Geldschwierigkeiten: Wie komme ich aus der Finanzkrise?

Frage: Mein Konto ist überzogen, mit den Ratenzahlungen für den Kredit bin ich im Rückstand. Was kann ich tun, um aus diesem Schlamassel mit einem blauen Auge rauszukommen?
A. D., Heilbronn
Bei Geldsorgen: Das Gespräch mit den Gläubigern suchen
Bei finanziellen Schwierigkeiten: Legen Sie die Karten auf den Tisch

Unsere Antwort:

"In der Praxis zeigt sich leider immer wieder, dass bei finanziellen Schwierigkeiten viele Menschen den Dingen einfach ihren Lauf lassen, statt die Probleme aktiv anzugehen", sagt Klaus Thoma, Deutsche Bank, Frankfurt/Main. Dabei führt der Weg aus der Sackgasse erfahrungsgemäß über drei Punkte, so Thoma:

1. Das Gespräch mit den Gläubigern suchen
Es ist völlig falsch, abzuwarten, bis Mahnbriefe oder gar Kreditkündigungen ins Haus flattern. Das Vertrauen der Bank oder anderer Gläubiger ist leichter zu erhalten, wenn Sie das Gespräch und damit Hilfe bereits bei ersten Anzeichen von Problemen suchen. So gelingt es auch vielfach, negative Einträge bei der Schufa zu verhindern, die auf Jahre die Kreditwürdigkeit in Zweifel ziehen.

2. Die Karten auf den Tisch legen
Es ist unerlässlich, sich selbst und den Gläubigern eine konkrete Übersicht über den Stand der Verbindlichkeiten und gegebenenfalls über vorhandene Vermögenswerte (Sparguthaben, Lebensversicherungen etc.) zu verschaffen. Auch Ein- und Ausnahmen müssen offen gelegt werden. Nur so können Ansatzpunkte für Lösungen gefunden werden. Die Banken geben dabei Hilfestellung.

3. Gemeinsam Lösungen entwickeln
Leider gibt es in dieser Situation keine Patentlösung. Um so wichtiger ist das Zusammenwirken von Kunde und Bank, um ein auf den Einzelfall abgestelltes, tragfähiges Konzept zu entwickeln. Hierbei können verschiedene Maßnahmen in Betracht kommen, zum Beispiel die Stundung von Raten, eine Verlängerung der Kreditlaufzeiten, die Zusammenfassung von Schulden aber auch die Minderung von Ausgaben (etwa bei Zahlungen in Sparverträge oder nicht benötigte Versicherungen oder durch Kürzung der Lebenshaltungskosten).

Noch besser ist es natürlich, derartige Probleme bereits im Vorfeld zu vermeiden, bei Anschaffungen auch mal nein zu sagen – selbst wenn die vermeintlich günstige Finanzierung zum Kaufobjekt gleich mitgeliefert wird.

Anzeige
Sponsored SectionAnzeige