Weinklassifizierung: Wie Kult-Weine gemacht werden

Lagerung von Spitzenweinen
Kultwein muss gut aufbewahrt werden

Punkte von Weinpäpsten sind oft subjektiv. Die Klassifikation des australischen Auktionshauses Langton's dagegen ist gnadenlos objektiv

Die Bezeichnung "Kultwein" hat man schneller im Mund als den dazugehörigen Wein. Das liegt daran, dass Kultweine oft so rar sind, dass man sie eigentlich als virtuell bezeichnen könnte. Die Preise für Kultweine bewegen sich zwischen mehreren hundert bis hin zu tausend Euro.

Das wirklich Verrückte an diesem Spiel aber ist, dass ein Wein nur dann zum Kultwein wird, wenn ein Weinpapst – besonders Robert M. Parker, Jr. – einen Probeschluck derart genial findet und in seiner Enzyklika The Wine Advocate so hoch bepunktet, dass plötzlich jeder ihn haben will, was umso dramatischer wirkt, je weniger es davon gibt: Sein Preis steigt binnen Tagen in wahnwitzige Höhen und wird nie wieder ins Reich des Irdischen zurückkehren.

So gehypte Kultweine sind weit weniger Anlass für genussvolle Momente als Gegenstand der Spekulation, man handelt mit ihnen wie mit Aktien. Nur wenige Weinfreunde interessieren sich daher für sie. Sie überlassen das Feld lieber den "Investitionsidioten", wie sie der Bordeaux-Experte René Gabriel nennt.

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