Beziehungsstreit: Wenn Männer falsch reagieren

Eine falsche Antwort und schon schnappt die Falle zu

Auch Ihnen, lieber Leser, passiert das immer wieder. Sie stehen ihr gegenüber und machen dieselben Fehler, die wir Männer alle machen

1. Fehler: Sie fühlen sich so schuldig. Bereits die Tränen Ihrer Mutter sorgten dafür, dass Bubi sich schuldig fühlte und kuschte.

2. Fehler: Anschließend werden Sie ungehalten, weil Sie Ihrer Liebsten nie und nimmer gesagt haben, dass Sie eine andere wollen.

3. Fehler: Sie zitieren sich selbst und das gesamte Gespräch, um zu beweisen, dass Sie etwas anderes gesagt haben, als hier behauptet wird.

Das ist Ihnen zu theoretisch? Dann lesen Sie doch einmal den folgenden Dialog: Die Frau (sanft, aus dem Badezimmer): „Hast Du manchmal Lust auf andere Frauen?“ – Er (lachend): „Im Grunde nicht, ich will keine andere als Dich.“ – Die Frau (lachend, lockend): „Komm, Du Heuchler, gib’s ruhig zu. Was denkst Du, wenn so eine scharfe, halbnackte Kleine Dich anbaggert?“ Er (geschmeichelt): „Na ja, natürlich frag ich mich manchmal, wie es wäre mit so einer …“ Längere Pause. Die Frau bürstet heftig ihr Haar. Dann (wütend): „Dann hol Dir doch so ein kleines Mäuschen. Ich bin doch sowieso nur eine Verlegenheitslösung für Dich.“ Er tritt zu ihr, will sie besänftigend um die Schultern fassen. Sie wehrt giftig ab: „Fass mich nicht an!“ Der Abend ist gelaufen, die Tränen fließen (siehe oben).

Ein Mann hat im Grunde keine Chance, einen solchen Streit zu verhindern. Er kann lediglich noch einmal sagen, dass er zufrieden ist mit seiner Liebsten, und er kann darauf warten, dass sie sich beruhigt. In einem Streitgespräch mit der Geliebten auf dem tatsächlichen Wortlaut zu beharren ist ein typisch männlicher Fehler. Frauen erinnern sich nämlich in emotionalen Situationen keineswegs an die Worte, die gesprochen wurden, sondern an die Gefühle, die sie hatten, als sie die Worte hörten. Diese Gefühle übersetzen sie zurück in Worte und glauben fest daran, genau diese gehört zu haben. Sie memorieren sozusagen nicht das gesprochene, sondern das „gefühlte Wort“. Und die gefühlten Worte in unserem Beispieldialog waren eben: „Er will ständig andere Weiber flach legen, weil er auf mich hässliche Schachtel nicht mehr scharf ist.“ Folgerichtig behauptet sie, der Mann habe tatsächlich so etwas gesagt, der Schuft. „Jetzt muss ich mir auch noch von Dir anhören, dass das alles überhaupt nicht wahr ist“, schreit sie, wenn der Mann den tatsächlichen Wortlaut wiederholt. Und er: „Bist Du wahnsinnig, das ist doch erst eine halbe Stunde her, und ich habe wörtlich wiederholt, was ich von Anfang an gesagt habe.“

Diese ganze Diskussion ist völlig sinnlos, liebe Männer. Wir können sie uns getrost sparen. Denn unsere Worte treffen auf weibliche Gefühls-Ohren, und die verstehen, was sie verstehen müssen, was nicht immer das ist, was sie verstehen müssten. Sagen wir also in so einem Fall am besten gar nichts mehr, was sich auf das vergangene Gespräch bezieht. Sagen wir stattdessen einfach was Nettes, was Liebes zu unserer Partnerin. Aber keine Floskeln, wie etwa: „Dabei liebe ich doch nur Dich, mein Schatz.“ Denn darauf wird sie antworten: „Spar Dir Deine Heucheleien.“ Sagen wir also lieber: „Es ist so schwer, immer ein guter Mann zu sein.“ Am besten aber ist, wir sagen gar nichts, sondern tun stattdessen etwas. Kochen wir ihr zum Beispiel schweigend ein leckeres Essen. Irgendwann wird sie zu uns kommen, wenn wir am Herd stehen. Und uns von hinten umarmen. Sie wird ihren Kopf an unseren Rücken legen und versöhnlich schnurren. Warum? Eben ging doch noch die Welt unter? Na wegen ihrer Gefühls-Ohren. Denn die melden bei dem Töpfegeklapper: „Was für ein Schatz. Und so souverän.“

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