Krebsforschung: Wie gefährlich sind Konserven?

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Kritiker warnen vor krebsauslösender Beschichtung.

Machen Konserven krank? Im Rahmen einer EU-Studie in Belgien wurde in 70 Prozent der untersuchten Dosen die Chemikalie BADGE entdeckt. Sie steckt in der Innenbeschichtung und soll das Rosten verhindern. Bei sechs Prozent wurde der EU-Grenzwert von einem Milligramm pro Kilo Lebensmittel überschritten. Betroffen: Fisch- und Sauerkonserven wie Zitrussäfte, Essig und Tomaten.

Sind die Werte gefährlich?
Während die Autoren der Studie die Chemikalien für einen Krebsauslöser halten (und raten, Essen aus Dosen vor dem Verzehr zumindest abzuspülen), geben viele andere Experten Entwarnung.

Worauf stützt sich die Entwarnung?
In Tierversuchen konnte keinerlei Gesundheitsgefährdung nachgewiesen werden. "Allerdings ist BADGE nur eine von vielen Verbindungen, die aus dem Dosenlack in die Lebensmittel übergehen können", sagt Dr. Konrad Grob vom Kantonalen Labor in Zürich. "Wer eine Dose aufmacht, isst zwei, drei Milligramm davon mit."

Was bedeutet das für mich? Wahrscheinlich hat das keine Folgen für die Gesundheit — doch getestet sind die meisten der chemischen Verbindungen nicht. "NODGE, das teilweise als Ersatz für BADGE dient, ist z. B. nirgendwo zugelassen, wird in der EU trotzdem eingesetzt", erklärt der Experte.

Dass man Konserven sicherer produzieren kann, beweist die Schweiz: Dort gelten strengere Grenzwerte. "Und Dosen mit NODGE gehen dort zurück an den Hersteller."

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