Nikotin-Entzug: Weniger rauchen bringt wenig

Nur aufhören hilft
Weniger Rauchen bringt kaum gesundheitliche Veränderung

Lautet Ihr guter Vorsatz fürs neue Jahr "Weniger rauchen"? Gesünder ist das nicht, berichten US-Forscher und empfehlen den Kippen-Totalverzicht.

Den Konsum von Zigaretten einschränken oder komplett das Rauchen aufgeben – diese Alternativen werden derzeit von vielen Tabakexperten ernsthaft dikutiert.

"Viele Leute – Raucher und medizinische Fachleute gleichermaßen – glauben, dass Raucher, die ihren Konsum einschränken, gesundheitlich davon profitieren", sagt Dr. Richard Hurt vom Nikotinabhängikeits-Center der Mayo Clinic in Rochester. "Unsere Ergebnisse bestätigen das nicht", so der Studienleiter.

Die US-Studie umfasste 23 starke Raucher (mehr als 40 Zigaretten pro Tag). Während neun Wochen versuchten sie, sich schrittweise auf zehn Zigaretten pro Tag zu beschränken. Dies gelang jedoch - auch mit Beratung und erlaubten Hilfsmitteln wie Nikotin-Inhalatoren – nur den wenigsten, die meisten brachten es lediglich auf eine Halbierung des Konsums.

Nach zwölf Wochen wurden sechs sogenannte Bio-Marker, die Schädigungen durch Tabakkonsum anzeigen, bei den Teilnehmern überprüft. Mit magerem Ergebnis: Nur "ein Biomarker zeigte eine weniger schädigende Verbesserung an", sagt Dr. Hurt. Vier Marker blieben dagegen unverändert, und "einer verschlechterte sich, was auf eine zunehmende Schädigung hinweist", so der Forscher.

"Die Studie ergab, dass der Teilverzicht sogar mit Unterstützung schwer fällt und dass die gesundheitlichen Vorteile unklar sind", so Dr. Hurt.

Aufhören bleibt also für knapp sieben Millionen Deutsche, die von Nikotin abhängig sind, die beste Option: Selbst "starke Raucher, die eine Nikotinersatztherapie, Beratung und Unterstützung erhalten, können aufhören", so Dr. Hurt. Und: "Wenn Raucher aufhören, sind die gesundheitlichen Auswirkungen beinahe sofort messbar."

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