Filmtipp "Django Unchained": Western-Showdown am Mississippi

Trailer zum Film
Trailer zum Film "Django Unchained"

Christoph Waltz und Jamie Foxx schießen sich in "Django Unchained" durch Amerikas Sklavenplantagen. Quentin Tarantinos Südstaaten-Western ist schrill, blutig und unterhaltsam

Wortkarge Revolverhelden, eingängige Musik, fiese Schurken und wilde Schießereien. Quentin Tarantino hat mit Django Unchained einen waschechten Italo-Western gedreht. Mit dem wohl schrillsten Revolverhelden-Duo der Filmgeschichte: Jamie Foxx als Rache suchender, schweigsamer Sklave und Christoph Waltz als verschmitzt höflicher Kopfgeldjäger aus Düsseldorf. Um seine Fans nicht zu enttäuschen, geht Tarantino gewohnt brutal und schräg zu Werke. Vor allem ist Django Unchained aber eine blutige Abrechnung mit Rassenhass und Sklaverei in den USA. Und davon zeigt der Film alle nur erdenklichen Grausamkeiten. Ein starker Magen ist daher eine Grundvoraussetzung, um diesen genialen und blutrünstigen Parforceritt durch die Südstaaten zu ertragen.

Das wohl schrillste Revolverhelden-Duo der Filmgeschichte: Jamie Foxx als Sklave Django und Christoph Waltz als Kopfgeldjäger Dr, King Schultz
Das wohl schrillste Revolverhelden-Duo der Filmgeschichte: Jamie Foxx als Sklave Django und Christoph Waltz als Kopfgeldjäger Dr. King Schultz

Darum geht’s in Django Unchained: Zahnarzt und Kopfgeldjäger Dr. King Schultz (Christoph Waltz) befreit den Sklaven Django (Jamie Foxx) von seinen Ketten. Dieser soll ihm helfen, ein paar steckbrieflich gesuchte Mörder zu identifizieren und zu erschießen. Danach tun sich beide zusammen, um Djangos Frau Broomhilda (Kerry Washington) aus den Fängen des sadistischen Plantagenbesitzers Calvin Candie (Leonardo DiCaprio) zu befreien.

Perfekte Fieslinge: Leonardo DiCaprio als sadistischer Plantagenbaron und Samuel L. Jackson als sein treu ergebener Haussklave
Perfekte Fieslinge: Leonardo DiCaprio als sadistischer Plantagenbesitzer und Samuel L. Jackson als sein treu ergebener Haussklave

B-Movie mit Waltz-Show
Django Unchained
ist eine Hommage an die legendären Spaghetti-Western der 60er, wie Für eine Handvoll Dollar und Django. Selbst Ur-Django Franco Nero gibt einen Gastauftritt. Mit den Mitteln und Klischees des B-Movies versucht Tarantino die Gräueltaten der Sklaverei offenzulegen. Dabei dreht er den Spieß um. Jetzt darf Schwarz Weiß niederschießen. Ein Sklave wird zum Helden und die weißen Südstaatler stehen als niederträchtige Idioten da. Währenddessen galoppieren Django und Schultz von Shootout zu Shootout, wobei die vermeintlich finale Schießerei leider nicht die letzte ist, was den Film etwas in die Länge zieht. Pluspunkt: Damit Djangos Feldzug durch die Sklavenplantagen am Mississippi nicht schnell langweilig wird, stellt Tarantino ihm zwei brillante Fieslinge in den Weg: Leonardo DiCaprio als barbarischen Plantagenbaron und Samuel L. Jackson als sein treu ergebener Haussklave.

Fazit:Django Unchained ist schrill, blutig, unterhaltsam – und mit fast 3 Stunden sehr lang geraten. Länger als einfache Story und Charaktere eigentlich hergeben. Zum Glück retten die vielen gelungenen Pointen und brillanten Dialoge darüber hinweg. Und natürlich ist Django Unchained wie schon Inglourious Basterds eine großartige Christoph-Waltz-Show.

Django Unchained (USA 2012)
Regie: Quentin Tarantino
Drehbuch: Quentin Tarantino
Darsteller:  Jamie Foxx, Christoph Waltz, Leonardo DiCaprio, Kerry Washington, Samuel L. Jackson
Länge: 165 Minuten

Start: 17. Januar 2013

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