Benutzerfreundlichkeit: Wie komplizierte Geräte vereinfacht werden

Last und Lust der Bedienung elektronischer Geräte
Last und Lust mit der Bedienung elektronischer Geräte

Wie werden Hürden bei der Geräte-Entwicklung überwunden? Wir haben dazu einen Experten befragt

Ein Handy, das fotografiert. Ein Fernseher, der Radiosender empfängt. Ein Navigationssystem mit MP3-Player. Nicht nur Mutti hat mittlerweile Schwierigkeiten zu telefonieren, geschweige denn den Videorecorder oder heute den DVD-Recorder zu bedienen. Der Fortschritt in der Geräteentwicklung ist schneller als das Verständnis der Menschen, diese Geräte am Ende auch zu bedienen. Und wie reagieren die Unternehmen auf diese Erkenntnis? Angesichts so mancher aberwitziger Bedienungsanleitung könnte man meinen: gar nicht. Doch das stimmt nicht immer.

Große Hersteller von Unterhaltungselektronik wie Panasonic und Philips geben zumindest vor zu begreifen, wie wichtig es ist, dass ihre Geräte nicht nur 1001 Funktionen besitzen, sondern dass ihre Käufer sie auch bedienen können. So sitzen in den Entwicklungsabteilungen Spezialisten, die sich mit nichts anderem beschäftigen. „Grundsätzlich ist es der Kunde, der entscheidet, wann ein Gerät einfach ist und wann nicht,“ meint beispielsweise Ralf Hansen, Leiter Corporate Communication bei Panasonic. „Deswegen beurteilen Produktentwickler das Gerät immer aus der Sicht des potenziellen Käufers.“ Damit das Ganze nicht nur Spekulation bleibt, lassen die Unternehmen das Publikum beispielsweise auf Messen die Geräte ausprobieren. Hansen: „Konsumenten geben uns außerdem häufiger, als man glaubt, ein Feedback über Hotlines und Internet-Foren.“

Grundsätzlich gilt: so übersichtlich wie möglich! Das bedeutet, am Gerät an sich dürfen nur die nötigsten Funktionen wie „Play“, „Pause“, „Stop“ und vor- beziehungsweise zurückspulen zu finden sein. Auch Fernbedienungen bauen auf eine solche Struktur. Auch hier gilt: Überflüssiges muss weg. Überspitzt bringt es Hansen auf den Punkt: „Eine knallbunte Fernbedienung mit 40 kleinen, kaum zu entziffernden Symbolen erleichtert keinem die Handhabung.“

In der Regel gelten zu viele Knöpfe daher als verwirrend. Doch wenn Hersteller es zu gut meinen, kann es auch in die Hose gehen. BMW hat beispielsweise den iDrive, eine Bedienkonsole, die mit nur einem Knopf hunderte Funktionen ansteuert.

„iDrive ist momentan das beste Beispiel für Reduzierung, was die Knopfvielfalt anbelangt,“ sagt Ralf Hansen über das innovative BMW-Konzept. „Trotzdem ist seine Bedienung kompliziert und gewöhnungsbedürftig. Bis zu 700 Funktionen, die sich hinter einer Taste verbergen und über ein komplexes Menü ausführbar sind. Das ist nicht wirklich nutzerfreundlich“, so Hansen. Neben einer übersichtlichen Struktur müsse der Kunde auch wissen, welche Funktion wie ausgeführt werden kann.

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