Studie zu Emotionen im Job: Wer sich ärgert, macht Karriere

Er schrie doch überhaupt nicht, seine Stimme war immer so laut.

Möchten Sie mehr Gehalt, eine Beförderung oder einfach mehr Macht? Dann sollten Sie Ihren Unmut kontrolliert aber deutlich äußern, legen neue Forschungen nahe.

"Wer seinen Ärger ausdrückt, erscheint dominanter und stärker", sagt Professor Larissa Tiedens von der Stanford Universität in Kalifornien. "Wenn Leute jemanden sahen, der sich ärgert, hielten sie ihn für klüger als jemanden, der andere Emotionen – etwa Traurigkeit – zum Ausdruck brachte und sie billigten ihm einen höheren Status zu", berichtet die Studienleiterin.

Seinen Ärger zum Ausdruck zu bringen, erhöht danach die Chancen, von anderen unterstützt, gewählt, befördert oder eingestellt zu werden, mehr zu verdienen sowie die Bereitwilligkeit anderer, von einem zu lernen.

Untersucht wurden die Reaktionen von Studenten der Stanford Universität auf den Ausdruck von Ärger oder Traurigkeit, das Ergebnis der Studie wurde im Journal of Personality and Social Psychology veröffentlicht.

Traurigkeit wurde dagegen als ein Zeichen der Schwäche wahrgenommen – allerdings wurden solche Personen als liebenswürdiger eingestuft. Ärger wurde als Zeichen der Stärke gesehen – diesen Personen wurde ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn zugestanden und die Fähigkeit, Dinge geregelt zu bekommen.

Ob aggressives Verhalten jedoch als Strategie für dauerhaften Erfolg ausreicht, darf bezweifelt werden: "Kurzfristig funktionieren Ärger und Aggression. Menschen die ihren Ärger zum Ausdruck bringen, bekommen meistens, was sie wollen", sagt der Sozialpsychologe Professor Brad Bushman von der Iowa State Universität. "Problematisch ist der Langzeiteffekt. Dieses Verhalten beschädigt auf Dauer die Beziehungen mit anderen Menschen, obwohl man zuerst sogar an Ansehen gewinnt", so der Experte.

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