Die passende Ausrüstung: Welche Kamera für welchen Typ

Vor dem Kamerakauf: Was brauchen Sie?

Bevor Sie sich eine Kamera zulegen, sollten Sie sich Gedanken machen, wo Sie mit Ihrer Fotografie hin möchten

Verwendungszweck einer Kamera spielt beim Kauf die entscheidende Rolle. Daher müssen Sie zunächst wissen, was es für Kameras überhaupt gibt. Man teilt Kameras in Film- und Suchertypen ein.

Bei den Filmtypen gibt es:
Digitalkameras
Pocketkameras
APS-Kameras Kleinbildkameras
Minoxkameras
Mittelformatkameras
und Großformatkameras

Bei den Suchertypen:
Sucherkameras
Spiegelreflexkameras
und Displaykameras.

Der Filmtyp
Wie der Name schon andeutet, ist der Filmtyp für den Charakter einer Kamera entscheidend. Fotografen, die in erster Linie lebendige Motive wie Menschen und Ereignisse knipsen, sind mit einer Kleinbildkamera bestens ausgerüstet. In fast nahezu jedem Einsatzgebiet erzielt eine Kleinbildkamera sehr gute Ergebnisse. Dieser Typ von Kamera macht die Masse aller Kameras aus. Tipps und Tricks in diesem Guide beziehen sich daher stets auf Kleinbildkameras – wobei sie natürlich auch in vielen Bereichen für andere Typen gelten.

Der Suchertyp
Sucherkameras unterscheiden sich nachdem, was der Fotograf sieht, wenn er in den Sucher schaut. Bei der klassischen Sucherkamera sieht der Betrachter etwas Anderes als die Linse. Das ist vor allem bei Nahaufnahmen von Belang: Sie wollen die schönen Augen Ihrer Liebsten fotografieren, auf dem Bild sehen Sie später aber nur ihre Nase.
Vorteil: quasi idiotensicher. Der automatische Belichtungs- und Entfernungsmesser ermöglicht fast immer gut ausgeleuchtete und scharfe Bilder. Außerdem machen geringe Größe, kleines Gewicht und ihre Robustheit sie fast überall einsetzbar. Gut für Schnappschüsse.
Nachteil: Die Zoomobjektive sind fest montiert und lassen sich nicht austauschen. Die fotografischen Eigenschaften und Einstellungsmöglichkeiten sind begrenzt. Gute Portraitbilder lassen sich damit kaum schießen.

Bei der Spiegelreflexkamera hingegen wird das Bild durch das Objektiv über einen Spiegel in den Sucher geleitet. Das was das Objektiv sieht, Bildausschnitt, Licht und Schärfe, sehen auch Sie, bevor Sie abdrücken. Dann klappt der Spiegel blitzschnell hoch und gibt den Weg auf den Film oder Chip frei. Das Prinzip funktioniert sowohl bei analogen als auch digitalen Kameras gleich.
Vorteil: Spiegelreflexprinzip (s.o.). Da Sie viele Funktionen wie Schärfe, Blende und Belichtungszeit selber einstellen können, haben Sie eine riesige Bandbreite an fotografischen Möglichkeiten. Zudem können Sie das Objektiv nach Bedarf wechseln. Die Optik (Linsensystem) ist der von Sucherkameras in der Regel haushoch überlegen.
Nachteil: Verhältnismäßig groß und deutlich teurer.

Expertentipp: "Falls das Portemonnaie es zulässt, beginnen Sie auch als Anfänger gleich mit einem hochklassigen Gerät. Fangen Sie nicht an Zwischenstationen beim Kamerakauf einzulegen," so Richard Dormann, Professor für Visuelle Kommunikation an der Fachhochschule Wilhemshaven. "Ich rate von Anfang an zu einer Spiegelreflexkamera."

Displaykameras finden sich nur bei den Digitalkameras. Dort sieht der Fotograf das Bild ausschließlich auf einem kleinen Bildschirm (Display). Vorteil: Objektiv, und Sucherbild sind identisch. Verhältnismäßig große Voransicht.
Nachteil: Displaykameras haben zwar auf den ersten Blick den Vorteil einer Spiegelreflexkamera. Doch da ein Display nur ein geringes Auflösungsvermögen hat, erkennt der Fotograf die Eigenschaften seinen Bildes nur begrenzt. Außerdem: Steht die Sonne hinter dem Betrachter, sind Bilder auf Display nur noch schwer zu erkennen.

Wie viel Geld muss ich als Einsteiger für eine gute Kamera ausgeben?
Eine Digitalkamera für Schnappschüsse gibt es schon für rund 200 Euro. Bei Geräten mit individuellen Einstellungen, sollten Sie schon eine gehobene Mittelklasse wählen. Professor Dormann: "Als Einsteiger sollten Sie zwischen 300 und 400 Euro hinlegen. Wollen Sie ein hochwertigeres Gerät wie eine Spiegelreflexkamera liegen Sie leicht bei 600 bis 700 Euro."

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