Ungesunde Nachtschicht: Wie kann ich die innere Uhr überlisten?

Frage: Seit einem Jahr bin ich im Nachtdienst (22 bis 6 Uhr) tätig. Passen sich die innere Uhr und die biologische Prozesse einem verschobenen, aber konstanten Lebensrhythmus an? Wenn nein, wie kann ich die innere Uhr überlisten?
G. K.
Die innere Uhr lässt sich nicht umstellen
Die innere Uhr lässt sich nicht umstellen

Unsere Antwort:

"Auch nach einem Jahr kontinuierlicher Nachtarbeit stellt sich die innere Uhr, die unsere biologischen Rhythmen steuert, nicht um", sagt Dr. Jürgen Zulley, Schlafforscher an der Universität Regensburg. So robust wie sie ist, verhindert sie die Auswirkungen kurzfristiger Veränderungen (z. B. durchgemachte Nacht), stört aber bei notwendigen Umstellungen (Jetlag, Schichtarbeit), so Zulley.

Die innere Uhr richtet sich nach äußeren Zeitgebern, vor allem dem Tageslicht: Der Körper, wie auch Geist und Seele, schalten am Morgen auf Wach, wenn Sie schlafen gehen wollen – und am Abend auf Ruhe, wenn Sie mit der Arbeit beginnen. Dies betrifft sämtliche Funktionen, die bei konstanter Nachtarbeit einen gestörten Verlauf annehmen. Die Folge ist eine deutlich erhöhte Erkrankungsrate bei Schichtarbeitern. Schichtarbeit sollte nur relativ kurzfristig durchgeführt werden, in jungen Jahren und nur wenige Jahre.

Die biologischen Rhythmen zu "überlisten", wäre etwa mit hellem Licht (Lichtherapie) möglich, da hiermit die innere Uhr "verdreht" werden kann. Es ist aber noch ungeklärt, ob dies auf lange Zeit nicht zu gesundheitlichen Störungen führt. Entsprechendes gilt für die Einnahme von Melatonin, die nicht empfohlen werden kann.

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