Gesunde Ernährung: Wie oft sollte man essen?

Wer schlank sein will, muss Maß halten
Um schlank zu bleiben, muss man Maß halten

Je mehr Mahlzeiten man isst, desto mehr Kalorien kommen in der Regel zusammen, behaupten Wissenschaftler

Die Idee, sieben mal täglich zu essen, entstammt einer US-Diät namens Grazing. Wie eine Kuh auf der Weide solle man den ganzen Tag über essen, da der Körper bei sieben kleinen Mahlzeiten angeblich mehr Energie für die Verdauung benötigt, als wenn man dieselbe Kalorienmenge einfach auf weniger Mahlzeiten verteilt.

"Grazing funktioniert – wenn man Gras frisst", sagt Professor Volker Schusdziarra trocken. Der stellvertretende Direktor des Else-Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin der TU München hält dieses Konzept für weltfremd: "Unter Laborbedingungen mag so etwas funktionieren, aber nicht im wirklichen Leben." In der Tat wäre jemand, der sich an diese Ernährungsform hält, ständig mit der Zubereitung von Essen beschäftigt, bekäme aber jeweils nur winzige Portionen. Dass Grazing sich nicht durchsetzen kann, liegt aber wohl nicht nur am Aufwand, sondern auch am mangelnden Erfolg. Denn die Menschen tendieren schon bei üppigeren Mahlzeiten dazu, länger zu essen, als es für die Deckung des Energiebedarfs erforderlich ist.

"Je mehr Mahlzeiten die Leute einnehmen, desto mehr Kalorien kommen in der Regel zusammen", sagt Schusdziarra, der seine Erfahrungen unter anderem aus Hunderten von Ernährungsprotokollen seiner Patienten gewonnen hat. Diese stammten zwar von Übergewichtigen, doch es gibt Hinweise, dass die Sache bei den Schlanken auch nicht viel anders aussieht. Sollte man also, statt dem Grazing zu frönen, lieber nur zwei oder drei Hauptmahlzeiten einnehmen und zwischendurch nichts mehr essen?

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