Ernährungsfehler vermeiden: Wie viel sollte man essen?

Schlaf ist auch eine Art Diät
Hätten Sie es gewusst? Im Schlaf läuft die Fettverbrennung auf Hochtouren!

Den besten Ess-Rhythmus für eine schlanke Linie gibt das Hungergefühl an

Neben dem von Schusdziarra genannten gäbe es theoretisch einen weiteren guten Grund, nur ein bis zwei Mahlzeiten pro Tag zu essen, nämlich die Wirkung auf die Insulin-Ausschüttung. Aufgabe dieses Hormons ist es, Nährstoffe in die Zellen zu transportieren. Das Problem für alle, die gegen Übergewicht kämpfen: Solange Insulin im Blut ist, bleibt das Körperfett in Speckrollen eingeschlossen, ist seine Verbrennung praktisch ausgeschaltet. "Man bekommt etwa alle vier Stunden Hunger, denn so lange dauert im Schnitt auch die Verdauung einer Mahlzeit", so Schusdziarra. "Das heißt: Es ist eigentlich den ganzen Tag über Insulin im Blut – die Fettverbrennung liegt lahm."

Klingt schockierend, aber der Experte sieht darin kein Problem: "Für die Fettverbrennung hat man in jeder Nacht mehrere Stunden Zeit – und selbst darauf ist man nur dann angewiesen, wenn man zu viel Fett auf den Rippen hat."

Da das bei so manchem der Fall ist, stellt sich die Frage, ob man nicht viel effektiver abnehmen könnte, wenn man dem Körper durch weniger Mahlzeiten auch tagsüber Gelegenheit gibt, Fett zu verheizen. "Die Überlegung dahinter erscheint logisch", sagt der Münchener Ernährungswissenschaftler Dr. Nicolai Worm. "Sie ist nur bislang nicht systematisch untersucht und erst recht nicht belegt worden." Es ist also offen, ob drei größere Insulin-Schwemmen für die Gesundheit und die Figur besser sind als kleinere, über den Tag verteilte Spitzen – zumal es auch darauf ankommt, wie viel ein Mensch sich bewegt.

Kein Mahlzeiten-Rhythmus hat sich also bislang als klar überlegen erwiesen. Experten halten es ohnehin für wichtiger, dass man auf die Bedürfnisse seines Körpers achtet. Der eine fühlt sich mit häufigen kleinen Portionen nie richtig satt, der andere verträgt üppige Mahlzeiten nicht so gut und isst lieber weniger, kriegt aber schneller Hunger. Beide erhöhen ihr Risiko, dick zu werden, wenn sie sich einem kopfgesteuerten Essrhythmus unterwerfen, der nicht zu ihnen passt.

Der natürliche Dreimal-täglich-Esser wird auf Grund seiner Vorstellungen von Portionsgrößen bei fünf Mahlzeiten oft über die Stränge schlagen, den natürlichen Fünfmal-täglich-Esser quält zwischen den Hauptmahlzeiten Kohldampf, was den Körper dazu veranlasst, seinen Energieverbrauch zu reduzieren. "Menschen sind eben keine Maschinen", sagt Worm und plädiert dafür zu essen, wenn man Hunger hat. Auch Experte Schusdziarra weiß durch 30 bis 40 Ernährungsberatungen pro Woche: "Alles andere hält auf Dauer sowieso keiner durch."

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