft nur gesetzlich vorgeschriebene Standards.

Brot: Ob Bio oder nicht: Schadstoffe gibt es kaum. Da im Bio-Anbau keine Fungizide eingesetzt werden dürfen, kann es bei Bio-Getreide zu einer Belastung mit Pilzgiften kommen. Weil die Anbaumethoden aber die Bedingungen für Pilze erschweren, ist das Risiko viel geringer, als man lange dachte. Biobäcker verzichten auf naturidentische Aromen und synthetische Backhilfen wie Phosphate. Die Produkte haben oft einen kräftigeren Geschmack, der nicht jedermanns Sache ist.

Milch: Hüben wie drüben müssen Sie keine Schadstoffe fürchten. Da Biokühe jedoch Grün- statt Kraftfutter fressen, enthält ihre Milch mehr konjugierte Linolsäure (CLA), die unter anderem krebsvorbeugend wirken soll. In Biomilch sind aber auch mehr Transfettsäuren, die schlecht für die Blutfettwerte sind. Gleichstand. In Bio-Milchprodukten sind sechsmal weniger Zusatzstoffe erlaubt als bei konventioneller Herstellung. Wem dies und das Wohl der Tiere wichtig ist, sollte Bio wählen.

Wein: Schmecken können Sie den Unterschied zwischen Bio- und herkömmlichem Wein nicht. Pestizid-Rückstände werden bei der Herstellung ohnehin entfernt. Auch schweflige Säure – traditionell in der Kellerwirtschaft und immer wieder in der Diskussion – wird bei beiden eingesetzt, allerdings bei Ecovin in der geringstmöglichen Konzentration. Einziger deutlicher Unterschied: Wein aus Ökotrauben kann bis zu 25 Prozent mehr vom Herzschutzstoff Resveratrol enthalten.

Fisch: Biofisch gibt es nur von den Verbänden (in der EU-Ökoverordnung sind Aquakulturen bisher nicht berücksichtigt). Bei ihnen müssen mehrere Fischarten zusammenleben und mehr Platz haben als in konventioneller Zucht. Das sorgt für weniger Stress und Krankheiten und so für geringeren Medikamenteneinsatz. Vorbeugend dürfen Hormone und Medikamente gar nicht eingesetzt werden. Nachhaltig nützt der Fisch mit dem MSC-Siegel gegen die Überfischung der Meere.

Schrimps: Shrimps fallen öfter durch hohe Belastung unerwünschter Stoffe auf, werden aber auch schnell aus dem Verkehr gezogen. Für die Umwelt sind konventionell gezüchtete Tiere jedoch immer bedenklich, weil die riesigen Zuchtfarmen das Wasser mit Antibiotika und Chemikalien belasten und den Lebensraum vieler Fischarten zerstören. Die Alternative stammt aus Öko- Aquakultur, zertifiziert von Naturland.

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